Emre's Stone House Hotel
23 Agustus 2023, Turki ⋅ ☀️ 26 °C
Um 4:30 stecken wir das erste Mal die Köpfe aus dem Zelt, wollen wir doch die aufsteigenden Heißluftballons nicht verpassen. Noch ist nichts zu sehen, aber um kurz nach fünf ist es dann soweit. Wir stellen unsere Campingstühle auf und beobachten, wie im Morgengrauen ca. 200 Ballons vom Boden abheben und durch die Lüfte gleiten. Es ist eine besondere Atmosphäre, die wir auf uns wirken lassen, bis sich das Treiben am Himmel nach dem Sonnenaufgang langsam wieder auflöst. Wir frühstücken, räumen unser Nachtlager und radeln dann entlang des Valleys in Richtung Göreme. Hier wollen wir uns für zwei Nächte ein Zimmer nehmen, um Wäsche zu waschen, Elektronik aufzuladen und uns selbst die eine oder andere Dusche zu gönnen. Der sehr kurze Weg nach Göreme zieht sich ordentlich in die Länge, da sich uns fantastische Aussichten bieten und wir immer wieder Foto-, Film- und Staun-Stopps einlegen. Die Einfahrt nach Göreme wird begleitet von viel Verkehr, lauter Musik und stark zunehmendem touristisch anmutenden Ambiente. Wir entscheiden uns für das kleine "Emre's Stone House Hotel" in einer ruhigen Seitenstraße, wo wir gegen 11 Uhr einchecken. Nach etwas Pause und ausgiebiger Dusche begeben wir uns auf die erste Kappadokien-Wanderung. Auf unserem Weg liegt das "Göreme Open Air Museum", auf dessen Besuch wir jedoch angesichts der vielen Menschen verzichten. Ein bisschen Kultur gönnen wir uns aber trotzdem und besichtigen die ebenfalls auf dem Weg liegende Aynalı Kilise (symmetrische Kirche), die im 11. Jahrhundert erbaut wurde und als eine der bezauberndsten Felsenkirchen Kappadokiens gilt. Ihren Namen trägt sie wegen ihrer geometrischen Ornamente, die sich an den gegenüberliegenden Wänden spiegeln. Der Eingang zur Kirche erfolgt durch einen kleinen Nebenraum. Im Inneren sind die Wände mit einfachen geometrischen Mustern in Rot und Weiß dekoriert. Zum nächsten Raum führt eine Öffnung, die in der Antike durch einen Mühlstein verschlossen war. Dieses System ist auch aus vielen unterirdischen Städten Kappadokiens bekannt. Von hier führt eine schmale und dunkle, in den Fels gehauene Treppe, in eine höhere Etage. Für den Weg sind wir vorab extra mit einer Taschenlampe ausgestattet worden. Die darüber liegende Halle diente seinerzeit als Taubenschlag, wovon zahlreiche Nischen in ihren Wänden zeugen. Ein weiterer Gang durch einen engen Tunnel führt in einen weiteren Raum. Die Erkundung der in den kappadokischen Felsen gehauenen Kirche gefällt uns sehr gut, zumal wir nahezu allein vor Ort sind.
Unsere anschließende Wanderung verläuft hingegen bisweilen etwas holprig. Der Einstieg in das Red Valley präsentiert sich ziemlich steil und unwegsam, was vor allem Claudia nicht ganz geheuer ist und zu allem Überfluss zu einem Sturz mit schmerzendem Handgelenk führt. Wir brechen unser Vorhaben an dieser Stelle ab, stellen aber fest, dass es noch einen weiteren, deutlich weniger steilen Abstieg in das Valley gibt. Wir freuen uns, die Wanderung fortsetzen zu können und sind begeistert von der Szenerie. Leider wird die Freude bald erneut getrübt, da Heiko bei einem Rundflug seine Drohne gegen einen Felsen fliegt. Er kann sie zwar glücklicherweise bergen und nach erstem Eindruck wirkt sie auch intakt, beim Einschalten macht dann aber eine böse Fehlermeldung die weitere Nutzung unmöglich. So ein Mist! Ändern können wir es nicht und so setzen wir unsere Wanderung durch das Red Valley und das sich daran anschließende Rose Valley fort. Unser Plan ist es, am Ende des Weges einen schönen Ort zum Verweilen während des Sonnenuntergangs zu finden. Irgendwie scheint das Glück aber heute nicht auf unserer Seite zu sein. Auf dem auserkorenen und als "Sunset-Point" beschriebenen Hügel angekommen bietet sich uns ein alles andere als ein romantisches Bild. Eingehüllt in einer riesigen Staubwolke, die keine klare Sicht mehr zulässt, herrscht hier Massentourismus pur. Unzählige Quads und Geländewagen donnern durch die Landschaft, diverse Touristengruppen auf Pferden sind unterwegs, aus allen Richtungen dröhnt Musik. Uns lässt das Ganze eher kopfschüttelnd und nachdenklich zurück. Muss das sein? Ausgerechnet hier, mitten in dieser einzigartigen Natur? Mit diesen eher unschönen Eindrücken treten wir den Rückweg zum Hotel an. Wir duschen uns die Staubschicht vom Körper, bevor wir bei etwas zu lauter Musik in einem kleinen Restaurant lecker essen gehen. Unser Baklava-Konsum in diesem Urlaub bleibt weiterhin auf niedrigem Niveau. Heute steht die von uns so geliebte Nachspeise zwar auf der Karte, ist aber nicht verfügbar. So müssen wir also ohne zuckersüßen Sirup-Schock die Nacht überleben.Baca selengkapnya












HALKE ZEPFWir haben schon sehnsüchtig auf den Bericht gewartet. Wir sind froh, dass wir den Massentourismus nicht erleben mussten
Werner und SigridFür diesen tollen Ballon-Anblick wären wir auch früh aufgestanden, wir sind etwas neidisch.