Hotel Yildirim
19. august 2023, Tyrkiet ⋅ ☀️ 36 °C
Um halb sechs kriechen wir aus den Schlafsäcken, frühstücken, bauen das Zelt ab und machen uns gegen 7:15 Uhr im wahrsten Sinne des Wortes vom Acker. Und wie sollte es anders sein - die Navigationsgeräte führen uns weiterhin immer geradeaus und eine andere Möglichkeit lässt die Straßenführung auch kaum zu. In einem kleinen und scheinbar (noch) menschenleeren Ort treffen wir auf eine Gruppe von Eseln, die allein die Straße entlangspaziert. Bald geht es etwas bergauf und als wir über die Kuppe des erklommenen "Bergchens" schauen können, eröffnet sich der erste Blick auf den von uns planmäßig angesteuerten großen Salzsee, den Tuz Gölü. Auf schotteriger Piste rumpeln wir dem See entgegen, passieren währenddessen ein sehr ärmlich wirkendes Zeltlager. Die zwei Kinder, die zu uns an den Wegrand laufen und uns bettelnd ihre Hände entgegenstrecken, lassen uns vermuten, dass es sich um ein Flüchtlingslager handelt. Kurz vor Erreichen des Damms, der mit einer Länge von etwa 10km den Salzsee quert, kreuzt vor uns eine riesige und sehr gemischte Schaf- und Ziegenherde staubumhüllt den Weg. Die meisten Tiere nutzen ein kleines Wasserloch zum Stillen ihres Durstes, begleitet werden sie von einem Hirten auf einem Esel. Die Herde zieht weiter und auch wir setzen unseren Weg Richtung Damm fort. Der Tuz Gölü ist der zweitgrößte See der Türkei und gehört mit einem Salzgehalt von bis zu 37 Prozent zu den salzhaltigsten Seen der Welt. Jetzt im Sommer zeigt er sich weniger als See, sondern vielmehr als eine große weiße Fläche aus verkrustetem Salz, welches die Sonne wie Schnee glitzern lässt. Wir sind fasziniert von dieser surreal anmutenden Szenerie dieser weißen Wüste und beschließen, an diesem besonderen Ort eine Pause einzulegen. Ja, und wenn das Gewürz uns schon zu Füßen liegt, schneiden wir doch einen Salat dazu. Am Rand des Salzsees stellen wir unsere Stühle auf und streuen frisch "gepflücktes" Salz über unsere Gurken und Tomaten. Herrlich! Satt und mit reichlich Fotos im Gepäck radeln wir weiter den Damm entlang und lassen schließlich den Tuz Gölü hinter uns. Nach wenigen Kilometern erreichen wir unseren heutigen Zielort Şereflikoçhisar, wo wir nach inzwischen fünf heißen Tagen und Nächten ohne Dusche in einem Hotel einchecken wollen. Bei der Einfahrt in die Stadt hören wir laute Musik aus einer Seitenstraße, was Heiko zu dem folgenreichen Satz veranlasst: "Lass uns da mal reinfahren und gucken, was da los ist." Ja, und dann geht alles ganz schnell. Begleitet von einem Trommler und einem Flötisten werden wir willkommen geheißen im Rahmen der Festgesellschaft zu einer kurdischen Hochzeit. Bevor wir ernsthaft widersprechen können, sind uns schon zwei Plätze zugewiesen und wir werden mit verschiedenen Getränken versorgt. Zwei müffelnde, staubige, schwitzende Radler zwischen unzähligen herausgeputzten Hochzeitsgästen, na super. Wenige Minuten später steht eine leckere warme Mahlzeit vor uns auf dem Tisch, die wir uns schmecken lassen, parallel trudeln immer mehr Gäste ein. Immer wieder werden wir zwischendurch von verschiedenen Menschen, einschließlich der in ein rotes Glitzerkleid aus sehr viel Tüll gekleideten Braut Fatma gefragt, ob wir noch etwas wünschen. Wir haben uns bereits gefragt, wie aus der Nummer elegant wieder rauskommen, aber spätestens mit den ersten Aufforderungen zur Teilnahme an den traditionellen Tänzen wird unser Fluchttrieb sehr akut. Heiko schreibt ein paar nette Worte und Wünsche auf ein Foto von uns, welches wir mehrfach für Begegnungen wir diese in der Tasche haben. Wir steuern die Braut an und deuten an, dass wir weiterreisen müssen, übergeben das Bild und danken für die Gastfreundschaft. Auf Wunsch der Braut nehmen wir noch neben ihr auf dem roten "Thron" Platz, um uns von einer Gästemeute fotografieren zu lassen. Ob Fatma diesen Wunsch angesichts unseres Geruchs bereut hat? Wir wissen es nicht...! Nachdem wir den geordneten Rückzug angetreten haben, rollen wir die letzten Kilometer zum Hotel Yildirim. Wir checken ein und gönnen uns sowie unserer Kleidung ausgiebige Dusche/ Wäsche. Nun wären wir sich auch hochzeitstauglicher gewesen...! Den Abend verbringen wir in einem Restaurant und genießen zu guter Letzt das erste Baklava dieser Reise.Læs mere











Werner und SigridVielen Dank für deine Urlaubsberichte, wir freuen uns schon sehr auf weitere und lesen gerne weiter LG Mama
ClaudiaFreut mich, wenn es euch gefällt! LG zurück
RejsendeWow, ihr seid schon fast zwei Wochen unterwegs und das ist euer erstes Baklava? Wie ist das passiert? Wir stalken euch auch und freuen uns über die trotz Hitze und Anstrengung leichtfüßig geschriebenen Berichte.
ClaudiaVon Freiwilligkeit kann keine Rede sein..., das Baklava versteckt sich in diesem Urlaub gerne vor uns 😉