Kars
17 Julai 2025, Turki ⋅ ☀️ 22 °C
Kein Frühstück im Zelt, sondern am Buffett im ehrwürdigen Saal des Palasthotels stellt heute den Start in den Tag dar. Wir verbringen im Anschluss noch eine Weile im Zimmer, bevor wir über die supernette Rezeptionistin Melissa einen Shuttle für die morgige Fahrt zum Flughafen organisieren lassen und uns dann auf den Weg zur Erkundung der Stadt machen. Kars war vor der gestern besichtigten antiken Stadt Ani im 10. Jahrhundert die Hauptstadt des armenischen Königreichs. Und ähnlich wie Ani war sie auch ziemlich umkämpft. So wechselte sie mehrmals zwischen armenischer, mongolischer, osmanischer, türkischer und russischer Herrschaft, bis sie nach dem Türkischen Befreiungskrieg dann der Republik Türkei zugehörig wurde.
Aufgrund der langen Geschichte der Stadt gibt es hier im Stadtbild die Einflüsse armenischer, georgischer, griechischer, russischer und türkischer Kultur zu sehen. Da es im Verlauf des Tages laut Vorhersage noch regnen könnte, nutzen wir das aktuell schöne Wetter als erstes für einen Besuch der ehemaligen Festung von Kars (Kars kalesi). Ein Spaziergang von etwa 15 Minuten führt uns über eine gepflasterte Straße auf das Plateau eines Hügels, auf welchem die Burg im 12. Jahrhundert errichtet wurde. Wir schlendern eine Weile durch das Innere der Festungsmauern dieses einst prächtigen Bauwerks, insbesondere erfreuen wir uns aber auch am Ausblick. Immer und überall ist es uns ein Anliegen, eine Vogelperspektive einzunehmen. Und auch hier oben auf dem Festungshügel hat sich diesbezüglich der Aufstieg gelohnt, wir bekommen eine fantastische Aussicht auf die ganze Stadt Kars und die umliegende Landschaft geboten. Selbst unsere Einfahrt in die Stadt mit den Rädern über die entfernten Hügel und die Gegend unseres letzten Zeltplatzes lassen sich ausmachen. Den einsetzenden Regen und ein "kleines" Gewitter können wir wunderbar in einem Lokal auf dem Hügel aussitzen, leckere Käse-Gözleme lassen wir uns hier schmecken. Als es wieder trocken und der Himmel blau ist, machen wir uns auf den Weg nach unten. Am Fuße des Hügels steht in der scheinbar neu angelegten Parkanlage am Fluss Kars Çayı die Kathedrale von Kars, eine armenische Kirche aus dem 10. Jahrhundert. Eine alte Steinbrücke (Taşköprü) verbindet hier unten auch drei Badehäuser, die aber nicht mehr in Betrieb sind. Wir begeben uns für eine Mittagspause erstmal wieder ins Hotel, am Nachmittag setzen wir unsere Kars-Tour fort. Wir lassen uns durch die Straßen der sympathischen Kleinstadt treiben, stöbern durch einige Geschäfte, wobei uns der bunte Mix an kulturellen Einflüssen nicht entgeht. Besonders bekannt ist Kars für Honig und Käse, selbst ein Käsemuseum, welchem wir Banausen aber keinen Besuch abstatten, existiert hier. Wir bedauern, dass ausgerechnet Honig und Käse nicht wirklich flugreisetauglich sind, sehr gerne hätten wir von den Spezialitäten etwas mitgenommen. Einen kurzen Abstecher machen wir noch zu einer bis heute mehrfach restaurierten seldschukischen Moschee aus dem 12. Jahrhundert namens Büyük-Abdiağa-Moschee, die uns bei der gestrigen Einfahrt in die Stadt ausgefallen ist. Wir beenden schließlich den Tag und auch diesen Urlaub mit Erinnerungen an den Ort, wo er begonnen hat, in Gaziantep, auch schlicht Antep genannt: "Antep Pide & Lahmacun" heißt das Restaurant, in dem wir zu Abend essen und den süßen Abschluss lassen wir uns im "Antephan Künefe & Katmer Kars" schmecken. Zur köstlichen Nachspeise gibt es kleine Silberteller mit Obsthäppchen und eine Kanne Tee als Geschenk des Hauses dazu, toll! Es wird bereits dunkel, als wir uns auf den Weg zum Hotel machen. Auf halber Strecke lauschen wir noch ein Weilchen den Straßenmusikern, die wir schon gestern an selber Stelle gehört haben, bevor im Hotel noch eine letzte Aufgabe auf uns wartet: Packen! Sämtliches Equipment verschwindet in zwei gut zusammengeschnürten Päckchen aus IKEA-Taschen und dann dürfen wir uns letztmalig eine gute Nacht auf türkischem Boden wünschen. İyi geceler!Baca lagi


















