• On the road again

    1 Maret 2022, Spanyol ⋅ ⛅ 13 °C

    Ich wollte schon viel früher berichten. Die Tatsache, dass Krieg mitten in Europa herrscht, hat mich jedoch in eine Schockstarre versetzt und ich konnte mir nur schwer vorstellen, weiterhin so locker-flockig von unseren Erlebnissen zu schreiben. Auch heute noch habe ich das Gefühl, dass die Leichtigkeit und Unbeschwertheit wie weggeblasen ist. Aber ich will mir und euch den Spaß nicht nehmen lassen, deshalb schreibe ich, trotz allem.

    Nach fast 2 Wochen in Roses an der nördlichen Costa Brava auf dem Campingplatz JoncarMar sind wir heute weitergereist. Ich liebe beides, sowohl fahren als auch stehen, jeweils zur rechten Zeit.
    Wir haben uns wunderbar erholt (von was eigentlich) und gerade Luise hat es sehr genossen fast täglich Inliner fahren zu können und Bekanntschaften zu knüpfen, zu Hunden, Katzen und auch Menschen.
    Den spanischen Carneval haben wir auch erlebt. Mit Umzügen ähnlich wie in Mainz am Rosenmontag, nur mit sehr viel lauterer Musik und vielen Tanzgruppen. Dabei fiel auf, dass auch sehr viele junge Männer tanzen, teilweise sogar in Frauenkostümen. Und das können die Spanier, sich bewegen. Zum Abschluss der Feierlichkeiten gab es am Montag ein riesiges Paella-Essen am Hafen. Die Paella wurde in wagenradgroßen Pfannen gebruzzelt. Dort haben sich bei Wein und Bier alle Beteiligten des Umzuges und halb Roses getroffen, und wir natürlich mittendrin. Ich musste an die "Fairy ultra"- Werbung in den 90er Jahren denken. Mit dem Spruch: Während in Vila Riva noch gespült wird, wird in Vila Bacho schon getanzt. Fairy ultra - gut gegen Fett" .So oder so ähnlich war der Spruch doch, oder. Wir sind gesättigt wieder nach Hause gegangen, bevor wir hätten spülen müssen.
    Heute Morgen haben wir uns dann von unseren liebgewonnenen Campernachbarn verabschiedet, auf deutsch und auf französisch und sind auf der AP 7 (AutoPista) Richtung Süden gefahren. Ist ja auch unsere bevorzugte Richtung. Für heute stehen wir wieder auf einem Campingplatz in der Nähe vonTarragona, direkt am Meer. Auf dem Foto mit dem Blick aufs Meer ist im Vordergrund Jens Fußzeh zu sehen. Das Bild ist wirklich direkt von unserem Stellplatz aus geknipst und wir hören das Meeresrauschen.
    Morgen früh hat Luise eine Videokonferenz mit ihrer Klasse, danach brechen wir auf. Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus.
    Wir hangeln uns jetzt eine Woche an der Küste und durchs Landesinnere entlang nach Sevilla (sind glaube ich, noch schlappe 900 Kilometer). Dort findet am Mittwoch in einer Woche das Europa League-Spiel Eintracht Frankfurt gegen Betis Sevilla statt. Dass ich mit Verrückten unterwegs bin, habe ich bereits mehrfach erwähnt. Jens trifft sich für dieses Spiel mit seinen großen Kindern Melanie und Lars im Stadion von Sevilla. Und hofft natürlich auf einen Sieg seiner Eintracht bzw. auf eine gute Ausgangsposition fürs Rückspiel (O-Ton Jens).
    So, und wenn das alles erledigt ist, fahren wir ganz in Ruhe an der Küste entlang, Achtung: grobe Richtung Norden. Wir bleiben dort, wo es uns gefällt und cruisen durch Spanien, bis wir schließlich am 20.4. in Barcelona in die Fähre nach Genua steigen. Aber bis dahin vergeht noch viel Zeit. Und viele Pläne und Reiserouten können evaluiert werden.
    Schon jetzt lässt sich sagen, dass Spanien, oder dieser kleine Teil davon, wirklich lohnenswert ist. Wir fühlen uns hier sehr wohl und Jens spricht nicht nur gut französisch, er palliert auch leidlich spanisch, ich habe ein echtes Sprachtalent geheiratet (mit einer klitzekleinen LRS), wen stört es hier im Süden?
    Ihr merkt, ich bin ganz verliebt in meine Familie. Das Sabbathjahr tut uns allen gut. Eine kleine Randnotiz am Ende, als Beweis dafür:
    Jens verhilft mir beim rummikub Spiel zum Sieg. Alle, die schon jemals mit Jens gespielt haben, wissen diese Info einzuordnen. Und auch Luise ist insgesamt entspannter. Den ganzen Tag an der frischen Luft zu sein, tut einfach gut.
    In diesem Sinne verziehen wir uns jetzt ins WOMO, das Abendessen steht an. Es gibt Nudeln mit Pesto für Luise und Kartoffelpuffer mit Kräuterquark für Jens und mich. Spätestens, wenn wir alle drei das gleiche Essen essen, kommen wir nach Hause, versprochen.
    Liebe Grüße und bis zum nächsten Mal
    Karin, Jens, Luise und Martha
    PS:
    Da fällt mir ein, bei den Faschingsumzügen wird nichts gerufen, dafür dröhnt die Musik zu laut und es gibt auch keine Bonbons.
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