• 8 Monego - NP Durmitor, Sattel & Tara

    May 17, 2025 in Montenegro ⋅ ☁️ 2 °C

    Ab hier nutze ich eher Asphalt im Naturpark Durmitor, wunderbar. Die Panoramastraße ist in den gängigen Reisebüchern empfohlen, aber dafür ist es relativ ruhig. Eine chinesische Familie treffe ich 3x mal wieder, wir werden die Hausfotografen für einander. Am Pass pustet der Wind derart kalt, dass ich erstmals alle 5 Schichten trage, die ich habe.
    Hier war es die letzten Wochen schon wärmer, es ist einfach ein später Kälteeinbruch, die Einheimischen schimpfen.

    Mein Weg führt zum kleinen Grenzübergang Hum, erst parallel zum gewaltigen Canyon der Tara (der Teil weiter nördlich ist der tief eingeschnittenste Europas!) und später in ihn hinein, es wird wohl keine vergleichbare Abfahrt für mich (je) geben.

    Vorher finde ich ein sehr schnuckeliges Plätzchen am Waldrand mit nichts außer Vögelkonzert und vom Eis geformte Landschaften, wo es kilometerweit kein einziges Haus gibt.

    Die Ereignisse mit Bergen, Wetter, Zeltplätzen wiederholen sich, lieber noch eine Anekdote:

    Ein Angler fragt mich erst was ich hier wolle und möchte sich nach meiner Antwort auch mir erklären: "You know, I go fishing. Sometimes I'm lucky and I catch a fish and sometimes I'm not. But anyway I call it fishing." Ich schaue erwartungsvoll, das kann doch nicht alles gewesen sein - und tatsächlich: "You know, it's the same with life." Wie wahr! Viel zu häufig (und ich mache es im Blog ja genauso) stellen wir uns dauerglücklich dar. Als ob nur das dem gesellschaftlichem oder eigenem Anspruch genüge tut.
    Auf die Langeweile, auf die Ängste, das Zaudern oder die Erschöpfung! Denn ohne hätte ich viele der glücklichen Momente gar nicht fischen können! Anyway that's what we call life.
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