• Wenn der Wurm einmal drin ist...

    June 2, 2025 in Turkey ⋅ ⛅ 29 °C

    Eine gute Outdoor-Nacht, im wahrsten Sinne des Wortes, haben wir verbracht, und nun wird kurz nach dem Aufstehen bereits das Frühstück serviert. Unsere Gastgeberin packt uns noch etwas Proviant für die Fahrt ein und dann ist es an der Zeit, Abschied zu nehmen von dieser wahnsinnig netten Familie. Ein Selfie als Erinnerung wird noch gemacht, dann rollen wir vom Hof. Auch heute müssen wir es mit der einen oder anderen Steigung aufnehmen, gerade in Kombination mit der Hitze der Sonne kein wirklich leichtes Unterfangen. Gegen Mittag richten wir uns deshalb im Schatten eines Pistazienbaumes (welcher, was aber erst ziemlich spät auffällt, ein klebriges Harz auf Heikos Hemd tropfen lässt...) für eine längere Pause ein. Es wird gelesen, im Internet gesurft, gedöst und das heute Morgen erhaltene Proviant gefuttert. Als wir am Nachmittag weiterfahren, dauert es nicht lange, bis Claudias ohnehin schon nicht grandiose Form rapide abnimmt. Ob es an den gekochten Eiern liegt, die zum Proviant gehörten und die Heiko nicht gegessen hat, ob die Sonne der letzten Tage doch zu viel war oder ob es mit einem komischen Hautausschlag zu tun hat, der sich kurz vor Abreise eingestellt hat..., wir wissen es nicht. Fakt ist, dass das Radeln in diesem Zustand nicht wirklich eine Freude ist. Im Verlauf wird es dummerweise auch eher schlechter, so dass Heiko zwei Räder einen Anstieg hinaufbugsiert und Claudia zu Fuß folgt. Und wenn es etwas gibt, was man gar nicht brauchen kann, wenn man mit Magen-Darm-Problematik durch die Gegend fährt, dann sind das regelmäßige Einladungen zu Tee und Essen. "Çay? Yemek?" Immer mal wieder ereilen uns diese freundlichen Angebote, u.a. vor einem kleinen Laden, wo wir nur kurz Wasser kaufen wollen. Hier sind auch einige Polizisten an uns interessiert und stellen Fragen. Claudia will einfach nur weg. Wir fahren nur ein kleines Stück weiter, bis wir außer Sichtweite sind und begeben uns in den Schatten. Liegen, nur noch liegen ist der Wunsch und so gibt es bestimmt ein skurriles Bild ab, wie Claudia kurz darauf auf einer Isomatte neben NATO-Stacheldrahtzaun im Schatten der Mauer eines Militätgeländes liegt. Heiko macht sich große Sorgen und denkt ernsthaft über eine Rückkehr nach Gaziantep nach, diese Option verwerfen wir aber. Stattdessen begeben wir uns nach einer ganzen Weile wieder auf die Fahrräder, um den nächstmöglichen Zeltplatz zu okkupieren. Weit müssen wir dafür nicht mehr radeln. Wir sehen einen Kuhhirten auf einem Feld und fragen, ob wir dort die Nacht verbringen dürfen. Wie erwartet ist dies kein Problem und schon bald steht das Zelt auf dem Stoppelfeld. Heute passiert nix mehr, wir hoffen auf Besserung für morgen...Read more