• Kappadokien

    22 Ogos 2023, Turki ⋅ ☀️ 29 °C

    Es dauert unsere üblichen zwei Stunden, bis wir am Morgen die bepackten Fahrräder besteigen. Gegen acht Uhr nehmen wir die heutigen 50 km in Angriff, die uns nach Kappadokien führen werden. Es geht zunächst über einige Kilometer auf unbefestigter Nebenstraße bei sanfter Steigung bergauf. Bei Erreichen der Hauptstraße nutzen wir einen Supermarkt mit schattigem Vorplatz für eine Pause. Mit kalten Getränken und ebenso kaltem Joghurt lassen wir uns vor dem Laden nieder, der Betreiber stellt uns extra einen kleinen Tisch auf und bietet uns zwei Stühle an. Der folgende Abschnitt entlang der stark befahrenen Hauptstraße ist ziemlich nervig, aber erstens nicht vermeidbar und zweitens nicht allzu lang. Als wir den Ort Nevşehir erreichen, zweigen wir wieder auf eine etwas ruhigere Straße ab. Inzwischen mehren sich auch die Anzeichen dafür, dass wir uns dem Zielgebiet Kappadokien nähern.
    Im Ort Uçhisar mit seinem 60m hohen Burgfelsen können wir dann erstmals die bizarren Felsformationen dieser Gegend bestaunen. Am Fuße eines Felsens pausieren wir und lassen bei Genuss von kurz zuvor auf einem Markt erworbenem frischem Obst mit Joghurt die ersten Eindrücke auf uns wirken. In der Region Kappadokien lagerte sich vor Millionen von Jahren
    Tuffasche ab, die durch Vulkanausbrüche in die Luft gestoßen wurde. In unterschiedlichen Farben und Härtegraden entstanden mehrere neue Schichten, bis Wind und Wetter das weiche Material ausspülten und das Härtere übrigblieb. Dieser natürliche Erosionsvorgang hat einst die atemberaubenden Täler, Kegel, Türme und Obelisken geformt. Im Anschluss an unsere Pause verlassen wir nach kurzer Wegstrecke die Straße und begeben und auf eine Sandpiste mitten hinein in diese faszinierende und einzigartige Landschaft. Ziel ist es, einen schönen Platz zu finden, wo wir von unserem Zelt aus den Untergang der Sonne am heutigen Abend und ihren von Heißluftballons begleiteten Aufgang morgen in aller Frühe bestaunen können. Wir folgen der Beschilderung zum "Love-Valley" und treffen unterwegs Mohammad, einen netten und seeehr kommunikativen Chemiker aus Pakistan. Er plaudert munter ohne Punkt und Komma mit uns, erzählt u.a. von der Historie seines Berufes und seinen Plänen für die Tage in Kappadokien. Er bittet noch darum, uns mit unseren Rädern fotografieren zu dürfen, sowas habe er nämlich noch nie gesehen, dann verabschieden wir uns. Nach kurzer Suche finden wir am ungenutzten Rand eines Kürbisackers (es sind keine Melonen...) oberhalb des Love-Valley mit wunderbarem Blick ins Tal sowie auf den beleuchteten Burgfelsen von Uçhisar einen geeigneten Platz für unser Zelt. Vor dem Aufbau und der üblichen Abendroutine sitzen wir noch eine ganze Weile in unseren Campingstühlen, genießen die Aussicht und freuen uns darüber, wie gut es uns geht.
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