Rheinwärts zum Hochzeitsfest
Jun 18–21 in Germany ⋅ ⛅ 30 °C
Die letzte Station unserer Dänemarkreise: ObeliX rollt heute deutlich entspannter als gestern bis nach Bacharach. Gleich nebenan, in Niederheimbach, sind wir am Samstag zum Hochzeitsfest von Wolf und Sandra eingeladen. 💍
Wir sind früh da, also schwinge ich mich aufs Rad und sause nach Niederheimbach, um beim Dekorieren zu helfen. Roger bleibt lieber im Hitzemanagement-Modus: Es ist warm. Für mich: herrlich. Für Roger: kurz vor Sahara. Aber das Wichtigste: kein Wind! Kein Lüftchen, kein Gegenwind, kein Fahrraddrama. 🚴♀️☀️
Am Abend lassen wir es gemütlich angehen, grillieren Fleisch und geniessen den Abend. Ein schöner, leichter Tag am Rhein, mit Vorfreude auf das Fest und einem Wetter, das zumindest mir sehr freundlich gesinnt ist.
Bacharach liegt im romantischen Mittelrheintal und ist bekannt für Fachwerkhäuser, Stadtmauer und Burg Stahleck. Niederheimbach gehört seit 2003 zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal; über dem Ort liegen unter anderem die Heimburg und Burg Sooneck.Read more
A7-Achterbahn nach Alsfeld
Jun 17–18 in Germany ⋅ ☁️ 24 °C
Heute rollen Roger und ich mit ObeliX über die A7 bis nach Alsfeld. Die Strecke? Ein einziger Berg-und-Tal-Test fürs Nervenkostüm. Bergab donnern die Lastwagen mit teilweise deutlich über 100 km/h, bergauf reicht es dann wieder für gemütliche 60 km/h. Kurz: mühsam mit Ansage 😅.
Alsfeld kennen wir inzwischen fast wie eine zweite Wohnmobil-Stube, sicher schon 5 bis 10 Mal waren wir hier. Leider sind Jochen und Annette heute nicht daheim, die beiden geniessen Fischen-Urlaub in Norwegen. Wir gönnen es ihnen natürlich. Fast. 🎣
Nach der Ankunft zuerst Pflichtprogramm: AdBlue und LPG tanken. Dann mein grosser Kassen-Kunstgriff: Ich zahle nicht AdBlue und LPG, sondern AdBlue und Diesel. Rund 74 Euro. Kam mir schon sportlich vor, aber manchmal ist mein Hirn offenbar noch auf der A7 hängengeblieben.
Auf dem Stellplatz schaue ich den Beleg an. Aha. Fehler entdeckt. Also sofort aufs Velo und zurück zur Tankstelle. Dort werde ich schon erwartet: „Super, dass Sie kommen, ich habe einen Fehler gemacht!“ Zack, 74 Euro zurück, korrekt 26 Euro bezahlt. So kundenfreundlich, dass man fast wieder freiwillig falsch zahlen möchte. Aber nur fast 🚲💸.
Alsfeld selbst bleibt trotzdem ein hübsches Pflaster: Die Stadt im Vogelsbergkreis ist bekannt für ihre gut erhaltene Altstadt mit vielen Fachwerkhäusern. Besonders das Rathaus am Marktplatz, gebaut 1512 bis 1516, gilt als eines der bedeutenden Fachwerk-Rathäuser Deutschlands. Der Marktplatz bildet mit Rathaus, Weinhaus und Hochzeitshaus eine richtige Fachwerk-Showbühne 🏘️. Gut ohne Annette und Jochen fehlt einfach was!!!
Nach der Tankrechnungs-Rettungsaktion gönne ich mir noch eine erholsame Velotour. Roger bleibt bei ObeliX, ich fahre Richtung Antrifttalsperre, vorbei an Angenrod und Leusel. Herrlich entspannt: Ich kann jederzeit anhalten und Fotos machen. Roger liebt das ja ungefähr so sehr wie Stau auf der A7. Er würde einfach durchbrettern 🚲📸.
Zurück bei ObeliX geniessen wir den späten Nachmittag. Und Sensation: Zum ersten Mal in diesen Ferien habe ich nicht kalt! Kein Wind, keine halbe Wintermontur, kein inneres Bibbern. Roger meint zwar, er schwitze jetzt schon, aber für mich ist es einfach angenehm. Endlich Ferienwetter nach Claudia-Mass! ☀️Read more
Mission XL in Göttingen
June 16 in Germany ⋅ 🌧 21 °C
Wir haben super geschlafen im ObeliX. Nach einem feinen z'Morge ging es Richtung Innenstadt, mit zwei klaren Aufträgen: Coiffi und Hemd für Roger ✂️.
Der Coiffi wurde schnell gefunden und Roger bekam das volle Verwöhnprogramm: Frisur gerichtet, Bart gestutzt, alles in Form. Zack, wieder salonfähig! Und weil meine Haare auch schon etwas sehr freiheitsliebend unterwegs waren, kamen sie ebenfalls unters Messer. Mission 1: erledigt.
Mission 2: Hemd fürs Hochzeitsfest am Samstag. Auch das ging erstaunlich flott. Sommerliches Hemd gefunden, Grösse passt, und das Beste: XL reicht wieder. Roger schrumpft nicht, er optimiert nur seine Verpackung 😄.
Dann meldete sich ein kleines Hüngerchen. Das Wetter war anständig, überall sassen die Leute draussen, also suchten auch wir uns ein schönes Plätzchen und genossen ein kleines chinesisches z'Mittag. Zum Dessert gabs dann noch eine Glace....
Danach besuchten wir noch das berühmte Göttinger Gänseliesel. Heute steht allerdings nur noch eine Kopie vom Gänseliesel auf dem Brunnen Brunnen. Das Original ist im Städtischen Museum sicher vor Wetter, Küssen und sonstigen Liebesattacken.
Dahinter steht die St.-Johannis-Kirche, eine gotische Hallenkirche aus dem 14. Jahrhundert mit markanten Türmen. Leider war die Kirche geschlossen... obwohl eigentlich offen hätte sein müssen. Aber ich glaube die deutschen Uhren ticken nicht ganz so exakt wie die Schweizerischen 🤪.
Der Abend war dann weniger touristisch, dafür sehr modern: Vorstandssitzung von Womoland. Online natürlich. Wohnmobil-Leben 2026: tagsüber Brunnen, abends Bildschirm💻.Read more
Göttingen: 520 Kilometer, schöne Nägel+Schuh-Glück
Jun 15–17 in Germany ⋅ ☁️ 15 °C
Heute machen wir wirklich Strecke: 520 Kilometer von Dänemark bis nach Göttingen. 🚐💨 Am Morgen geben wir noch brav die letzten dänischen Pfandflaschen ab, dann nimmt ObeliX Kurs Richtung Süden. Sogar der Elbtunnel meint es gut mit uns, und auch danach gibt es nur einmal kurz zähflüssigen Verkehr. Also eigentlich total entspannt. Aber eben: 520 Kilometer bleiben 520 Kilometer. Das zählt definitiv als Sitzfleisch-Olympiade.
In Göttingen angekommen ruht Roger sich von der Fahrerei aus, während ich zu Fuss in die hübsche Stadt losziehe. Und Göttingen liefert sofort: erst ein Nagelstudio, dann fast direkt daneben ein Schuhladen. Mein Herz macht kurz einen Sprung. 💅👠 Und ja: ich werde fündig! Jetzt muss ich am Samstag wenigstens nicht barfuss ans Hochzeitsfest. Kleine Erleichterung, grosse Freude. Nach Nägel-Beauty und erfolgreicher Schuhjagd bin ich dann doch geschafft. So viel Shopping-Effizienz muss schliesslich belohnt werden. Also gönne ich mir ein Glace. Mhhh, schmatz! 🍦😄
Göttingen selbst ist übrigens sehr hübsch. Die berühmte Georg-August-Universität wurde 1737 eröffnet, und die Altstadt ist bekannt für das Gänseliesel, den Brunnen vor dem Alten Rathaus. Diese Dame gilt als Wahrzeichen der Stadt und wird traditionell von frisch promovierten Doktorandinnen und Doktoranden geküsst. Ich beschränke mich vorerst auf Einkaufen, Nägel und Erholung.
Morgen stehen Coiffeur und Hemd-Suche für Roger auf dem Programm. Wenn wir wieder so viel Glück haben wie heute, kommen wir am Ende noch gefährlich elegant zum Hochzeitfest von Wolf und Sandra. 😄Read more
Rømø: Krabbenmission mit Sonnenfenster
Jun 13–15 in Denmark ⋅ 🌬 14 °C
Samstag:
Nach dem Lebensmitteleinkauf in Ribe rollen wir mit ObeliX weiter nach Rømø. 🛒🚐 Schon zum fünften Mal sind wir hier, 2017 standen wir zum ersten Mal auf dieser herrlich windigen Insel. 🌬️ Man könnte sagen: Rømø kennt uns inzwischen. Oder zumindest unsere Reifenspuren. 😄
Das Wetter ist übrigens deutlich besser als die Wetter-App dramatisch angekündigt hat. 📱🌧️ Zwar regnet es mehrmals heftig, aber für Rogers grosse Mission erwischen wir den perfekten Moment: kein Tropfen Regen, dafür sogar ein bisschen Sonne. ☀️ Wenn das kein Zeichen für ein Krabbenbrötchen ist! 🦐🥖
Kaum angekommen, gibt es kein langes Herumstehen. Roger hat ein klares Ziel: Krabbenbrötchen am Hafen von Havneby. 🎯 Also schwingen wir uns aufs Velo und radeln los, Magen motiviert, Regenwolken vorübergehend in Pause. 🚲 Am Hafen dann: Mission erfüllt! Juhui, ein wunderbares Krabbenbrötchen. 🦐🥖 Roger strahlt, die Krabben leisten ihren Beitrag zum Reiseglück, und ich notiere: Wünsche können in Dänemark manchmal leicht erfüllt werden. 😋
Rømø liegt im dänischen Wattenmeer und gehört zur Gemeinde Tønder. 🇩🇰 Die Insel ist über einen Damm mit dem Festland verbunden und Havneby ist der Hauptort der Insel. Von hier fährt auch die Fähre hinüber nach Sylt. ⛴️ Das Wattenmeer ist UNESCO-Weltnaturerbe und ein riesiger Rastplatz für Zugvögel. Also eigentlich ein Paradies für alle, die gerne unterwegs sind: Vögel, Velofahrer und Wohnmobilmenschen mit Krabbenbrötchen-Fokus. 🚲🚐🦐
Sonntag:
Am Sonntag machen wir nicht allzu viel. Manchmal ist das genau der richtige Reiseplan. 😄 Wir radeln nochmals zum Hafen von Havneby und gönnen uns eine feine Fischplatte. 🐟🍽️ Damit ist der wichtigste Programmpunkt des Tages eigentlich schon sehr würdig erledigt.
Der Strand muss heute leider ohne uns auskommen. Wegen der ständigen Regenschauer und des starken Windes haben wir wenig Lust, ans Meer zu fahren. 🌧️💨 Obwohl dort viele Wohnmobile den Tag direkt am Strand verbringen, bleiben wir lieber etwas gemütlicher auf dem Stellplat. ObeliX nickt vermutlich zustimmend: Sand in den Schuhen ist ja auch nicht immer nötig. 🚐😉.
Heute ist unser letzter Tag in Dänemark... morgen gehts in den Süden nach Deutschland.Read more
Vier Männer und ein Glace 🍦
Jun 11–13 in Denmark ⋅ ☀️ 16 °C
Der Tag begann ziemlich grau. Unser erstes Ziel war Esbjerg, denn ich wollte unbedingt die berühmten vier weissen Männer von Mennesket ved Havet sehen. Also stapfte ich bei Nieselregen zu den riesigen Figuren hinaus, während Roger vermutlich kurz über meinen Geisteszustand nachdachte (wir hatten ja die Figuren schon im 2017 gesehen). 😄 Die vier neun Meter hohen Betonskulpturen sitzen seit 1995 am Meer und blicken stoisch Richtung Horizont. Sie symbolisieren die Begegnung des Menschen mit der Natur und sind inzwischen das Wahrzeichen von Esbjerg. Bei schönem Wetter sollen sie sogar von Schiffen auf See aus sichtbar sein.
Lange blieben wir allerdings nicht. Der Stellplatz konnte uns nicht überzeugen, also rollte ObeliX weiter südwärts. Unterwegs zeigte sich Dänemark von seiner sanfteren Seite: weniger Wind und tatsächlich wurde das Wetter mit jedem Kilometer freundlicher.
Unser nächstes Ziel war Ribe – und das entpuppte sich als Volltreffer. Die kleine Stadt gilt als die älteste Stadt Dänemarks und blickt auf eine Geschichte von über 1'300 Jahren zurück. Bereits im 8. Jahrhundert war sie ein bedeutender Handelsplatz der Wikinger. Heute locken kopfsteingepflasterte Gassen, schiefe Fachwerkhäuser und eine Altstadt, die aussieht, als hätte jemand das Mittelalter liebevoll konserviert.
Also machten wir uns am Nachmittag auf zu einem ausgedehnten Spaziergang durch die malerischen Strassen. Hinter jeder Ecke wartete ein neues Fotomotiv, und die Sonne gab inzwischen sogar ihr Bestes.
Über allem wacht der Dom von Ribe, die älteste Kathedrale Dänemarks. Der Dom steht an jener Stelle, an der bereits um das Jahr 860 die erste christliche Kirche des Landes errichtet wurde. Der heutige Bau aus hellem Tuffstein und roten Backsteinen wirkt von aussen fast wie eine kleine Festung und erzählt mit seinen verschiedenen Baustilen von fast tausend Jahren Geschichte. Im Innern überrascht der Dom mit seiner schlichten Weite – und natürlich hängt auch hier das in dänischen Kirchen fast schon obligatorische Schiff von der Decke. ⛵
Auf dem Domplatz begegneten wir ausserdem Ansgar. Zum Glück nicht persönlich – das wäre nach über 1'100 Jahren doch etwas überraschend gewesen. 😄 Die moderne Bronzestatue erinnert an den Missionar und späteren Erzbischof Ansgar, der als «Apostel des Nordens» gilt und in Ribe die erste Kirche Dänemarks gründete. Die Skulptur wurde erst 2015 aufgestellt und schlägt damit eine elegante Brücke zwischen der Wikingerzeit und der Gegenwart.
Auch begegneten wir dem rauchenden Hans Adolf Brorson. Der Mann war von 1741 bis 1764 Bischof von Ribe und gehört bis heute zu den bekanntesten dänischen Kirchenlieddichtern. Über 100 seiner Lieder schafften es ins dänische Gesangbuch. Seine Weihnachtshymne «Den yndigste rose er funden» ist so beliebt, dass ihre Melodie noch heute täglich um 8 Uhr und 18 Uhr vom Glockenspiel des Doms über die Dächer von Ribe erklingt. 🎶
Und dann der krönende Abschluss: ein Glace in der Sonne. Nach einem verregneten Start in den Tag schmeckte das ungefähr doppelt so gut. 🍦☀️
Fazit des Tages: Vier Männer im Regen, eine uralte Stadt im Sonnenschein und zwei zufriedene Reisende im ObeliX. Viel mehr braucht es manchmal gar nicht für einen gelungenen Reisetag.Read more
Ohne Worte
Jun 10–11 in Denmark ⋅ 🌬 14 °C
Von Regen zu Rückenwind 🌤️
Jun 9–10 in Denmark ⋅ 🌬 14 °C
Der Regen meinte es auch heute ernst mit uns. Während Roger und ich mit ObeliX weiter Richtung Süden nach Ringkøbing rollten, begleiteten uns graue Wolken, nasse Straßen und ein Himmel, der offenbar vergessen hatte, wie Blau aussieht.
Langsam macht mir dieses endlose Nass allerdings etwas zu schaffen. Irgendwann ertappte ich mich bei dem Gedanken, dass selbst die Enten wahrscheinlich über zu viel Wasser jammern würden. 😅 Um nicht vollends dem Regenblues zu verfallen, beschloss ich, ObeliX einer Grundreinigung zu unterziehen. Schränke auswischen, Oberflächen putzen – plötzlich fand sich überall Arbeit. Erstaunlich, wie viel Beschäftigung in einem Wohnmobil steckt, wenn draußen das Wetter jede andere Aktivität sabotiert.
Am frühen Nachmittag erreichten wir Ringkøbing. Die kleine Stadt liegt direkt am Ringkøbing Fjord, einem der größten Küstenseen Dänemarks. Der Fjord ist durch eine schmale Landzunge von der Nordsee getrennt. Ringkøbing selbst gilt als eine der ältesten Marktstädte Westjütlands und ist bekannt für seine gut erhaltenen Gassen und historischen Häuser.
Kaum hatte ich mich damit abgefunden, dass Dänemark nur noch aus Wolken und Regen besteht, geschah das Unerwartete: Am Nachmittag zeigte sich tatsächlich die Sonne! Zwar nur vorsichtig und begleitet von kräftigem Wind, aber nach den vergangenen Tagen fühlte es sich fast wie Hochsommer an. 😎
Roger und ich nutzten die Gelegenheit sofort für einen Spaziergang durch Ringkøbing. Die Stadt präsentierte sich gleich in einem ganz anderen Licht. Unser Weg führte uns zunächst über den Marktplatz, der seit Jahrhunderten das Herz der alten Handelsstadt bildet. Gleich daneben steht das Rathaus. Mit etwas Sonne wirkt plötzlich alles freundlicher – selbst die Möwen schienen bessere Laune zu haben.
Anschließend schlenderten wir gemütlich durch die Fußgängerzone mit ihren hübschen Häusern, kleinen Geschäften und gepflegten Fassaden. Ringkøbing gilt als eine der besterhaltenen Kleinstädte Dänemarks, und man merkt schnell, dass hier viel Wert auf das historische Stadtbild gelegt wird. Die Straßen wirken fast wie aus einer anderen Zeit – nur die Fahrräder verraten, dass wir uns im 21. Jahrhundert befinden. 🚲
Unterwegs entdeckten wir auch noch die alte Ringkøbing Kirke, die mitten im Stadtzentrum steht. Die Backsteinkirche stammt aus dem 15. Jahrhundert und ist das älteste Gebäude der Stadt. Neugierig probierten wir die Tür – allerdings war sie mit einem beeindruckend großen Schlüssel verschlossen. Zum Glück durfte man selbst aufschließen, und so traten wir ein. Im Inneren erwartete uns keine prunkvolle Kathedrale, sondern eine angenehm schlichte Kirche mit heller Atmosphäre. Besonders ins Auge fiel uns das typische Schiff, das über dem Mittelgang hängt. Diese Schiffe erinnern an die enge Verbundenheit des Landes mit Seefahrt und Fischerei. Ein schöner, ruhiger Ort, der einen Moment lang sogar den Wind draußen vergessen ließ. ⛵
Zum Abschluss unseres Rundgangs kamen wir dann noch an der Skulptur Survival of the Fattest von Jens Galschiøt vorbei. Das Kunstwerk ist wirklich eindrücklich: Eine übergewichtige Figur der Justitia sitzt auf den Schultern eines ausgemergelten afrikanischen Mannes. Die Skulptur wurde geschaffen, um auf die Ungleichverteilung von Wohlstand und Ressourcen in der Welt aufmerksam zu machen. Man bleibt automatisch stehen und denkt einen Moment darüber nach. Kunst kann manchmal mehr sagen als viele Worte.
Nach so viel frischer Luft und Kultur meldete sich dann der Hunger. Also fassten Roger und ich einen einstimmigen Beschluss: Heute wird nicht gekocht! 😄 In der Nähe entdeckten wir einen Chinesen, und so ließen wir den Tag ganz entspannt bei einem guten Abendessen ausklingen.Read more
Regentag am Hafen 🌧️⚓
Jun 8–9 in Denmark ⋅ ☁️ 17 °C
Heute zeigte sich Dänemark von seiner nassen Seite. Bei grauem Himmel und stetigem Regen machten Roger, ObeliX und ich uns auf den Weg weiter Richtung Süden bis nach Struer. Die Landschaft zog wie ein Aquarell am Fenster vorbei: vereinzelte Höfe, kleine Dörfer und immer wieder Wasserflächen, die unter den tiefhängenden Wolken fast mit dem Himmel zu verschmelzen schienen. Die Farben wirkten gedämpft, aber gerade das verlieh der Fahrt ihren besonderen Charme.
In Struer angekommen, war schnell klar: Heute wird kein Tag für ausgedehnte Entdeckungstouren. Der Regen hatte andere Pläne. Also fiel der Stadtspaziergang buchstäblich ins Wasser. Stattdessen machten wir es uns im ObeliX gemütlich und genossen das, was Wohnmobilreisen so besonders macht: einfach einmal nichts tun müssen. 😊
Direkt vor uns lag der Hafen von Struer, und so wurde das Fenster zur besten Unterhaltung des Tages. Während Regentropfen über die Scheiben liefen, beobachteten wir die Boote, die sanft im Wasser schaukelten. Manchmal sind es genau diese ruhigen Tage, die in Erinnerung bleiben – ohne Sehenswürdigkeiten, ohne Programm, einfach nur gemütlich, trocken und mit bester Aussicht.
Struer liegt am Limfjord in der Region Mitteljütland und ist vor allem als Heimat des dänischen Audiounternehmens Bang & Olufsen bekannt, das hier 1925 gegründet wurde. Die Stadt trägt deshalb auch den Beinamen „Stadt des Klangs“. Der Limfjord selbst ist übrigens keine klassische Meeresbucht, sondern ein rund 180 Kilometer langes Gewässersystem, das Nordsee und Kattegat miteinander verbindet und für die Schifffahrt sowie die Fischerei seit Jahrhunderten eine wichtige Rolle spielt.
Für eine unerwartete Abendunterhaltung sorgte dann noch eine Segelregatta der etwas anderen Art. Im Hafen kreuzten zahlreiche Modellsegelschiffe zwischen den ausgelegten Bojen umher. Gesteuert wurden sie von ihren Kapitänen vom Ufer aus, ganz ohne Motor – nur mit Funksteuerung und dem geschickten Setzen der Segel. Faszinierend zu beobachten, wie die kleinen Boote den Wind nutzten, wendeten und um jede Boje kämpften, fast wie ihre grossen Vorbilder. Wir verfolgten das Spektakel eine ganze Weile mit Interesse, mussten aber irgendwann kapitulieren: Wer am Ende gewonnen hat, wissen wir nicht. Vielleicht war es ja das Boot, das gerade dann einen perfekten Windstoss erwischte, als wir nicht hingeschaut haben. ⛵😄
So wurde aus einem verregneten Tag kein verlorener, sondern ein entschleunigter Hafentag – mit viel Gemütlichkeit, trockenem Logenplatz und einem Gratisprogramm namens „Hafenkino“. 🚐🌧️⚓Read more
Wetterorakel am Vilsund
Jun 7–8 in Denmark ⋅ ☁️ 18 °C
Heute haben wir ObeliX geschont und sind nur bis Vilsund Vest am Limfjord gerollt. Der Vilsund ist übrigens die schmalste Verbindung zwischen Thy und der Insel Mors und verbindet verschiedene Teile des Limfjords miteinander. Seit 1939 spannt sich hier die markante Vilsundbroen über das Wasser – eine elegante Bogen- und Klappbrücke, die bis heute Schiffe und Fahrzeuge passieren lässt. 🚐🌊
Unser Stellplatz direkt beim Hafen erwies sich als Volltreffer. Kaum angekommen, wurden wir von den anwesenden Leuten freundlich begrüsst. Schnell hatten wir das Gefühl, dass das Seglerhaus weniger ein Vereinslokal als vielmehr das Wohnzimmer des ganzen Dorfes ist. Wer etwas wissen will, fragt hier besser zuerst die Einheimischen als die Wetter-App. 😄
Das durfte ich heute am eigenen Leib erfahren. Ich kündigte grossspurig an, noch eine kleine Velotour machen zu wollen. Roger meinte nur trocken, dass es bestimmt immer wieder regnen würde.... Ein Mann vom Hafen sagte: «Nein, nein, jetzt kannst du tatsächlich nicht velofahren, aber du darfst in zwei Stunden los, dann ist der Regen vorbei. In etwa 15 Minuten beginnt es zu regnen.» Wir schauten uns an und dachten wohl beide dasselbe: Klar doch... 🤨
Und dann? Exakt eine Viertelstunde später öffnete der Himmel sämtliche Schleusen. Nicht Nieselregen. Nicht ein paar Tropfen. Sondern so ein dänischer Guss, bei dem selbst die Möwen vermutlich lieber zu Fuss gehen. 🌧️😂
Zwei Stunden später startete ich dann tatsächlich. Über die Vilsundbroen ging es hinüber Richtung Mors, immer wieder über sanfte Hügelchen, vorbei an grünen Wiesen, Feldern und weiten Ausblicken über den Fjord. Die Landschaft wirkte fast friedlich, nur die dunklen Wolken am Horizont versuchten gelegentlich, etwas Dramatik ins Bild zu bringen. Doch der Wind blieb erstaunlich zahm und kein einziger Regentropfen erwischte mich. Die Wettervorhersage des Hafen-Orakels hatte wieder einmal perfekt gepasst.
Ziemlich abgestrampelt, aber zufrieden, erreichte ich schliesslich ObeliX und Roger wieder. Der krönende Abschluss wartete bereits: Es wurde gegrillt. Und ich kann es nicht anders sagen – Roger bleibt der unangefochtene Grillmeister unseres mobilen Haushalts. Ich bin inzwischen überzeugt, dass er sogar aus einer alten Schuhsohle ein Gourmet-Menü zaubern könnte. Zum Glück musste heute aber kein Schuh dran glauben. 👞🔥😋Read more
Sonnenpause in Thisted ☀️🚴
Jun 5–7 in Denmark ⋅ 🌬 15 °C
Manchmal muss man die Tagesetappe gar nicht in Kilometern messen. Gestern rollten Roger, ObeliX und ich gerade einmal 55 Kilometer Richtung Südwesten bis nach Thisted. Viel mehr war wettertechnisch ohnehin nicht drin. Der Regen fiel beharrlich vom Himmel, als hätte jemand vergessen, den Wasserhahn zuzudrehen. Natürlich freute sich die Natur über die Extraportion Feuchtigkeit – wir hingegen hätten auf diesen Liebesbeweis des Wetters gut verzichten können. Entsprechend blieb der Tag ziemlich ereignislos.
Heute zeigte sich Dänemark dann von seiner freundlichen Seite. Die Wolken verzogen sich, der Wind legte eine Pause ein und die Sonne übernahm das Kommando. Bei angenehmen Temperaturen beschlossen wir kurzerhand, noch einen Tag in Thisted zu bleiben. Also schwangen wir uns aufs Velo und drehten eine gemütliche Runde durch die Umgebung. Die Landschaft präsentierte sich typisch für Nordjütland: weite Flächen, sanfte Hügel, grüne Wiesen und immer wieder der Blick in die offene Ferne – eine Gegend, die irgendwie entschleunigt, ohne sich dafür besonders anstrengen zu müssen.
Besonders erfreulich: Roger hat sich mit Komoot ein Stück weit versöhnt und kam tatsächlich mit 😄. Das allein war fast schon eine Sensation. Thisted selbst liegt am Limfjord, jener rund 180 Kilometer langen Wasserstraße, die Nordjütland vom restlichen dänischen Festland trennt. Die Stadt wird oft als Tor zum Nationalpark Thy bezeichnet, Dänemarks erstem Nationalpark mit Dünenlandschaften, Heideland und einer beeindruckenden Nordseeküste.
Zum Abschluss unserer Velotour spazierten wir noch durch das Zentrum von Thisted (Velofahren war verboten, da Fussgängerzone). Dabei kamen wir an der imposanten Thisted Kirke vorbei, die das Stadtbild seit Jahrhunderten prägt. Die Kirche stammt ursprünglich aus dem 15. Jahrhundert und ist mit ihrem markanten Turm schon von weitem sichtbar. Besonders bekannt ist sie für ihre schönen Gewölbe und die reich verzierten mittelalterlichen Fresken. Als wir dort ankamen, herrschte festliche Stimmung: Gerade fand eine Hochzeit statt. Und ganz ehrlich – wer würde sich nicht gerne das Datum 6.6.26 für den schönsten Tag seines Lebens sichern? 😊 Deswegen konnten wir auch die Gewölbe und die Fresken nicht besichtigen.... und wir setzten unseren Spaziergang durch die kleinen Gassen von Thisted fort.
Zurück bei ObeliX verbrachten wir den Nachmittag ganz entspannt und plauderten noch mit einem sympathischen Paar aus Obwalden. Solche Begegnungen gehören für uns fast genauso zum Reisen wie die gefahrenen Kilometer. Den kulinarischen Abschluss des Tages bildete ein herrliches thailändisches Abendessen – würzig, lecker und genau das Richtige nach einem sonnigen Velotag.
So geht ein ruhiger, entspannter Tag zu Ende. Keine grossen Abenteuer, keine spektakulären Entdeckungen, dafür Sonne, Bewegung, nette Gespräche und gutes Essen. Manchmal reicht genau das vollkommen aus. Morgen zieht es uns weiter Richtung Süden. 🚐☀️Read more
Løgstør ... Brücke auf, Schleusenwetter an 🌧️⛵
Jun 4–5 in Denmark ⋅ 🌧 16 °C
Mit ObeliX geht es heute weiter südwärts nach Løgstør. Kurz vor unserem Ziel sorgt eine Zugbrücke für eine kleine Zwangspause. Zwei Segelboote gleiten gemütlich hindurch, während sich die Autos geduldig dahinter einreihen. Tja, auf dem Wasser hat man hier offenbar Vortritt! ⛵😄
Leider behält die Wetter-App recht. Immer wieder ziehen dunkle Wolken auf und zeitweise schüttet es wie aus Kübeln. Wir erwischen aber genau das richtige Zeitfenster, um Løgstør zu erkunden. Die kleine Hafenstadt liegt am Limfjord und war früher ein wichtiger Umschlagplatz für die Schifffahrt. Heute scheint sich das Leben vor allem rund um den Hafen abzuspielen. Dort herrscht noch etwas Betrieb, während die übrigen Gassen angenehm ruhig wirken.
Die markanteste Sehenswürdigkeit von Løgstør ist wohl die Kirche mitten im Ort. Ihr hoher Turm diente früher den Seeleuten auf dem Limfjord als Orientierungspunkt und war oft das Erste, was Reisende von Süden her sahen. Die heutige Kirche wurde 1893 erbaut, nachdem die Einwohner jahrzehntelang mit einem provisorischen Gotteshaus vorliebnehmen mussten. Besonders schön sind die farbigen Glasfenster mit Motiven aus dem Neuen Testament, die selbst an einem grauen Regentag für etwas Farbe sorgen. 🌈⛪ Von aussen wirkt die Kirche eher schlicht, aber genau das passt irgendwie perfekt zu Løgstør: unaufgeregt, bodenständig und sympathisch. Während die Regenwolken über den Himmel jagen, ragt der Kirchturm stoisch über die Dächer der kleinen Hafenstadt hinweg – als hätte er schon ganz andere Wetterkapriolen erlebt. 😄
Besonders schmunzeln mussten wir über die Wegweiser direkt auf dem Boden. Sie zeigen zum „Hafen“ und zum „Centrum“. Wobei wir uns fragten, ob man für das Centrum überhaupt Wegweiser braucht – einmal blinzeln und man ist praktisch schon durchgelaufen. 😂 Sehr gefallen haben uns auch die farbenfrohen Wandmalereien an mehreren Häusern, die der kleinen Stadt einen ganz eigenen Charme verleihen.
Wegen der nächsten Regenfront verlegen wir unsere Sightseeing-Tour schliesslich zurück in den gemütlichen ObeliX. Von dort beobachten wir trocken und entspannt die ein- und auslaufenden Segelboote im Hafen. Manchmal ist der beste Aussichtspunkt eben das eigene Wohnzimmer auf Rädern. 🚐🌧️⛵Read more
Leuchtturm auf Wanderschaft 🌊
Jun 3–4 in Denmark ⋅ ☁️ 17 °C
Wie könnte es bei uns anders sein – schon früh waren wir wieder auf den Beinen. Unser erstes Ziel war der Rubjerg Knude Fyr. Roger entschied allerdings, gemütlich bei ObeliX zu bleiben. Schliesslich hatte er den Leuchtturm bereits vor Jahren gesehen. Und tatsächlich: Wir waren schon am 21. Juni 2017 hier. Damals stand der Turm allerdings noch an seinem ursprünglichen Platz. Inzwischen wurde er spektakulär um rund 70 Meter landeinwärts versetzt, um ihn vor dem Absturz ins Meer zu bewahren.
Der Rubjerg Knude Fyr wurde 1900 auf einer rund 60 Meter hohen Steilküste errichtet. Damals ahnte niemand, dass der Wind hier einmal das Sagen übernehmen würde. Der feine Sand wurde über die Jahre gegen die Gebäude geweht und türmte sich zu gewaltigen Dünen auf. Der Gemüsegarten des Leuchtturmwärters verschwand unter dem Sand, der Brunnen wurde zugeschüttet und sogar die Sicht auf das Leuchtfeuer wurde zunehmend beeinträchtigt. Ausgerechnet die Versuche, die Dünen mit Strandhafer zu stabilisieren, machten das Problem noch grösser. 1968 wurde das Licht des 23 Meter hohen Turms endgültig gelöscht. Früher war es bei klarer Sicht bis zu 42 Kilometer weit zu erkennen.
Mein Spaziergang zum Leuchtturm führte über etwa 1,5 Kilometer durch eine beeindruckende Dünenlandschaft. Die sanften Sandberge, die steilen Abbruchkanten zur Nordsee und die unberührte Morgenstimmung verliehen dem Ort etwas fast Schönes. Das Beste daran: Ich hatte den Weg praktisch für mich allein. Keine Reisegruppen, kein Gedränge – nur Wind, Sand und das Rauschen der Wellen.
Anschliessend rollten wir mit ObeliX weiter Richtung Gjøl. Die Strecke führte durch die weiten Landschaften Nordjütlands, die unter dem grauen Himmel fast ein wenig melancholisch wirkten. Unser Stellplatz in Gjøl gefiel uns auf Anhieb. Leider hatte Petrus andere Pläne und schickte den Regen gleich für den ganzen Tag vorbei.
Also wurde aus dem geplanten Entdeckungstag ein gemütlicher Faulenzertag. Ich nutzte die Gelegenheit für die vermutlich letzte Wäsche dieser Reise, während draussen die Tropfen auf ObeliX trommelten. Danach machten wir es uns mit Blick auf den Limfjord bequem, genossen die herrliche Ruhe und liessen die Welt einfach Welt sein. Manchmal sind genau diese unspektakulären Tage die schönsten. 😊Read more
Løkken: Südwärts mit Bunkerblick
Jun 2–3 in Denmark ⋅ ☁️ 18 °C
Heute geht es für uns wieder ein Stück weiter Richtung Süden – allerdings ganz gemütlich, nur rund 80 Kilometer. Langsam rückt die Heimat näher. Während ich mich ehrlich gesagt schon auf mein eigenes Bett, die vertrauten vier Wände und all die kleinen Dinge daheim freue 😊, könnte Roger vermutlich noch wochenlang mit ObeliX durch die Gegend rollen.
In Løkken angekommen, zieht es uns direkt an den Strand. Der breite Sandstrand erstreckt sich kilometerweit entlang der Nordsee und wird vom Wind ständig neu geformt.
Auf unserem Spaziergang kommen wir an den bekannten Bunkern von Løkken vorbei. Sie gehören zur ehemaligen Küstenbatterie Løkken-Nord, die 1943 als Teil des Atlantikwalls von der deutschen Kriegsmarine errichtet wurde. Damals sollten die Befestigungen eine möglicheInvasion der Alliierten abwehren. Heute zeigt die Natur eindrucksvoll, wer am Ende gewinnt: Viele der massiven Betonkolosse, die einst hoch oben in den Dünen standen, wurden durch Wind, Wetter und die stetige Küstenerosion teilweise ins Meer befördert. Manche liegen heute schief im Sand, andere werden regelmässig von den Wellen umspült – ein ziemlich spektakulärer Anblick und gleichzeitig ein stilles Stück Geschichte.
Anschliessend schlendern wir ins Zentrum von Løkken. Das ehemalige Fischerdorf hat sich seinen Charme bewahrt. Rund um den Marktplatz laden kleine Cafés, Strassenkneipen und Geschäfte zum Verweilen ein. Alles wirkt entspannt und unaufgeregt – genau so, wie man sich einen Urlaubsort an der dänischen Nordseeküste vorstellt.
Für den Rückweg wählen wir dann nicht mehr den Strand. Wir entdecken noch die Kirche von Løkken. Die Løkken Kirke ist eine markante Stadtkirche im neugotischen Stil, die 1898 nach den Plänen des Architekten Axel Møller erbaut wurde. Der rote Backsteinbau besteht aus einem Chor, einem Kirchenschiff und einem 25 Meter hohen Kirchturm. Typisch für die Neugotik sind die Spitzbogenfenster und die Treppenfriese unterhalb der Dachlinie. Aufgrund des starken Bevölkerungswachstums durch die florierende Fischerei im 17. und 18. Jahrhundert reichte die alte Furreby-Kirche aus dem 13. Jahrhundert nicht mehr aus. Als eigenständige Kirche für die Gemeinde wurde die Løkken Kirke errichtet. Nach all den gewaltigen Dünen, den rauen Bunkern und der tosenden Nordsee wirkt die Kirche fast wie ein Ruhepol mitten im Ort. Ein kurzer Stopp, ein paar Fotos – und schon geht es weiter. Manchmal sind es gerade diese unscheinbaren Entdeckungen am Wegesrand, die einen Reisetag abrunden. 😊
Und morgen wartet bereits das nächste Highlight: der Rubjerg Knude Fyr. Wir waren zwar schon einmal dort, aber dieser Leuchtturm bleibt einfach beeindruckend. Jahrzehntelang kämpfte er gegen die wandernden Sanddünen, bis er 2019 sogar spektakulär um 70 Meter ins Landesinnere versetzt wurde, um ihn vor dem Absturz ins Meer zu retten. Manche Sehenswürdigkeiten schaut man sich eben gerne mehr als einmal an. 😉Read more
Zwischen Leuchtturm und Fischbuffet
June 1 in Denmark ⋅ ☀️ 14 °C
Heute stand eine Velotour auf dem Programm. Um 11 Uhr schwangen Roger und ich uns bei bestem Wetter (Gott sei Dank hatte das Wetterapp wieder mal falsch prognostiziert) auf unsere Drahtesel auf den Weg Richtung Skagens berühmtester Sehenswürdigkeiten. 🚴♀️🚴♂️
Die Strecke führte durch eine beeindruckende Dünenlandschaft mit Heideflächen, Strandhafer und knorrigen Kiefern. Die Natur hier oben wirkt gleichzeitig rau und friedlich – als hätte jemand beschlossen, Wind, Sand und Meer in perfekter Balance zu mischen.
Erstes Ziel war der Grå Fyr. Der Leuchtturm wurde 1858 erbaut und ist mit 46 Metern der zweithöchste Leuchtturm Dänemarks. Heute beherbergt er auch ein Vogelzentrum, denn die Gegend zählt zu den wichtigsten Vogelzugrouten Nordeuropas. Eigentlich hätten wir den Turm besteigen können, doch bereits auf dem Veloweg zeigte sich: Ganz Skagen hatte offenbar dieselbe Idee wie wir. Es herrschte beinahe Veloweg-Stau. 😄 Angesichts der Menschenmassen verzichteten wir auf den Aufstieg und rollten lieber weiter.
Zum Skagen Grå Fyr:
Bis zur oberen Plattform des Leuchtturms „Skagen Fyr" müsste man sich anstrengen, denn es sind genau 210 Stufen zu bewältigen. Wenn wir es geschafft hätten wären wir mit einer tollen Aussicht auf das Städtchen Skagen sowie Kattegat und Skagerrak belohnt worden. Der Leuchtturm ist 46 m hoch. Der 1858 gebaute „Graue Leuchtturm", wie er im Volksmund heisst, löste den „Weißen Leuchtturm" ab. Entworfen wurde er vom bekannten Architekten N. S. Nebelong, der auch Leuchttürme auf den Inseln Samsø und Sejerø konzipiert hat. Zum Zeitpunkt seiner Entstehung lag er von Skagerrak und Kattegat gleich weit entfernt, doch weil sich die Landzunge ständig verändert, liegt er heute näher an Letzterem. Nach seinem Bau konnten die Schiffe die Landzunge sicher umrunden. Das bekamen auch die Einwohner von Skagen zu spüren, die bis dato gutes Geld durch Hilfsdienste für gestrandete Schiffe verdient hatten. Aber das machte nicht viel, denn nachher begannen sie, ihre Fischfangflotte zu modernisieren. Im Jahre 2014 ging der Leuchtturm in staatlichen Besitz über und anstatt
vorbeifahrende Schiffe zu warnen, dient er nun als Vogelausstellung. Hier wird einem bewusst, welche Bedeutung diese Gegend für Zugvögel hat.
Nächster Halt: Grenen, die Nordspitze Dänemarks. Hier treffen das Skagerrak der Nordsee und das Kattegat der Ostsee aufeinander. Die beiden Meere prallen sichtbar aufeinander, und mit etwas Glück erkennt man sogar unterschiedliche Strömungen. Das Spektakel wollten natürlich nicht nur wir sehen. Touristen wohin das Auge blickte! Wer nicht laufen wollte, liess sich bequem von den berühmten „Sandormen“ – traktorgezogenen Wagen – bis zur Spitze chauffieren. Wir kämpften uns zu Fuss durch die Menschenmenge und genossen trotzdem den besonderen Moment am nördlichsten Punkt Dänemarks. 🌊
Anschliessend machten wir uns auf die Suche nach dem Højen Fyr. Google Maps war überzeugt, dass er dort stehen müsse. Wir waren ebenfalls überzeugt. Der Leuchtturm offenbar nicht. Nach einigem Suchen mussten wir feststellen: Das Bauwerk existiert längst nicht mehr. Tja, manchmal weiss selbst Google nicht alles. 🤷♀️
Mittlerweile meldete sich der Hunger deutlich zu Wort. Also ging es zurück nach Skagen ins Wittco Fisk Restaurant. Vor neun Jahren hatten wir dort bereits hervorragend gegessen – und manche Erinnerungen sollte man unbedingt überprüfen. Das Ergebnis: Volltreffer! 🎯 Das Fischbuffet war ausgezeichnet, und ich genoss jede einzelne Runde am Buffet. Roger entschied sich für ein klassisches offenes Crevetten-Sandwich, das ebenfalls hervorragend schmeckte.
Als kleine Entschädigung für den verschwundenen Højen Fyr hielt der Rückweg dann doch noch zwei Überraschungen für uns bereit. 😊 In Skagen entdeckten wir den Det Hvide Fyr (den „Weissen Leuchtturm“). Er wurde bereits 1747 erbaut und gilt als Dänemarks erster gemauerter Leuchtturm. Damals brannte auf seiner Spitze noch ein offenes Kohlefeuer, das den Seeleuten den Weg weisen sollte. Heute ist er längst ausser Betrieb, steht aber als historisches Wahrzeichen stolz auf seinem Hügel und erinnert an die Anfänge der modernen Schifffahrt in Dänemark. ⚓
Und als wäre das nicht schon genug Leuchtturm-Nachschlag, begegneten wir auch noch einem Fyrbakken. Das Wort bedeutet übersetzt etwa „Leuchtturmhügel“. Diese erhöhten Punkte dienten früher dazu, Feuer- oder Leuchtsignale möglichst weit sichtbar zu machen. Gerade in der flachen Landschaft rund um Skagen waren solche Erhebungen von grosser Bedeutung für die Orientierung der Schiffe. Heute wirkt so ein Fyrbakken eher unscheinbar, doch mit etwas Fantasie kann man sich vorstellen, wie wichtig diese Hügel einst für die Seefahrer gewesen sein müssen.
So kamen wir am Ende doch noch zu unseren historischen Leuchtturm-Erlebnissen – ganz ohne den verschwundenen Højen Fyr. Manchmal findet man die schönsten Entdeckungen eben genau dort, wo man gar nicht mehr danach sucht. 😄
So endete ein Tag zwischen Leuchttürmen, Menschenmassen, verschwundenen Sehenswürdigkeiten und kulinarischen Glücksmomenten.Read more
Skagen - Schiffe gucken statt Kilometer fressen
May 31–Jun 2 in Denmark ⋅ ☁️ 13 °C
Heute gönnen wir ObeliX und uns eine echte Kurzstrecke: Von Frederikshavn nach Skagen sind es gerade einmal knapp 50 Kilometer 😊.
In Skagen erwartet uns eine kleine Premiere: Wir stehen ausnahmsweise auf einem Campingplatz mit schön parzellierten Stellflächen. Eigentlich sind Roger und ich ja eher die klassischen Stellplatzmenschen. Strom, externe Duschen und WCs brauchen wir selten, schliesslich hat ObeliX alles dabei. Trotzdem schadet ein wenig Campingplatz-Luxus zwischendurch nicht – auch wenn wir uns dabei fast ein bisschen wie Fremdgänger fühlen 😉.
Nach einem gemütlichen Spätfrühstück machen wir uns auf den Weg zum Strand. Dort fällt sofort auf, wie viele Schiffe vor der Küste unterwegs sind. Leider kreuzen sie nicht direkt vor unserer Nase, sondern eher am Horizont. Mit dem 5-fach-Zoom lassen sie sich aber immerhin erkennen. Ein Blick auf den Schiffstracker bestätigt den Eindruck: Hier herrscht reger Verkehr. Kein Wunder, denn Skagen liegt dort, wo Nordsee und Ostsee aufeinandertreffen – einer der meistbefahrenen Schifffahrtswege Europas.
Das Wetter zeigt sich heute etwas zurückhaltend. Die Wolken haben klar die Mehrheit, während die Sonne nur gelegentlich zwischen ihnen hervorlugt und kurz «Hallo» sagt, bevor sie sich wieder versteckt. Für einen Strandspaziergang reicht das aber völlig aus.
Schon von Weitem entdecken wir den Skagen Grå Fyr, den wir morgen besuchen wollen. Mit seinen 46 Metern ist er der zweithöchste Leuchtturm Dänemarks und seit 1858 ein wichtiger Orientierungspunkt für die Schifffahrt. Direkt am Strand liegen zudem die Überreste der Skagen Batterie. Die alten Bunker stammen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs und erinnern daran, dass die friedliche Küstenlandschaft einst eine ganz andere Rolle spielte.
Heute bleibt es aber friedlich: Meeresrauschen, frische Seeluft, Schiffe am Horizont und ein gemütlicher Spaziergang. Manchmal braucht es für einen gelungenen Reisetag eben gar nicht mehr als 50 Kilometer. 🚐🌊
Weiteres zu der SKAGEN-BATTERIE:
Die Bunker am Strand hier sind die Überreste einer deutschen Küstenbatterie aus dem Zweiten Weltkrieg. Diese Batterie wurde von der deutschen Marine betrieben und hatte die Aufgabe, den Hafen in Skagen vor einem Angriff zu schützen. Die Batterie war mit vier 12-cm-Küstenkanonen mit einer Reichweite von 10 km ausgerüstet. Die Waffen, die von den dänischen Streitkräften „ausgeliehen“ worden waren, standen bereit für den Einsatz im Juni 1940. Bis zum Herbst 1942 bestanden die Batteriegebäude aus Holzbaracken und die Geschütze wurden in offenen Stellungen mit Betonfundamenten aufgestellt Feuerplattformen. Die ersten massiven Betonbunker mit 2 Meter dicken Wänden und Dächern wurden im September 1942 errichtet. Insgesamt wurden an dieser Stellung 28 Bunker errichtet, darunter 16 mit 2 Meter dicken Wänden und Dächern. Anfang 1944 erhielt die Batterie vier zusätzliche Geschütze desselben Typs wie die alten. Die neuen Geschütze wurden in offenen Stellungen auf Betonfeuerplattformen aufgestellt hinter der Batterie (neben der Fyrvej). Damit sollte sichergestellt werden, dass die Batterie auch nach der Verlegung der alten Geschütze in Betonbunker noch in Richtung Westen feuern konnte. Seit Kriegsende hat das Meer die Küste entlang der Ostküste um 40 Meter abgetragen. Auf der Seite von „Grenen“ – der Landzunge an der Küste – also die erste Reihe von Bunkern, bestehend aus vier Geschützstellungen und die Feuerleitbunker wurden freigespült und sind nun am Strand vollständig zu sehen.Read more
Frederikshavn? Eher Schlafhavn 😴
May 30–31 in Denmark ⋅ 🌬 16 °C
Heute heisst es Kilometer fressen! Mit ObeliX legen Roger und ich über 200 Kilometer zurück und machen uns auf den Weg nach Frederikshavn, ganz im Norden Jütlands. Alles wirkt grosszügig, ruhig und irgendwie endlos – genau die Art von Landschaft, bei der man entspannt dahinrollt und plötzlich feststellt, dass schon wieder 50 Kilometer vergangen sind. 🚐
Bereits vor 12 Uhr erreichen wir unseren Stellplatz. Das läuft ja fast schon verdächtig effizient! Also schnüren wir die Schuhe und machen uns auf den Weg in die Stadt. Frederikshavn entstand als wichtiger Fähr- und Handelshafen und ist heute vor allem als Tor nach Norwegen, Schweden und zur Insel Læsø bekannt. Entsprechend hatten wir uns auf eine lebendige Hafenstadt gefreut.
Leider folgt die Ernüchterung ziemlich schnell. Die Fussgängerzone ist erstaunlich unbelebt, viele Geschäfte stehen leer oder sind zu vermieten, einige sogar gleich zu verkaufen. Und als wir feststellen, dass am Samstag bereits um 14 Uhr fast alles geschlossen hat, wird die Stimmung nicht gerade besser. Irgendwie hat die Stadt heute eher den Eindruck gemacht, als hätte sie beschlossen, kollektiv Mittagsschlaf zu halten. 😄
Naja, wenigstens haben wir uns bewegt, frische Seeluft geschnuppert und ein paar Schritte gesammelt. Man kann schliesslich nicht jeden Tag einen Volltreffer landen. Morgen wartet Skagen auf uns – und vielleicht etwas mehr Leben als heute.Read more
Schleuse, Sonne und Grillduft
May 29–30 in Denmark ⋅ ☁️ 16 °C
Heute rollen wir mit ObeliX von Egå weiter nach Øer. Je weiter wir Richtung Djursland kommen, desto hügeliger wird die Landschaft. Für dänische Verhältnisse fast schon „Alpen light“ 😊.
Unser Stellplatz in Øer ist dann ein echter Volltreffer: direkt an der Schleuse zum Hafengelände. Immer wieder tuckern kleinere und mittlere Boote vorbei. Wir stehen ganz alleine hier... und haben sofort wieder dieses Feriengefühl, bei dem man plötzlich vergisst, welcher Wochentag überhaupt ist. Notabene haben wir ja gar keine Ferien mehr... da wir nicht mehr arbeiten.
Dazu weiterhin Traumwetter! ☀️ Angeblich soll es nächste Woche schlechter werden… aber wir ignorieren diese Gerüchte jetzt einfach mal professionell.
Am Nachmittag mache ich noch einen Spaziergang in den Nationalpark Mols Bjerge. Der Name klingt zwar nach dramatischen Hochgebirgen, aber die „Bjerge“ sind eher gemütliche dänische Hügel 😄 Trotzdem ist die Landschaft wunderschön: Heideflächen, Wälder, Wiesen und immer wieder Aussichtspunkte mit Blick über die Ostsee. Der Nationalpark wurde 2009 gegründet und gilt als eine der abwechslungsreichsten Naturlandschaften Dänemarks. Hier leben seltene Pflanzen, Wildpferde und unzählige Vogelarten.
Roger bleibt währenddessen lieber bei ObeliX. Er traut den Komoot-Routen noch nicht so ganz 😅 Wahrscheinlich sieht er mich schon irgendwo mitten im Wald enden, während ich begeistert sage: „Der Weg wäre theoretisch hier!“
Am Abend wird dann aber alles perfekt: Roger wirft den Grill an und zaubert ein hervorragendes Stück Fleisch auf den Teller. Ich sage wie es ist: Roger ist und bleibt der beste Grillmeister 🔥🥩 Da kann jede Hafenkneipe einpacken.Read more
Aarhus, Velo & gute Laune 🚴☀️
May 28–29 in Denmark ⋅ ☁️ 16 °C
Heute zieht es ObeliX weiter Richtung Norden bis nach Egå. Die Fahrt dorthin ist richtig schön und gemütlich, obwohl wir doch geradezu viel fahren, 90 km! Das Wetter bleibt weiterhin absolut traumhaft — Sonne satt und fast schon verdächtig wenig Wind.
Kaum angekommen, schwingen wir uns aufs Velo und fahren nach Aarhus. Mir gefällt die Route eigentlich richtig gut, Roger bezeichnet sie eher als Fehlplanung der Routenführung von "Koomot“ 🤣. Ich geniesse während dessen gemütlich die Aussicht. Teamharmonie auf zwei Rädern eben.
Dazu kommt: Aarhus ist definitiv eine Velostadt 🚴♀️🚴♂️ (eigentlich ganz Dänemark). Überall gibt es Velowege — breite, schmale, rote, eigene Spuren neben der Strasse… eigentlich ein Paradies für Zweiräder. Aber genau deshalb sind auch gefühlt halb Dänemark und sämtliche Studenten gleichzeitig unterwegs 😄 An manchen Kreuzungen hat man kurz das Gefühl, mitten im Berufsverkehr zu stehen — einfach ohne Autos. Velo-Stau statt Autobahn-Stau! 🤣
Aarhus selbst gefällt mir dafür umso besser. Die Stadt wirkt jung, lebendig und irgendwie entspannt cool. Überall sitzen Leute draussen vor Cafés, Bars und kleinen Restaurants, trinken Kaffee oder ein Feierabendbier und geniessen die Sonne. Die Fussgängerzone ist riesig und voller Leben — man merkt sofort, dass Aarhus eine bedeutende Universitätsstadt ist.
Unterwegs kommen wir am Schloss Marselisborg vorbei, der Sommerresidenz der dänischen Königsfamilie. Wenn die Königsfamilie nicht dort ist, darf man sogar durch den Schlosspark spazieren. Danach radeln wir entlang der wunderschönen Aarhus-Bucht mit ihren modernen Gebäuden und dem Hafenflair. Besonders lustig fanden wir die „Unendliche Brücke“ — offiziell ein kreisförmiger Steg ins Wasser. Unendlich ist sie zwar nicht, aber immerhin läuft man im Kreis 😄
Auch die moderne St.-Lukas-Kirche fällt sofort auf. Ganz anders als die typischen alten Backsteinkirchen in Dänemark. Und natürlich sehen wir auch das berühmte Aarhus Kunstmuseum ARoS mit seinem riesigen bunten Rundgang auf dem Dach. Das Kunstwerk heisst „Your rainbow panorama“ und gehört inzwischen fast schon zum Wahrzeichen der Stadt.
Nach knapp 30 km kommen wir wieder bei ObeliX an. Beine zufrieden, Akku leer, Stimmung bestens 😊. Den Rest des Nachmittags geniessen wir gemütlich vor dem Wohnmobil (direkt neben einem gut frequentierten Kinder-Spielplatz 🙉).Read more
Zwischen Hafen und Hochzeitspanik
May 27–28 in Denmark ⋅ ⛅ 17 °C
Heute hiess es Abschied nehmen von Annette und Jochen 😢. Aber wie eigentlich immer war das Treffen einfach wunderbar – gute Gespräche und dieses gemütliche Zusammensein, bei dem die Zeit viel zu schnell vergeht. Morgen ziehen die beiden weiter Richtung Hirtshals. 🎣😄.
Für uns geht es mit ObeliX nordwärts durch Jütland. Eigentlich wollten wir bis Aarhus fahren, aber daraus wurde nichts. Erst musste nochmals LPG getankt werden – ObeliX hat schliesslich auch Durst 😉 – und am Ende landeten wir in Juelsminde.
Juelsminde liegt malerisch an der Ostküste Jütlands und ist bekannt für seinen gemütlichen Hafen und die Marina. Der Ort entstand ursprünglich als Fähr- und Handelshafen und lebt heute stark vom Tourismus und vom Wassersport. Der Stellplatz direkt am Hafen wäre eigentlich richtig schön gewesen… allerdings fehlen momentan gefühlt zwei Drittel der Plätze, weil gross umgebaut wird 🚧. Naja, man kann nicht alles haben, wir haben einen der vier Plätze ergattert.
Nach einem kleinen Einkauf passierte dann das, wovor man sich vor einer Hochzeitseinladung eigentlich fürchtet: Ich erinnerte mich plötzlich daran, dass wir am 20. Juni bei Wolf und Sandra an ein Hochzeitsfest eingeladen sind… und ich von zuhause absolut nichts Passendes eingepackt habe 😳. Ganz schlechte Kombination: spontane Shoppingaktion in Dänemark. Das bedeutet meistens entweder „nichts Schönes“ oder „schön, aber aua fürs Portemonnaie“.
Die reduzierten Kleider draussen vor dem Laden waren jedenfalls eher Kategorie „Vorhang trifft Gartenfest“. Drinnen allerdings blieb mein Blick sofort an einem richtig schönen Outfit hängen. Also Roger in den Laden gerufen und er kommt ungern rein. Aber dann sein Kommentar: „Das ist aber cool.“ Tja… bis ich das Preisschild sah 😵. Ich glaube, kurz hat sich mein Kreislauf verabschiedet.
Die Verkäuferin brachte dann noch günstigere Alternativen. Auch teuer. Aber eben… etwas weniger teuer 😅. Nach gefühlt hundertmal Anprobieren und grossem Grössen-Drama – Hose in S, Oberteil in M – stand die Entscheidung fest. Gekauft. Fertig. Diskussion beendet.
Ab sofort gibt’s also Sparprogramm in ObeliX 😄. Billigste Küche. Klöpferhaut mit Gschwellti… oder irgend sowas in der Art. Hauptsache: Ich habe jetzt etwas zum Anziehen für die Hochzeit von Wolf und Sandra! Prioritäten müssen gesetzt werden 😉.
Direkt am Hafen entdeckten wir später noch einen Glacestand 🍦. Wir schauten kurz hin… rechneten innerlich den Preis des Outfits gegen… und liefen dann ganz tapfer weiter 😂.Read more

Traveler
Ganz links steht dir sehr gut! Und man lebt nur einmal da darf es auch mal etwas teurer sein. Das Outfit kannst du ja mehrfach tragen. Nicht nur zu einer Hochzeitsfeier
Freundetreffen in Fredericia
May 26 in Denmark ⋅ ☀️ 23 °C
Heute passiert in Fredericia mal etwas völlig Verrücktes: Wir schlafen aus 😄 Keine Fähre, kein Leuchtturm, kein „nur schnell noch 80 Kilometer“. Stattdessen ein gemütlicher Start in den Tag. Danach geht’s kurz zum Einkaufen.
Der eigentliche Höhepunkt des Tages kommt aber am Nachmittag: Unsere liebsten Freunde Annette und Jochen treffen ein 🎉 Da wird natürlich erst einmal erzählt, gelacht und gefachsimelt. Am Abend gehen wir dann zum ersten Mal auf dieser Reise so richtig gut auswärts essen — und wow… das Essen war wirklich sensationell. Kein Campingstuhl, kein Plastikteller, kein „das geht schon noch“. Einfach richtig fein und richtig lecker 😋
https://cozy-fredericia.dk/
Später sitzen wir noch zusammen vor ObeliX, plaudern und geniessen den Abend, bis die dänische Frische langsam übernimmt. Irgendwann kriecht die Kälte dann doch in die Jackenärmel — typisch Skandinavien: tagsüber freundlich, abends Erinnerung daran, wo man geografisch eigentlich gerade ist 😄.
Morgen trennen sich unsere Wege dann wieder. Annette und Jochen fahren weiter nach Hirtshals und setzen mit der Fähre nach Bergen über. Dort wartet Norwegen — und vor allem jede Menge Fisch 🎣 Wir wissen jetzt schon: Wenn wir uns später wieder in Alsfeld treffen, gibt’s hoffentlich feinen norwegischen Fisch auf den Teller 😄. Für uns geht die Reise dagegen gemütlich weiter Richtung Aarhus. Mal schauen, welche Ecken Dänemarks noch auf uns warten.Read more
Fredericia - und Abschied von Fünen (Fyn) 🚴☀️
May 25–26 in Denmark ⋅ 🌬 23 °C
Heute heisst es Abschied nehmen von Fünen - mit ObeliX rollen wir Richtung Fredericia. 😄
Bevor wir aber auf dem Stellplatz ankommen, gibt’s erst mal einen wichtigen Zwischenhalt: Vorräte auffüllen! Der Kühlschrank in ObeliX hatte nämlich bereits dezent angedeutet, dass Getränke, Brot und die „kleinen Snacks für zwischendurch“ langsam zur Neige gehen 😅 Erstaunlich: Obwohl heute auch in Dänemark Pfingstmontag ist, haben viele Läden trotzdem geöffnet. Sehr praktisch für reisende Wohnmobilbesatzungen mit akutem Einkaufsbedarf.
In Fredericia schwingen Roger und ich uns aufs Velo und radeln ins Zentrum. Die Stadt wurde bereits 1650 als Festungsstadt gegründet und ist bis heute von beeindruckenden Wallanlagen umgeben. Besonders auffällig ist der „Hvide Vandtårn“, der weisse Wasserturm. Er steht wie ein riesiger Sahneklecks über der Stadt und diente früher tatsächlich als Teil der Wasserversorgung. Auch die gut erhaltenen Festungsanlagen und das historische Stadttor „Prinsens Port“ erinnern daran, dass Fredericia früher militärisch enorm wichtig war.
Mitten in der Stadt steht auch der berühmte „Landsoldaten“ – eine Statue eines einfachen dänischen Soldaten. Sie wurde 1858 errichtet und gilt als das erste Denkmal Dänemarks für den gewöhnlichen Soldaten und nicht für einen König oder General. Der Mann wirkt fast so, als würde er gemütlich durch die Stadt spazieren. Roger meinte nur trocken: „Der sieht entspannter aus als wir nach dem Einkauf“ 😄
Danach zieht es uns weiter Richtung Hafen. Dort liegt eine riesige AIDAbella am Kai – ein schwimmendes Hochhaus mit Balkonen. Am grossen Strand von Fredericia herrscht richtig Betrieb: Familien, Sonnenhungrige, Kinder im Wasser und tatsächlich auch Leute, die freiwillig baden gehen. Beim Zuschauen bekomme ich schon Gänsehaut. Die Ostsee hat definitiv eine andere Vorstellung von „angenehmer Badetemperatur“ als ich 🥶
Am Abend geniessen wir die warme Sonne gemütlich vor ObeliX. Kein Stress, kein Zeitplan, einfach sitzen, schauen und den Tag ausklingen lassen.Read more
Krabbenrennen - kl. Velotour - Faulenzen
May 24 in Denmark ⋅ ☁️ 16 °C
Assens: Kirche und Krebse
May 23 in Denmark ⋅ ☀️ 21 °C
Heute liessen wir es gemütlich angehen und schliefen erst einmal ordentlich aus – Ferienprofis eben 😄 Danach spazierten wir von unserem Stellplatz Richtung Altstadt. Die Kirche von Assens zeigte sich leider nur halbherzig, denn wegen Renovationsarbeiten versteckte sich das meiste Gebäude hinter Gerüsten. Immerhin ragte der Kirchturm tapfer in den Himmel. Die Kirche stammt ursprünglich aus dem Mittelalter und prägt das Stadtbild von Assens seit Jahrhunderten.
Das Städtchen selbst war überraschend lebhaft. Überall sassen Leute draussen in der Sonne, tranken Kaffee, assen Eis oder genossen einfach das dänische Hafenleben. Uns gefielen die schmalen Gassen mit den bunten Häusern und den kleinen Cafés 🌞.
Offenbar fand heute auch ein Orientierungslauf statt. Dutzende meist ältere Herren mit hochroten Köpfen und Landkarten in der Hand flitzten im Zickzackkurs durch die Straßen 🏃♂️💨. Die meisten wirkten hochkonzentriert, wir glauben es ging um viel 😄.
Roger und ich waren uns jedenfalls einig: Schon beim Zuschauen wurden wir müde.
Zurück bei ObeliX genossen wir den späteren Nachmittag gemütlich in der Sonne und beobachteten die Segelboote und die kleinen + grösseren Motor-Boote beim Ein- und Ausfahren im Hafen.
Dann gibts noch direkt vor unserem Wohnmobil einen Steg mit erstaunlich vielen kleinen Krebsen. Den ganzen Nachmittag kamen Familien mit Kindern vorbei, bewaffnet mit Schnüren, Klammern und Eimern. Die Krebse werden hier allerdings nicht gegessen. Stattdessen gibt es am Ende ein grosses „Krebserennen“: Alle Kinder setzen ihre Fangobjekte gleichzeitig in eine kleine Vorrichtung und öffnen zusammen die Klappen. Danach wuseln die Krebse in alle Richtungen zurück ins Wasser 🦀
Das Rennen war übrigens deutlich chaotischer als jede Formel 1 – aber vermutlich mit sympathischeren Teilnehmern.Read more
Assens - Hafenkino
May 22–24 in Denmark ⋅ ☁️ 19 °C
Heute geht’s von Ballen nach Assens – wieder einmal direkt an den Hafen 😊.
In Assens angekommen, parken wir ObeliX erneut mit bester Aussicht aufs Wasser. Viel Programm gibt’s heute allerdings nicht – ausser Wäsche waschen 😄. Während die Maschine arbeitet, übernehmen wir die wichtige Aufgabe des professionellen Hafenzuschauens. Und das ist überraschend unterhaltsam: Ein Boot wird mit dem Kran ins Wasser gehievt, ein anderer Besitzer kämpft konzentriert mit seinem Mast, während rundherum Möwen kommentieren, als wären sie die Hafenaufsicht.
Assens liegt übrigens auf der Insel Fünen und war früher ein bedeutender Handelsort. Noch heute wirkt der kleine Hafen lebendig und gemütlich zugleich. Besonders schön sollen die alten Häuser im Zentrum sein. Morgen machen wir einen Stadtspaziergang 😉.
Den Rest des Tages verbringen wir ganz unspektakulär: sitzen in der Sonne, schauen aufs Wasser, beobachten das Hafenkino und geniessen einfach das süsse Nichtstun.Read more





































































































































































































































































































TravelerHaben wir uns heute fast gekreuzt? Mir hat es sehr gut gefallen in dieser Gegend. Auch ohne Womo!