Fahrrad-Feierabend
27 september 2023, Turkije ⋅ ☀️ 27 °C
Einen letzten Sonnenaufgang dürfen wir nach Öffnen des Zeltreißverschlusses genießen, bevor wir frühstücksgestärkt in unsere letzte Radel-Etappe starten. Überwiegend bergab führt unser Weg heute, auf dem wir noch einmal die Eindrücke der uns umgebenden Landschaft aufsaugen und genießen. Mit Überqueren der letzten kleinen Kuppe schwingt dann doch etwas Wehmut mit, als sich der Blick in die Ebene öffnet und am Horizont bereits die Silhouette von Ankara zu erahnen ist. Aber wie sagen wir immer so schön: Es ist ja kein Abschied für immer, wir kommen ja wieder! Wir erreichen die Stadt Çubuk, die größer ist als von uns angenommen. Auf eine Kontaktaufnahme zu dem hier wohnenden "Einheimischen aus Bielefeld", den wir gestern getroffen haben, verzichten wir. Zu groß könnte der Umweg werden, den wir durch die wuselige Stadt fahren müssten. Wir steuern stattdessen eine Konditorei an und kaufen leckeren Kuchen, den wir uns im Rahmen einer letzten Radel-Pause gönnen wollen. Am Ortsausgang von Çubuk lassen wir uns dafür neben einem Kinderspielplatz in einem offenen Picknickhäuschen nieder und halten ein kalorienreiches Kaffeekränzchen. Dabei kommt uns eine Idee: Eigentlich wollten wir von unserem Quartier im flughafennahen Esenboğa aus heute oder morgen mit dem Bus nach Ankara fahren und ein Fahrradgeschäft aufsuchen, um Kartons für den Rücktransport im Flieger nach Deutschland zu organisieren. Da wir aber gerade feststellen durften, dass Çubuk gar nicht so klein ist, googlen wir spontan nach Fahrradgeschäften. Zum einen wäre der Transportweg zum Hotel kürzer und zum anderen würde man den Laden sicher schneller finden als in der Millionenstadt Ankara. Wir werden im Internet fündig und radeln noch einmal fünf Kilometer zurück. Das Geschäft ist schnell gefunden und unser Anliegen erklärt. Der Ladenbesitzer schickt seinen jungen Mitarbeiter mit dem Moped ins Lager, um Kartons zu holen, wir dürfen in der Zwischenzeit im Laden Platz nehmen und bei Weintrauben und Kaffee interessierte Fragen beantworten. Die Kartons finden nach minimaler Umpackerei schließlich Platz auf Heikos Gepäckträger. Auf der weiteren Fahrt hört er das eine oder andere "Aaaachtung" oder "Vorsicht" von Claudia, da er dank seiner Überbreite hin und wieder Gefahr läuft, Autospiegel oder Mülltonnen zu rammen. Ohne Schäden zu verursachen oder zu erleiden, erreichen wir schließlich das vorab gebuchte Hotel in Esenboğa. Hier dürfen unsere Räder nach exakt 2000 absolvierten Kilometern über Asphalt, Schotter, Sand und Lehm sowie fast 25000 erklommenen Höhenmetern Feierabend machen. Geradelt wird in diesem Urlaub nun nicht mehr. Wir checken ein, duschen und gehen im Ort auf Nahrungssuche. Esenboğa ist, im Gegensatz zu Çubuk, kleiner als erwartet, die wenigen Straßen sind schnell erkundet. Als ersten Snack gibt es eine Melone mit Joghurt auf dem Balkon unseres Zimmers. Als wir am Abend noch ein Restaurant aufsuchen wollen, werden wir leider enttäuscht. Eines von vier Lokalen hat bereits geschlossen, die anderen sprechen uns nicht besonders an. So müssen Kekse aus dem Supermarkt den Hungertod verhindern...Meer informatie











ReizigerWas für eine Leistung. 2000 Km und 25000 Höhenmeter. Respekt. 👍