Stoppelfeld 3.0
21 Ogos 2023, Turki ⋅ ☀️ 31 °C
Wie jeden Morgen klingelt der Wecker in aller Frühe, bis zur Abfahrt wird es heute jedoch etwas länger dauern. Nach dem Frühstück checkt Heiko noch die Fahrräder durch, Claudia näht indes eine kaputte Hose. 10 Uhr ist es, als wir unsere fahrbaren Untersätze besteigen und uns auf den Weg machen. Die Morgenstunden genießen wir immer ganz besonders, sie haben so etwas herrlich Frisches, ja, fast Unverbrauchtes. Die Landschaft um uns herum zeigt sich weiterhin so schön wir schon am gestrigen Tag, euphorisch gestimmt radeln wir unseres Weges. Uns fällt auf, dass vermehrt Felsen, welche uns an skandinavische Schärenküsten erinnern, die Gegend prägen. Ein sehr großer Felsen mit begehbaren Höhlen und Gängen befindet sich genau gegenüber unseres auserkorenen Pausenplatzes. Im Schatten eines Baumes wollen wir uns eine Melone vom gegenüberliegenden Feld gönnen. Während unserer gestrigen Pause hatten wir erfahren, dass es im Gegensatz zu Deutschland in der Türkei überhaupt kein Problem sei und nichts mit Diebstahl zu tun hätte, sich auf dem Feld für eine Mahlzeit zu bedienen. Etwas peinlich ist dann allerdings, dass wir beim Aufschneiden der Frucht feststellen, dass es sich um einen Kürbis und nicht um eine Melone handelt. Zu unserer Verteidigung sei gesagt, dass eine verblüffende Ähnlichkeit zu den an den Obstständen erhältlichen Melonen besteht. Tja, was tun, wo die Ernte schon halbiert ist? Kurzerhand landet sie mit unserer letzten Stange Lauch von İsmail im Topf und wird zu einer sehr leckeren Kürbissuppe verarbeitet. Gut gesättigt treten wir die Weiterreise an. Heiko radelt seit gestern mit einem an seinen hinteren Packtaschen festgezurrten "Fahnenmast", an welchem die türkische und die deutsche Flagge wehen. Es scheint, als würde uns seitdem noch etwas mehr freundliche Aufmerksamkeit als vorher ohnehin schon zuteil, nicht selten wehen uns laute "Hallooo"-Rufe hinterher. Die Temperaturen am Nachmittag sind hoch und dazu hält der Weg im stetigen Wechsel kurze, aber steile Anstiege und Abfahrten für uns bereit. Gerade als wir im Rahmen einer kurzen Rast auf einer schattigen Bank laut aussprechen, dass wir inständig hoffen, noch irgendwo Wasser bekommen zu können, taucht ein älterer Herr auf und bietet uns selbiges an. Er schließt ein kleines Tor auf und ermöglicht uns den Zugang zu einem Wasserhahn mit Trinkwasser. Diese kleinen Begegnungen und die aufrichtige Freundlichkeit der Menschen begeistern uns jeden Tag aufs Neue. Eine weitere nette Begegnung ist abermals die mit einer Gruppe von Störchen, welche plötzlich unseren Weg kreuzt und schließlich abhebt und wunderschön durch die Lüfte segelt. Ein Stündchen fahren wir noch, bevor das dritte Mal in diesem Urlaub ein Stoppelfeld den Zuschlag erhält, von uns als Nachtlager okkupiert zu werden. Es ist noch recht früh, so dass wir noch Zeit haben, den einen oder anderen Tee zu trinken, zu lesen, zu dösen, faul zu sein. Wie immer erfolgt der Aufbau des Zeltes mit Eintreten der Dunkelheit und dann ist es auch recht bald Zeit, "Gute Nacht" zu sagen.Baca lagi










Werner und SigridWir freuen 🙂 uns auf jeden neuen Bericht und radeln in Gedanken ein wenig mit LG