Padang & Homestay Raul
8–12 mars 2025, Indonesien ⋅ ☁️ 28 °C
Mit diesem Tagebucheintrag verabschieden wir uns von Südostasien, subtropischem Urwald und Pazifik mit quasi Badewassertemperaturen.
Sich von Padang, mit Flughafen auf der Hälfte zwischen Vulkansee und Insel Siberut, nicht allzuweit zu entfernen, erweist sich als sinnvoll, um nicht zuviel Zeit im Bus zu verbringen. Wir wollen die letzten Tage hier die zerklüftete Landschaft Westsumatras nach Süden erkunden, Strand genießen, Wundheilung sicherstellen. (Moritz' Hinterkopf musste zum Abschluss auf Siberut mit 5 Stichen genäht werden - wir verzichten hier auf unschöne Bilddoku!)
So eine Zufall, dass unser Guide Raul ein paar Hütten an einem einsamen Strand vermietet, seine Mentawai-Gattin schmeißt den Laden am Festland. Von dort nur eine Bootsstunde entfernt erwartet uns ein junges Team und ein alter Skipper, alle freuen sich über gegenseitige Karaoke, freies Tanzen, Flirten. Das Ramadanfasten wird ignoriert, Hintergrund ist dazu, dass Indonesien alle Bürger*innen zwingt, einer der 5 Weltreligionen anzugehören, üblich also Islam, obwohl dieses Team eher animistische Wurzeln hat.
Wir genießen diesen Inseltraum, hängen wörtlich ab und machen Fotosession, bei der vor allem der Sohn unseres Mentawai-Zweitguides Rurtam einiges zu zeigen hat. Er macht das eher für die jungen Damen, aber wenn schon mal ein Fotograf zugegen ist...
Wir lassen die letzten 3 Monate Südostasien Revue passieren und haben einen perfekten Ausklang mit diesen Tagen.Läs mer
Happy Holi! In Nepal
11–14 mars 2025, Nepal ⋅ ☁️ 21 °C
Wir wollen wandern! Schon vom Flugzeug aus bestaunen wir die Spitzen des Himalaya Gebirges, das aus den Wolken hervorlugt. Aber erstmal schauen wir uns die Durbar Squares (die alten Tempelanlagen in Lalitpur und Kathmandu), und Museen an und geraten ohne Vorwarnung am 13.3. in das bunte Treiben des Happy Holi Festivals. Hier wird im Hinduismus der Beginn des Frühlings gefeiert. Schon am Vormittag ist die Stadt voll mit Einheimischen und Touristen, die sich "Happy Holi!" wünschen und dabei liebevoll Farbe ins Gesicht schmieren. Auch Wasserbomben und -pistolen kommen zum Einsatz, vornehmlich bei den Kindern und Jugendlichen. Ein großer Spaß!
Auf dem Swayambhu, einem der ältesten und bedeutendsten buddhistischen Tempelanlagen im Kathmandutal, kann man sich mit einem Gebet 13 Mrd. mal (!) mehr Verdienste erwerben als anderswo. Affen und Straßenhunde laufen herum und es ist ziemlich voll und dreckig. Aber trotzdem ist diese Lebensart und Glaubensausübung für uns sehr faszinierend, unterscheiden sie sich doch extrem von unseren Bräuchen.
Die hinduistische Kultur aus Indien und die buddhistischen Einflüsse aus Tibet mischen sich hier oder stehen auch mal nebeneinander, uns gefällt die fröhliche, zugewandte und so konkrete Art des Glaubens.
Von der Zerstörung durch das große Erdbeben vor 10 Jahren ist nicht mehr viel zu sehen, der Wiederaufbau vieler Bauten ist abgeschlossen.
Nach so viel Input freuen wir uns nun auf die Berge!Läs mer
Pokhara - Tor zum Annapurna
14–17 mars 2025, Nepal ⋅ ☀️ 26 °C
Irgendwann, nachdem wir in den Sofa-Bus eingestiegen sind, bekommen wir die Bestätigung für den Pick-Up-Point. Das hat dann doch etwas Stress gemacht. Dass der Bus nicht halten darf und Gepäck und wir im Schritttempo verladen werden - kein Problem dagegen, eher lustig. Nicht lustig sind die Wegbedingungen, da die Straße größtenteils im Flusstal neu gebaut wird - bei gleichzeitiger Vollnutzung. Wir hüpfen 8 Stunden zwischen den Schlaglöchern, die Zeit wird durch gute Unterhaltung netter Sitznachbarn (Ole & Stella) verkürzt.
Pokhara als zweitgrößte Stadt Nepals ist, anders als Kathmandu, absolut touristisch charakterisiert, vor allem seeseitig. Von hier starten die allermeisten Touren, es sei denn du machst den Mt. Everest.
Der See lädt tatsächlich zum Flanieren, Bootsfahrten, Shopping und Fotoshooting ein, nur zum Baden in Ufernähe nicht, weil pfuipfui.
Auch die Gondelfahrt lohnt sich: 600m tiefer liegt Stadt und See und von hier ist der Blick auf das Annapurnamassiv möglich - etwas wolkengetrübt allerdings. Die funkelnagelneue Anbetungsstätte ist gut besucht.
Wir finden noch Jodtabletten zur Wasserdesinfektion, Leihstöcke und Handschuhe für die 9tägige Wanderung, alles andere schleppen wir ja seit Sa Pa (Nordvietnam) mit uns unbenutzt rum.
Wir verhandeln über Route und Preis mit unserem Vermieter, der natürlich, wie fast alle hier, selbst Guide ist oder war, und sind zufrieden wie startklar.Läs mer
Annapurna-Himalaya-Trek
17–26 mars 2025, Nepal ⋅ ⛅ 14 °C
🙏 Namaste im Himalya! Das Annapurnamassiv bietet auf 55km Länge 30 Gipfel über 6000 Meter, davon 13 über 7000 und der Annapurna I knackt die Achttausendermarke. Anders als weiter östlich Richtung Mt. Everest können Normalos wie wir wunderschön zwischen zwei- und viertausend Metern Höhe abwechlungsreich wandern.
Warum wir uns nicht sattsehen können an diesen irrehohen Kloppern bleibt unklar. Meist klar hingegen ist die Sicht, sobald das heilige Kathmandu-Tal des Dauersmogs verlassen ist.
Ob wohl gleich die Wolken den ganzen "Fischschwanz" freilegen? Allein diese Frage kann tagelang beschäftigen! Der Berg Machapucharé ist mit seiner senkrechten Flosse sehr markant, außerdem laut Guide Bishnu unbesteigbar, weil er heilig ist (ggf. könnte es kausal auch umgekehrt sein!).
Unsere Route hatte folgende Etappen: Pokhara, Ulleri, Ghorepane/Poonhill, Tadapani, Ghandruk, Chomrong, Jhinu Donda/Hotsprings, Landruk, Forestcamp, Pothana, Dhampus, Astam, Milanchowk - von dort per Bus zurück nach Pokhara.
Es ist Mitte März, gerade noch Vorsaison, wir treffen nur ab und zu Trekker, auf den Abschnitten zum ABC (Annapurna Basecamp) häufiger. 2 Wochen später werden die Wege voller Menschen und ohne Vorbuchen kaum eine Übernachtungen zu finden sein.
Die Wege sind unglaublich gut befestigt, wir gehen zehntausende Treppenstufen. Das ist nicht nur wegen der Wandermassen nötig sondern wegen der Erosionen. In der Monsumzeit Juni bis August schwämmen sonst jährlich die Wege weg.
Tourismus bedeutet das höchste Einkommen für Nepal und entsprechend sorgfältig wird investiert.
Die vielen neuen Straßen und Jeep-Pisten haben teilweise mit immer schnellerer Anfahrt ins Hochgebirge zu tun (You can do ABC in only five days!) aber auch mit dem verständlichen Bedürfnis der Dorfbewohner nach besserer Infrastruktur - beides zerstört letzlich den Wunsch nach Wandern in unberührter Natur.
Zum Glück darf zum Kochen/Heizen kein Holz mehr geschlagen werden. Wie aber sollen zig Gasflaschen für hungrige Trekker in die Berghotels kommen? Da kommen auch die Mulis an ihre Grenzen.
Wir nicht, denn das Wandern zwischen 8 Uhr und frühem Nachmittag mit superangenehmen Temperaturen und easy Tagesgepäck ist trotz steiler Pfade nie so zehrend, dass wir im Berghotel ins Bett fallen müssten. Dieses Tekking de luxe anzunehmen ist anfangs nicht einfach aber wir lernen das!
Gern lassen wir uns auch von teils freilebenden Hunden für ne Stunde begleiten, das dichte Fell muss auch mal kräftig durchgekrault werden.
Die letzten 2 Etappen machen wir zu zweit, der Prämonsum lässt ab mittags Gewitter aufziehen, die Donner krachen im Echo der steilen Täler doppelt beängstigend. Im Rückblick hätten wir die moderate Tour mit 90km und 7500 Höhenmetern auf gut ausgebauten Wegen ohne besonderen Anforderungen an Trittsicherheit auch ohne Guide laufen können. Aber dann hätte ihm der Job und uns gute Unterhaltung und viele Infos aus erster Hand gefehlt. Nicht zu unterschätzen ist auch der Erholungswert, sich weder um Wegwahl noch um Unterkunft zu kümmern.
Ohne Guide jedoch kommen wir nochmal anders mit Dorfbewohner*innen oder Schulkindern, die unsere Strecke teilen, ins Gespräch.
Der Senior auf dem Video spricht eine der ca. hundert eigenständigen Sprachen, die in der Bergwelt Nepals zu finden sind. Da hätte uns Nepalesisch auch nix genützt.
Die letzte Etappe zieht sich auf einer Straße ins Tal, aber die Taxidienste schlagen wir aus, irgendwie gehört das wörtliche Runterkommen dazu.
In Pokhara finden wir unser Restgepäck im Hotel bei Ram und genießen einen Tag in der Berg- und Touristadt, bevor es mit dem Rumpelbus wieder nach Kathmandu geht.
Auf Wiedersehen in Nepal, übrigens seit 2006 Bundesrepublik, nach 10jähigem Bürgerkrieg zwischen Maoisten- und Monarchenanhängern und historisch immer wieder zwischen der Machtpolitik Indiens und Chinas stehend.
Wir sind mal wieder für ein einzigartiges Naturereignis gereist und doch sind es die Menschen, die in besonderer Erinnerung bleiben werden.Läs mer
Georgien 1 - Kachetien
26–30 mars 2025, Georgien ⋅ ☁️ 13 °C
Stück für Stück nähern wir uns wieder dem guten alten Europa. Ist Georgien nun Asien? Je nach geografischen oder geopolitischen Blick mehr oder weniger! Der Sprung aus Nepal fühlt sich auf jeden Fall sehr groß an. Auch die Gesichter der Menschen oder auch die Ausübung des Glaubens - si fremd und doch vertraut.
Und dummer- bzw. knauserigerweise haben wir einen Flug über Indien mit Selbstwiedereinchecken des Gepäcks gebucht, die Visafrage hält uns Abende lang in Atem. Stundenlanges Beantworten merkwürdiger Fragen (sind Ihre Großeltern Pakistanis? Haben Sie schon einmal einen Genozid begangen oder wollten Sie sich an terroristischen Aktionen beteiligen?...), ständiges Abstürzen der Website, wenn man ein "ü" einträgt etc. Letzten Endes hat der "IndiGo"-Mitarbeiter in Kathmandu das Gepäck für beide Flüge als aufgegeben deklariert, so dass wir den Transitbereich in Neu-Delhi nicht verlassen brauchten/durften. Puh!
Für die nächsten 8 Tage haben wir einen Renault Logan gemietet, vom Flughafen Tbilissi geht es um halb eins nachts Richtung Osten direkt zur ersten Unterkunft, aber leider machen uns App- und Sprachbarrieren es schwer, sie zu finden. Auf den Straßen des kleinen Ortes sind zu dieser Uhrzeit nur kläffende Hunde, Polizisten und betrunkene Männer unterwegs, um halb 4 liegen wir endlich im Bett. Dafür gibt es am nächsten Morgen vom Hausherren den selbstgebrannten Brandy gratis (äh, wir müssen noch fahren!).
Das zieht sich noch durch die nächsten Tage, die zuerst recht mürrisch wirkenden GeorgierInnen (Sprachbarriere!) blühen auf, wenn es um Essen und vor allem Trinken geht. Wir werden mit großen Gesten zum Mittrinken eingeladen, inklusive Bruderschaftsküsschen rechts und links, bekommen eingelegtes Obst sowie spontan Bier in 1,5l Flaschen geschenkt und probieren uns durch die ganzen selbst gemachten Weine und Hochprozentigen. Das ist total nett, aber auf der anderen Seite sehen viele (hauptsächlich Männer) vom Alkohol gezeichnet aus.
Unzählige Kirchen, Klöster und Burgen prägen die Landschaft, die Obstbäume blühen, wir freuen uns über den Frühling, als hätten wir den langen Winter mit viel Schnee hier selbst erlebt. Der Wechsel der Jahreszeiten sitzt doch tief in uns drin, obwohl wir schon 10 Monate im Sommer sind.
Also machen wir einen Abstecher in den Wintersportort Gudauri, nur eine Autostunde entfernt. Es kommt aber anders...
(Cliffhanger 😉)Läs mer
Kaukasus & Tbilisi
30 mars–5 apr. 2025, Georgien ⋅ ☁️ 19 °C
Im kleinen Kaukasus sind es zwischen plus und minus 35°C, das bayernkleine Land ist klimatechnisch, politisch und geschichtlich ein Land der Extreme.
Obwohl uns die Rundreise weder ans Schwarze Meer noch an den Katsbegi führt, ahnen wir die 5 Klimazonen von Subtropen bis Hochgebirge, die Georgien bietet.
Nach dem Start in der Halbwüste und der warmen, fruchtbaren Tiefebene wollen wir nach Stepantsminda, dem Rat unserer Kaukasus-Expertin Anne D. K. folgend.
Auf dem Weg zum berühmten Skiressort Gudauri fahren wir an kilometerlangen LKW-Schlangen, vorwiegend aus Armenien, vorbei, denen der Grenzübergang zur nahen russischen Grenze schwer gemacht wird.
Die Landschaft verändert sich rasant zu hochalpin, der Fünftausender Katsbegi kommt näher, das schlechte Wetter auch. Regen auf Schneepatsch halten uns nicht davon ab, ein für uns luxuriöses Studio in den Bettenburgen der Skifahrer zu nehmen, wild entschlossen am nächsten Morgen mit den Gondeln tausend Meter höher den Schnee zu genießen. In ganz Georgien scheint die Sonne, nur hier nicht, dicht hängen die Wolken am großen Kaukasus, sie rufen uns zu: bitte fahren Sie weiter - hier gibt es nichts zu sehen.
Unsere Richtung ist Kutaisi, zweitgrößte Stadt Georgiens; durch die faktische Grenzverschiebung müssen wir um das seit 1994 in russischer Hand befindliche Südossetien herumfahren.
DER Georgier an sich (gaaanz dünnes Eis!) begegnet uns mit treuherzigen Rehaugen, eingepackt in Macho-Attitüden bestehend aus dröhnender Stimme, kyphotischem Stiernacken, grimmigen Blick.
An dieser scheinbar feindseligen Grundhaltung haben wir nach den vielen anderen Ländererfahrungen etwas zu knabbern, aber sobald man an einem Tisch sitzt (also trinkt) oder ins Gespräch kommt, wird man warmherzig eingenommen - Widerspruch zwecklos.
Sogenannte "Tamadas" (=TischanführEr, sprachlich nicht genderbar!) genießen hohes Ansehen und müssen als Grundkompetenz Sprücheklopfen und Trinkfestigkeit mitbringen. Alle müssen mitsaufen - wie schade, dass Alkoholismus dadurch zum Kulturgut wird.
Entsprechend unhöflich ist es, wenn wir in den "Homestay-Unterkünften" vom selbstgebrannten Frühstücksbrandy oder dem 75%igen (!) Willkommens-Whiskey nur nippen.
Damit wir nicht in unserer beschränkten Sicht verhaftet bleiben, lesen wir beide in der Onleihe "Das achte Leben" der georgischen Autorin Nino Haratischwili; das Gesellschaftsdrama liefert tiefe Einblicke in Land und Menschen, insbesondere in der Zeit um Stalin.
Auch wir halten in Gori, Geburtsstadt des kleinen großen Mannes, schöne Brunnen, Theater, Parks und ein schlimmes Stalin-Museum, das wohl eher eine unreflektierte Huldigungstätte ist. Wir lassen es also aus, denn dort sind die 40 bis 75 Mio. Opfer (je nach Zählweise) des Sowjetterrors ebenfalls ausgelassen. Dennoch: 40% der Bürger von Gori stimmten gegen die Veränderung der Anlage, diese Wähler möchte natürlich kein Bürgermeister verlieren.
Ruhe in wunderschönen Landschaften und touristische Highlights planen wir im Wechsel ein. Z.B. die irren Prometheus-Tropfsteinhöhlen, von denen 6 von 22 begehbar sind, alle verbunden. Von Harz bis Philippinen haben wir so manche Höhle kennengelernt, aber diese übertrifft alles.
Im Anschluss geht es auf und ab auf engen Straßen nach Norden zur Okatse-Schlucht. Die liegt so abseits, dass wir uns mit dem Spritverbrauch verschätzen, aber schnell ist jemand gefunden, der bei einem Kumpel ein paar Liter aus dem Tank zieht, Schlauch zum Ansaugen hat Mann ja dabei und leere Wasserflaschen gibt's im Mülleimer.
Wieder haben wir Begegnung mit freilebenden Riesenhunden, ausnahmsweise unheimlich. Wir flüchten ins Auto aber das frisch erworbene Brot ist futsch. Wovon leben die abgemagerten Tiere alle bloß?
Im Wissen, auf der Rückfahrt nicht liegen zu bleiben, geht's nach ein paar km Fußweg in die hervorragend erschlossene Schlucht über einen 700m langen Steg und Skywalk aus Stahl an der Felswand entlang. Die Blicke in die Tiefe des Canyons atemberaubend wie schwindelerregend.
Als überzeugte Nichthalter eines PKW, finden wir Autofahren richtig gut! Bis auf kleine Motorrollerausnahmen haben wir unsere Reise mit Öffis gern und erfolgreich organisiert. Aber: Es macht richtig Bock, so viele kleines Ziele anzufahren, vom Land so viel in kurzer Zeit zu sehen und den privaten Raum im Auto zuzuschmeißen mit Klamotten, Essen, Müll. Alle, die unsere Geschichte des ersten gemeinsamen Urlaubs vor 30 Jahren kennen, wissen, dass eben wegen ordentlich gepackten Rucksäcken das Auto damals in Frankreich 2x geknackt und ausgeraubt wurde. Passiert uns nicht wieder, es lebe das Chaos!
Die tiefe Stille zu jeder Tages- und Nachtzeit werden wir vermissen. Wo sind die denn alle? Auch im Hinterland der von uns bereisten Gegenden in Afrika und Asien waren fast immer und überall Händler, Motorräder - lautes Leben. Georgien werden wir mit total tote Hose verbinden. Das ändert sich natürlich in...
TBILISI (TIFLIS)
Der Plan "erst Hotel anfahren dann Mietauto abgeben" scheitert am Self- Check-In, denn ohne Überweisung (!) vorab gibt's keinen Pincode. Für die Booking.com-Hotline kein Problem, für uns schon. Äh-wofür buchen wir denn da per Kreditkarte? Aber es gibt genügend Alternativen.
Statt uns ins Getümmel der Stadt zu stürzen wandern wir mit überraschend vielen Höhenmetern halb um Tbilisi, haben fantastische Aussichten, nehmen den Botanischen Garten unterhalb des 50 Mio. Protz-Anwesens des Expräsidenten mit. Solche schönen Touren finden sich in Reisebüchern und niemals bei Googlemaps.
Die übrige Stadtbesichtigung ist Standard, auch dass wir
uns spontan für ein traditionelles Schwefelbad im Stadtteil Abanotubani entscheiden, dort wo seit dem 13. Jhd. die Badehäuser bestehen und mit Schwefelquellwasser bis zu 43°C gespiesen werden.
Die Quellen und das Baden sind Teil der Identität in Tbilisi, verankert in Poesie, Literatur (Puschkin!) und sogar Popmusik. Der frühere Stadtname Tiflis bedeutet "heißer Ort".
Wer durch die Stadtmauern kommen wollte, musste erstmal ins Badehaus, das hat Tbilisi vor mancher Seuche bewahrt. Es sind private Kuppelbäder, wir gönnen inklusive Ganzkörper-Peeling/ Schaummassage Sauna und Tauchbecken. Alter, was haben wir saunieren vermisst!
Wie neu geboren vertrinken wir die letzten Lari mit einer typisch georgischen Saperavi-Rebsorte, der Wein hat aufgrund der Maischgärung einen hohen Tanningehalt, für unsere Gaumen ungewohnt, aber lecker. Wir kosten den Unterschied zwischen junger und 3 Jahre im traditionellen Kwewri (Quevri) gereifter Variante. Kann auch länger "ausbauen" (wie Experte Oskar in der Telefonhotline erläutert), Brauch ist den zur Kindsgeburt (also Sohn!) im Kwewri angesetzten Wein zur Hochzeit zu kredenzen. Kein Wunder, dass sich früh vermählt wird. Diese traditionelle Weinherstellung ist immer "biodynamisch" aber selten als solche ausgezeichnet, mangels Labels und Kontrolle.
Schon vor fast 8000 Jahren wurde hier Wein produziert, damit ist Kachetien die Wiege dieser Kulturtechnik, auch, wenn so mancher Armenier das anders sieht. Prost und ნახვამდის (tschüß) Georgien.Läs mer
Antalya und Kaş
5–10 apr. 2025, Turkiet ⋅ 🌧 16 °C
Erstaunlicherweise ist Antalya im Ranking der meistbesuchten Städte weltweit unter den ersten 10. Vielleicht als Drehkreuz für die ganzen tollen Orte hier am Mittelmeer. Die Altstadt an einem kleinen Hafen ist hübsch, wir erkunden das archäologische Museum und den kieseligen Stadtstrand und fahren zu einer antiken noch sehr gut erhaltenen Stadt, Perga.
Dann geht es mit dem Bus zum 180 km westlich liegende Kaş, einem ehemals griechischen Dorf, schon vor 2000 Jahren besiedelt, was man an den antiken Grabsarkophagen und einem Amphitheater erkennen kann. Wir lassen uns die kräftige Meeresbrise um die Ohren pusten und planen unsere 4-Tages-Wanderung auf dem lykischen Wanderweg.Läs mer
Türküsche Südküste zu Füß
10–14 apr. 2025, Turkiet ⋅ ☀️ 16 °C
Die Entscheidung ist einfach. Strandurlaub am Mittelmeer ist zu dieser Jahreszeit eher frisch, wandern ideal. Das überaus hübsche Kaş ist Ausgangspunkt der Tour, der lykische Fernwanderpfad "Lykia Yolu" kommt von Fethiye hier vorbei und führt gut 500km durch teilweise anspruchsvolles, wildes Gelände mit erstaunlichen Höhenmetern bis Antalya. Der Taurus ist bis 4000m hoch und wir hatten nicht mit Sicht auf etliche Schneegipfel gerechnet. Dank Kate Clow wurde der historische Pfad vor 26 Jahren markiert und seit dem instandgehalten, keine Selbstverständlichkeit aber notwendig, um sich im dornigen Buschwerk auf verkarstetem Kalkstein zurecht zu finden. So können wir eigenständig loslaufen und sichern uns nur vorab Übernachtungen mit Halbpension, Telefonierhilfe aus Kaş war nötig dabei.
Es ist so einsam wie wunderschön, wir brauchen mit Pausen und Staunen über archäologische Ruinen für die täglichen ca. 15km volle 8 Stunden und sind glücklich wie kaputt, wenn wir komfortabel einkehren. Einige Wandernde sind schon mit Zelt unterwegs, ein absoluter Tipp für die Löffelliste (also Bucketlist)!
Am 4. Tag erreichen wir Demre und von dort per Bus abends wieder Antalya, wo im vertrauten Hotel das Restgepäck wartet und am nächsten Tag der Flieger nach Istanbul startet.Läs mer
Letzte Station Istanbul
14–17 apr. 2025, Turkiet ⋅ ☁️ 14 °C
Wir freuen uns auf ein paar Tage Kultur und Großstadt als Abschluss unserer über 260 Tage dauernden Reise. Im Flieger bestaunen wir so viele Schneegipfel, das hätten wir gar nicht gedacht. Es ist kühl in Istanbul, aber wir laufen trotzdem wie immer durch die Gegend, essen in einem nepalesischen Restaurant und besuchen die Sehenswürdigkeiten. Die alten Moscheen faszinieren durch ihre tollen Verzierungen, farbigen Kacheln und kunstvollen Schriftzüge. 5 Meter dicke Säulen und riesige Kuppeln, und das alles schon im 16. Jhd. erbaut!
Mit einer Fahrt auf dem Bosporus und einem Besuch im Kunstmuseum geht unsere Reise zu Ende. Wir freuen uns auf zu Hause, die Familie und Freunde, Begegnungen in Hannover und unsere Solo-Reisen. Aber ein wenig Wehmut ist auch dabei, dass die 9 Monate jetzt wirklich um sind. Was haben wir alles erlebt!Läs mer
Zwischenstopp zu Haus
17–29 apr. 2025, Tyskland ⋅ ☁️ 10 °C
Der Empfang könnte schöner nicht sein: Pauline und Jule schließen wir am Nordibahnhof in die Arme (Lotta ist ja in Columbien!) und es gibt Lasagne und ein Bett in Paulines WG.
Wir sind nun in den 9 Monaten rund 50.000 km durch 12 Länder gereist: 3 in Südost Afrika, 7 in Südost Asien und noch 2.
Wir haben hier 61 Footprints mit über 1000 Bildern verfasst, die sich etwa 50 nahe Menschen anschauen. Das hat auch uns motiviert kontinuierlich Urlaubstagebuch zu schreiben, zu reflektieren sowie Fotos zu sortieren, schneiden, föhnen.
Wir kommen an, und die Doku für uns und Euch ist quasi fertig!!
Die nächsten Ostertage sind Familie pur, wir gehen schön mit Christiane, Susi und Franzi aus, fahren zu Irmela und Klaus, treffen dort sogar Katrin, Lutz, Niklas, Philipp, Kathrin, Paul, Helen. Wow, alle auf einmal und es kommt noch dicker, denn in Holzminden wird groß gefeiert, auch ein Stück Heimat. Wir sind sehr dankbar und voller Emotionen!
Der Knaller ist, dass der Malawi-Freundeskreis e.V. 4 Kulturschaffende aus Blantyre eingeladen hat, die wir zu Beginn unserer Rauszeit ins Herz geschlossenen haben: in den nächsten Tagen sind wir bei Theater- und Tanzworkshops und Harris (der taucht in fast jedem Blantyre-Footprint auf) wird zum Geburtstagsessen bei Ellen und Familie spontan eingeladen, denn dort sind wir für 3 Tage untergekommen.
Zu Haus zu Gast in Krähenwinkel erfreuen wir uns an Terrasse, Garten, Vertrautheit und surfen auf dem Wohnzimmercouch und im WWW, es gibt einiges zu Planen für unsere Soloreisen. Danke, Jule und WG! So lernen wir noch die neue Mieterin kennen - Zufall, dass aus Rohan nun Ruhi wird (beide Indien) wobei der Wechsel die Aufstellung der Nebenkosten erfordert. Puh, so viele Zahlen!
Da in Hannover unsere Rundreiseplanung mit Malawi begann und sich nun wieder schließt, teilen wir ein kleines Lied, das sich Silla zum Abschied aua Blantyre für uns ausgedacht hat (nur der Mittelteil ist von uns). Wir wurden Ende November überraschend in ein 3qm Studio bei 35° eingeladen, damit wir den Song einsingen/spielen. Ganz fertig ist er nicht gemischt, aber eine tolle Erinnerung an die Zeit, die uns gerade zu Hause einholt. Unten findest du den Link und Übersetzung.
Der Tenor: erlebe alles selbst und schau nicht nur im Internet!
Ja, das haben wir gemacht! 😊
Sillas Song:
https://c.1und1.de/@520252255622928071/lys0k8Ff…
Tenge tenge iwe tenge!
Ayeeh tenge tenge!
=Nimm es mit, nimm es! Ohja, nimm es!
1)
Ndikakuone kumalawi
Ndikakuone ku blantyre
Ndikaione capital city
Ndikaione lake malawi
Ndisamangoona pa intrnet
Chonde tenge tenge. Ayeeh tenge tenge!
=Ich werde dich in Malawi sehen und ich werde dich in Blantyre treffen und ich werde die Hauptstadt sehen und ich werde den Malawi-See sehen
und ich werde das nicht nur im Internet sehen,
bitte nimm dies mit,
ohja, nimm es, nimm es!
2)
Ndikamuone gule wankulu
Ndikadyeko nsima
Ndikadyeko Thelele
Ndikawaone ansangala
Ndisamangoona pa intrnet!
Chonde tenge tenge.
Ayeeh tenge tenge!
=Ich möchte Wankulu tanzen
Ich werde Mais essen
Ich werde Okra essen
Ich werde glückliche Leute treffen
Und ich sehe es nicht nur im Internet!
Bitte nimm dies mit,
Ohja, nimm es, nimm es!Läs mer








































































































































































































































