• Tag 16 Prince Albert

    Feb 20–21 in South Africa ⋅ ⛅ 33 °C

    Unsere Fahrt begann ein letztes Mal mit Meeresrauschen am Seal Point Lighthouse. Der Blick hinaus auf den Ozean, das helle Küstenlicht und die salzige Luft begleiteten uns, bevor wir über die R330 das Landesinnere ansteuerten.
    Schon nach wenigen Kilometern veränderte sich die Landschaft spürbar. Das satte Küstengrün wich offener Weite, die Vegetation wurde niedriger, trockener, staubiger. Die Farben wechselten zu Ocker, Beige und warmen Brauntönen – typische Vorboten der Kleinen Karoo.
    Bei Humansdorp / Richtung Langkloof erreichten wir die legendäre Route 62, der wir ein Stück folgten. Die Fahrt durch das Langkloof-Tal zeigte eine faszinierende Mischung: weite Ebenen, landwirtschaftlich genutzte Flächen und immer wieder imposante Bergketten am Horizont.
    In Avontuur verliessen wir die R62 und bogen Richtung Uniondale auf die R339 ab. Ab hier wurde die Strecke nochmals einsamer und ursprünglicher. Die Landschaft wirkte karger, die Besiedlung dünner, die Weite fast grenzenlos.

    Beim Überqueren der Pässe präsentierten sich spektakuläre Felsformationen. Gewaltige, gefaltete Gesteinsschichten türmten sich neben der Strasse auf – zerklüftet, geschichtet, von Wind und Wetter geformt. Je höher wir kamen, desto eindrucksvoller wurden die Ausblicke: Täler, die sich in die Ferne zogen, Bergketten in sanften Blautönen am Horizont.

    Richtung De Rust zeigte sich dann erneut ein überraschender Kontrast. Zwischen trockenen Hügeln tauchten plötzlich grüne Bänder auf – bewässerte Felder, Weinreben und Obstplantagen. Besonders die Apfelhaine wirkten wie kleine Oasen inmitten der Halbwüste. Dieses Wechselspiel aus trockener Steppe und saftigem Kulturland macht die Region so besonders.

    Schliesslich erreichten wir Prince Albert, malerisch am Fuss der Swartberge gelegen. Die weissen Häuser im viktorianischen Stil, die ruhige Atmosphäre und das warme Licht der Karoo vermittelten sofort ein Gefühl von Entschleunigung. In der charmanten De Bergkant Lodge fanden wir den perfekten Ort zum Ankommen nach dieser landschaftlich so abwechslungsreichen Etappe.

    Diese Fahrt war ein ständiger Wandel: vom Küstenwind zur Karoo-Stille, von trockener Weite zu fruchtbaren Tälern, von Meereshorizont zu dramatischen Felsstrukturen. Eine Strecke voller Kontraste – und einmal mehr ein Beweis für die unglaubliche landschaftliche Vielfalt Südafrikas.
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