• Ein Bett im Kornfeld

    20 Ogos 2023, Turki ⋅ 🌙 28 °C

    Wir lassen es heute ruhig angehen, lassen uns Zeit beim Frühstück im Hotel und checken erst gehen 10 Uhr aus. Nach einem Einkauf starten wir schließlich um halb elf in die heutige Etappe. Nach den ersten 10km machen wir eine kurze Pause an einer Tankstelle, um uns mit einem kühlen Getränk zu erfrischen - natürlich wie so oft nicht ohne einen Smalltalk mit interessierten Leuten vor Ort. Täglich aufs Neue sind Heikos Kenntnisse der türkischen Sprache extrem wertvoll und hilfreich, ohne diese wären wir das eine oder andere Mal sogar recht aufgeschmissen gewesen. Kurz radeln wir nach unserer Rast entlang der Hauptstraße, dann folgen wir einem Abzweig in Richtung des ersten zu bezwingenden Berges. Nach einigen Tagen des Fahrens durch wüsten- und steppenartige Gegenden verändert sich die Landschaft nun merklich. Es wird wieder abwechslungsreicher, die Vegetation nimmt etwas zu, hier und da mischt sich etwas grün in die Wüstenfarben und auch vereinzelte Bäume schmücken die Natur.
    Eine Anhöhe mit Wasserstelle bewerten wir als idealen Pausenplatz und bauen unsere Stühle auf. Wir freuen uns über dieses herrliche Fleckchen und auch darüber, dass es heute nicht mehr ganz so heiß ist wie noch in den letzten Tagen. Etwas überraschend ist das Animationsprogramm, welches uns hier geboten wird. Kaum köchelt auf dem Gaskocher das Wasser für unseren Tee, kommen laut bellend und knurrend vier große Hunde auf uns zu gerannt. Nachdem sich kurzzeitig unser Puls dezent erhöht hat, entspannt sich die Lage wieder. Die Tiere machen vor allem Lärm, halten aber stets etwas Abstand zu uns. Und nach einigen Minuten sind wir ihnen scheinbar auch zu langweilig geworden, denn sie stellen das Bellen ein und dösen stattdessen in der Sonne oder begeben sich für ein kühles Bad in die Wasserstelle. Der nächste Programmpunkt ist eine Familie mit zwei Kindern, die im Auto vorbeikommt und bei uns anhält und etwas verweilt. Die Frau hat fünf Jahre in Deutschland gelebt, was die Konversation vereinfacht. Kaum hat sich die Familie verabschiedet, steht plötzlich eine Kuhherde mit einem reitenden Hirten aus Afghanistan hinter uns, die wenige Minuten später von einer großen Schaf- und Ziegenherde abgelöst wird. Über Langeweile können wir uns nicht beklagen. Ganz nebenbei läuft noch der Live-Ticker der 2. Bundesliga, das Ergebnis passt allerdings leider nicht zur herrlichen Pause, 2:4 verliert Holstein Kiel gegen Magdeburg. Wir rollen schließlich weiter auf teilweise unbefestigten, schotterigen und sandigen Wegen durch eine tolle Gegend. Kein Verkehr, eine leichte Brise, wunderschöne Natur, eine erneute Begegnung mit einem Fuchs - eine wahre Freude! Wir radeln am Ende weiter als gedacht, wozu sicher die kühleren Temperaturen beitragen, bei denen es sich deutlich leichter fahren lässt. Nach einem letzten Anstieg auf eine Höhe von 1358m machen wir schließlich Feierabend. Das Zelt stellen wir auf einem Stoppelfeld hinter einem Gebüsch auf, bei einer Tüte Chips bestaunen wir zuerst den Sonnenuntergang und dann die schmale Sichel des Mondes und den Sternenhimmel.
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