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  • Day14

    Independence Day

    July 4, 2009 in the United States ⋅ 19 °C

    Unser Aufenthalt in Kingman soll vor allem Maltes Genesung dienen. Morgens geht es ihm dann auch ganz gut, und wir frühstücken ein wenig mit dem Zeug aus dem nahen Supermarkt. Unser Motel 6 liegt direkt am Ostausgang von Kingman, unmittelbar an der Route 66. Wir sind ja in Arizona, und hier wird die Route tatsächlich auch noch als offizielle Straße angesehen, während sie nebenan in Nevada eher als eine »historische« und unter Denkmalschutz stehende Straße betrachtet wird. Die vereinigten Staaten haben, im Detail betrachtet, dann doch so manche Unterschiede in der Handhabung vieler Dinge.

    Wir beschließen, erst einmal ostwärts zu fahren und mal zu schauen, was am heutigen Nationalfeiertag überhaupt auf Amerikas Straßen so los ist. Einige Meilen weiter versuchen wir erfolglos zwei Geocaches zu heben. Auf der benachbarten Eisenbahnlinie ist absoluter Totentanz, auch wenn hier nachts richtig was los war. Erst hinter Hackberry und Valentine sieht Maike, die Malte am Steuer vertreten muss, einen Zug auf uns zukommen und tritt geistesgegenwärtig auf die Bremse. Großartigerweise befindet sich neben uns ein absolut akzeptabler Fotopunkt, so dass der heutige Tag gleich mit einem hübschen Eisenbahnfoto beginnen kann.

    Bald darauf erreichen wir das kleine Örtchen Seligman, das heutzutage in erster Linie vom Route-66-Tourismus lebt. In einem Diner lassen wir uns es erst einmal wieder so richtig gutgehen.

    Über die Interstate 40 fahren wir daraufhin westwärts zurück nach Kingman. Während Maike etwas döst, besucht Malte trotz nach wie vor dicken Kopfs den Kingman Canyon, wo er sich auf einer Felsspitze niederlässt und eine erste (und einzige) Begegnung mit einer amerikanischen Schlange hat. Die Sonne brennt vom Himmel, und fotogene Wölkchen kreisen am Firmament. Die kreisen leider immer noch, als irgendwann der erste Güterzug um die Ecke kommt, genau zwischen der Sonne und dem Zug. Etwas besser ist es 90 Minuten später, als der zweite Zug kommt. Der dritte Zug ist dann ganz im Schatten. Malte könnte kotzen.

    Abends entstehen ein paar Eisenbahnbilder im letzten Licht. Als wir in der Dunkelheit am Motel ankommen, dauert es nicht mehr lang, und Kingman startet sein offizielles Feuerwerk zum Unabhängigkeitstag. Die Amerikaner, mit denen wir auf der Straße stehen, schauen ganz andächtig zum Himmel. Nach einer Viertelstunde ist alles aus und wir gehen wieder zufrieden in unsere Zimmer.
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