• Leuchtturm auf Wanderschaft 🌊

    Jun 3–4 in Denmark ⋅ ☁️ 17 °C

    Wie könnte es bei uns anders sein – schon früh waren wir wieder auf den Beinen. Unser erstes Ziel war der Rubjerg Knude Fyr. Roger entschied allerdings, gemütlich bei ObeliX zu bleiben. Schliesslich hatte er den Leuchtturm bereits vor Jahren gesehen. Und tatsächlich: Wir waren schon am 21. Juni 2017 hier. Damals stand der Turm allerdings noch an seinem ursprünglichen Platz. Inzwischen wurde er spektakulär um rund 70 Meter landeinwärts versetzt, um ihn vor dem Absturz ins Meer zu bewahren.

    Der Rubjerg Knude Fyr wurde 1900 auf einer rund 60 Meter hohen Steilküste errichtet. Damals ahnte niemand, dass der Wind hier einmal das Sagen übernehmen würde. Der feine Sand wurde über die Jahre gegen die Gebäude geweht und türmte sich zu gewaltigen Dünen auf. Der Gemüsegarten des Leuchtturmwärters verschwand unter dem Sand, der Brunnen wurde zugeschüttet und sogar die Sicht auf das Leuchtfeuer wurde zunehmend beeinträchtigt. Ausgerechnet die Versuche, die Dünen mit Strandhafer zu stabilisieren, machten das Problem noch grösser. 1968 wurde das Licht des 23 Meter hohen Turms endgültig gelöscht. Früher war es bei klarer Sicht bis zu 42 Kilometer weit zu erkennen.

    Mein Spaziergang zum Leuchtturm führte über etwa 1,5 Kilometer durch eine beeindruckende Dünenlandschaft. Die sanften Sandberge, die steilen Abbruchkanten zur Nordsee und die unberührte Morgenstimmung verliehen dem Ort etwas fast Schönes. Das Beste daran: Ich hatte den Weg praktisch für mich allein. Keine Reisegruppen, kein Gedränge – nur Wind, Sand und das Rauschen der Wellen.

    Anschliessend rollten wir mit ObeliX weiter Richtung Gjøl. Die Strecke führte durch die weiten Landschaften Nordjütlands, die unter dem grauen Himmel fast ein wenig melancholisch wirkten. Unser Stellplatz in Gjøl gefiel uns auf Anhieb. Leider hatte Petrus andere Pläne und schickte den Regen gleich für den ganzen Tag vorbei.

    Also wurde aus dem geplanten Entdeckungstag ein gemütlicher Faulenzertag. Ich nutzte die Gelegenheit für die vermutlich letzte Wäsche dieser Reise, während draussen die Tropfen auf ObeliX trommelten. Danach machten wir es uns mit Blick auf den Limfjord bequem, genossen die herrliche Ruhe und liessen die Welt einfach Welt sein. Manchmal sind genau diese unspektakulären Tage die schönsten. 😊
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