• 12 Hrvatska - Dinarische Alpen bis Zadar

    May 28, 2025 in Croatia ⋅ ⛅ 21 °C

    Die Dinarischen Alpen streife ich nur noch, es zieht mich zum Meer. Die Landschaft am Perućko-See, gespeist vom Trinkwasserfluss Cetina, fliegt vorbei, ändert sich ständig.

    Ich fahre noch zur Quelle der Cetina hoch, malerisch steht am 155m tiefen Wasserloch, das durch 3 unterirdische Flüsse gespeist wird, eine serbisch-orthodoxe Kirche. Die reine Männergesellschaft mit Fusselbärten und schwatten Kutten singt laut und schief und feiert ausgelassen, geradezu extatisch.
    Erst als ich Stephans "Vattertachsgruß" lese, wird mir die Himmelfahrt klar und der Grund, warum ich keine offenes Geschäft gefunden habe.

    Bergauf überholt mich ein Renterpaar mit e-Bikes, bergab ich dann sie. Er erklärt mir, dass leider bei 25km/h eine Bremse eingebaut wäre, daher könnten sie nicht schneller. 🤔 Müssen sie ja auch nicht - aber dass diese "Bremse" das normale Fahren ohne Motor ist, will er nicht so sehen - lustig und tschüss.

    Mit erreichen der Küste ist der Mai vorbei, nach einem Monat auf dem Sattel mal Faktencheck: gut 2000km Strecke mit knapp 30.000 Höhenmetern liegen hinter mir.
    Falls jemand an den gpx-Daten Interesse hat: meldet Euch.

    Ein besonderer Ort ist das Camp Muškovici, ich kann das Zelt gegen Obulus direkt am Fluss aufschlagen, ohne auf dem Campingplatz zwischen den Womo-Blechwänden zu stehen. Spontan buchen ich für den nächsten Morgen ein kleines Wildwasserabendteuer, aber so wild ist es dann gar nicht. Den Fluss aus dieser Perspektive zu erleben macht Riesenspaß, natürlich im Besonderen die zahlreichen Stufen, alle zw. 1 und 4 Metern, Raftingfans wäre das zu langweilig. Die zig Paddeltouren mit Annette geben mir als Anfänger dabei Sicherheit, das Boot zu steuern.

    Eine besondere Begegnung gibt es auch noch, ich treffe 2 Frauen (Köln, Hannover), die wie ich die Trans-Dinarica Tour solo fahren. Es tut gut, sich über das gemeinsame und doch so unterschiedliche Erleben auszutauschen. Das hat mir, vor allem wegen des freien (also einsamen) Zeltens, gefehlt. Statt 4 komme ich so erst um 6 los, bloß nicht zwei Nächte am selben Ort! 😉

    Abends erreiche ich das Pueblo-Lager aus dem dt. Winnetoufilm, denn der Dreh an amerikanischen "Originalorten" war zu teuer. Hier werden noch immer von Fans Szenen nachgestellt, ich muss mit dem Zeltaufbau bis zur Dunkelheit warten, die Touristen hängen hier bis spät abends, es ist ein magischer Ort.

    An der Küste in Zadar angekommen, abweichend von der Dinarica-Route, ist mir der Betrieb fast zu viel, ich genieße die Kultur, den Park, gute Gastro und die Meeresorgel bevor es nachmittags zum Hafen geht.
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