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Die polnische Ostseeküste

Kleiner Sommer-Roadtrip von Usedom bis Danzig Read more
  • Trip start
    July 3, 2026

    Zwischenstopp an der Müritz

    July 3 in Germany ⋅ 🌬 20 °C

    Auf unserem Weg an die polnische Ostseeküste haben wir heute eine große, teilweise etwas zähe Etappe zurückgelegt und sind schließlich im hübschen Städtchen Waren an der Müritz, mitten in der Mecklenburgischen Seenplatte, gelandet.

    Wir haben einen schönen Stellplatz direkt am Hafen gefunden. Von hier aus erreicht man in wenigen Minuten die lebendige Altstadt und die schöne Uferpromenade mit ihren vielen Restaurants und Cafés. Alles hat ein maritimes Flair und ein Besuch lohnt sich wirklich.

    Die Müritz ist Teil der Mecklenburgischen Seenplatte – einer einzigartigen Wasserlandschaft mit über tausend Seen, ausgedehnten Wäldern und zahlreichen Naturschutzgebieten.

    Von hier aus sind es morgen noch rund zwei Stunden bis auf die Insel Usedom, die sowohl zu Deutschland als auch zu Polen gehört.

    Stellplatz:
    Wohnmobilstellplatz Waren am Hafen
    Strandstraße 3
    17192 Waren (Müritz)
    53.5117, 12.6859

    Gebühr: ca. € 25,- von 17.00 bis 11.00 Uhr
    Einfacher Parkplatz in sehr guter Lage. VE teilweise möglich.
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  • Prunkvolle Kaiserbäder

    July 4 in Germany ⋅ 🌬 21 °C

    Die gut zweistündige Fahrt von Waren auf die Insel Usedom hat mich doch ein wenig überrascht. Ich hatte mir die Mecklenburgische Seenplatte nicht so ländlich vorgestellt. In gemächlichem Tempo ging es über kleine Landstraßen durch zahlreiche Dörfchen. Erst auf den letzten 30 Kilometern vor Usedom merkte man, dass es auf einen touristischen Hotspot zuging.

    Geparkt haben wir am Rande von Bansin auf einem schön schattigen Parkplatz unter Bäumen. Von hier aus ging es mit dem Fahrrad durch die drei Kaiserbäder Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck. Sie gehören zu den traditionsreichsten Seebädern Deutschlands. Ihre Blütezeit begann im 19. Jahrhundert, als wohlhabende Berliner und der deutsche Kaiserhof hier ihre Sommer verbrachten – daher stammt auch der Name „Kaiserbäder“. Bis heute prägen prachtvolle Villen der Bäderarchitektur, die historischen Seebrücken und die kilometerlange Strandpromenade das Bild. Nach der Wiedervereinigung wurden viele Gebäude aufwendig restauriert, sodass die Kaiserbäder bis heute ihren Charme aus der Kaiserzeit bewahrt haben. Alles wirkt sehr prunkvoll, und überall herrschte reges Treiben.

    Nur kleine Abschnitte der Strände sind für Hunde freigegeben. Außerdem ist der Strandzugang nur mit einer Tageskurkarte erlaubt.

    In Ahlbeck sind wir über die Seebrücke spaziert. Mizzy fand das allerdings ziemlich unheimlich und ist nur in der sicheren Mitte der Brücke gelaufen.

    Letztes Etappenziel war schließlich noch Swinemünde (Świnoujście) auf der polnischen Seite. Hier gibt es keine Hundeverbotsschilder und auch keine Kurkartenautomaten. Über viele Jahrhunderte gehörte die Stadt zu Pommern und später zu Deutschland, bevor sie nach dem Zweiten Weltkrieg unter polnische Verwaltung kam. Heute ist Swinemünde ebenfalls ein lebendiger Ostsee-Kurort mit einer sehenswerten Mischung aus historischer Bäderarchitektur und moderner Bebauung.

    Stellplatz:
    Parkplatz Seebad Bansin
    Fischerweg
    17429 Heringsdorf
    53.9738, 14.1374

    Gebühr: ca. € 13,- für 22 Stunden
    Einfacher Parkplatz in der Nähe der Seebrücke Bansin. Keine VE
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  • Enttäuschung im Nationalpark Wolin

    July 5 in Poland ⋅ 🌬 19 °C

    Der erste Tag in Polen wird es wohl nicht auf die Liste meiner Highlights schaffen. Schuld daran war allerdings keineswegs das durchwachsene Wetter mit Regen und kräftigem Wind.
    Nach einer kurzen Fahretappe haben wir Międzyzdroje erreicht. Die ersten beiden Stellplätze konnten uns überhaupt nicht überzeugen, sodass wir schließlich auf dem günstigen Forest Camp gelandet sind. Der Platz ist zwar keine Schönheit, bietet aber ausreichend Stellfläche und der Empfang war sehr freundlich.

    Międzyzdroje selbst ist eine sehr lebhafte Stadt an der Ostseeküste. Die Promenade erinnert ein wenig an eine große Kirmes – mit zahlreichen Imbissständen, Spielautomaten und kleinen Karussells für Kinder.

    Auf meiner Liste stand der Ort vor allem wegen seiner Lage am Nationalpark Wolin, in dem es einige reizvolle Wanderziele geben soll – so zumindest meine Recherche im Vorfeld.
    Also wurden der Rucksack gepackt und Mizzy und ich machten uns auf den Weg. Zunächst mussten wir fast eine Stunde quer durch den Ort laufen, bis wir endlich den Eingang zum Nationalpark erreichten. Dort stand allerdings ein Schild mit einem durchgestrichenen Hund. Zunächst dachte ich, das Verbot beziehe sich lediglich auf das Wisentreservat, das ich als erstes besuchen wollte.
    In der Hoffnung, die übrigen Ziele – insbesondere Gosań, den mit rund 95 Metern höchsten Steilküsten-Aussichtspunkt Polens – dennoch erreichen zu können, liefen wir zunächst an der Landstraße entlang. Doch an jedem Weg, der in den Nationalpark führte, stand das gleiche Verbotsschild. Selbst die zum Nationalpark gehörenden Strandabschnitte sind für Hunde gesperrt.
    So blieb uns am Ende lediglich eine Strandwanderung bei stürmischer See und anschließend ein Bummel über die lebhafte Promenade.

    Zurück am Camper stellte sich bei weiterer Recherche heraus, dass Hunde in den meisten polnischen Nationalparks nicht erlaubt sind. Damit muss ich leider auch die berühmten Wanderdünen im Słowiński-Nationalpark von meiner Bucket List streichen. Schade.

    Stellplatz:
    Forest Camp Międzyzdroje
    36 Polna
    72-500 Międzyzdroje
    53.1871, 8.0004

    Gebühren: 22 € für eine Person inklusive Hund

    Ordentlicher Campingplatz, etwa zehn Minuten zu Fuß bis zur Ostsee. VE möglich. Das Gelände ist mit einem Zugangscode gesichert.
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  • Von der Ostsee verschlungen

    July 6 in Poland ⋅ 🌧 17 °C

    Da stand doch tatsächlich mein werktäglicher „Notwecker“ noch auf 5:30 Uhr und hat mich unsanft aus den schönsten Träumen geholt. Ich habe ihn jedoch zum Schweigen gebracht und den Tagesstart um zweieinhalb Stunden verschoben.

    Anschließend haben wir eine kleine Etappe in Richtung Danzig zurückgelegt und in Niechorze einen richtig schönen Campingplatz gefunden. Der kleine Küstenort ist kein Vergleich mit dem Trubel der vergangenen beiden Tage auf Usedom und in Międzyzdroje. Hier geht alles angenehm entspannt zu. Die freundliche Dame an der Rezeption hat mir einfach einen Stellplatz gezeigt und meinte nur: „Bezahlen können Sie morgen.“

    Gegen Mittag haben wir uns auf eine rund 12 Kilometer lange Wanderung nach Trzęsacz begeben. Der Weg führte abwechselnd direkt am breiten Sandstrand entlang und durch den Wald oberhalb der Steilküste. Immer wieder boten sich schöne Ausblicke auf die Ostsee.

    Das Ziel war die berühmte Kirchenruine von Trzęsacz. Kaum zu glauben, dass die Kirche bei ihrer Errichtung im 15. Jahrhundert noch fast zwei Kilometer von der Küste entfernt stand. Über die Jahrhunderte hat die Ostsee die Steilküste jedoch Meter für Meter abgetragen, bis schließlich fast die gesamte Kirche im Meer verschwand. Heute erinnert nur noch eine erhaltene Mauer an die einstige Kirche.

    Unsere Mittagspause mit einer leckeren Zapiekanka legten wir in Rewal ein. Der Ort ist etwas lebhafter als Niechorze. Viele kleine Geschäfte, Cafés und Imbissstände sorgen für eine angenehme Atmosphäre.

    Nicht fehlen durfte natürlich auch ein Blick auf den Leuchtturm von Niechorze. Mit seinen 45 Metern zählt er zu den höchsten Leuchttürmen an der polnischen Ostseeküste und ist schon von Weitem ein markanter Orientierungspunkt.

    Leider hat es fast den ganzen Tag leicht geregnet. Zum Wandern war das aber überhaupt nicht störend. Inzwischen ist daraus ein beständiger Landregen geworden, sodass wir es uns jetzt im Camper gemütlich gemacht haben.

    Stellplatz:
    Kamping Pomona
    25 Polna
    72-350 Niechorze
    54.0929, 15.0667

    Gebühren: € 25,- inkl. Hund
    Sehr empfehlenswerter Platz. Bis zum Strand keine 5 Minuten. VE möglich mit
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  • Alert RCB: Warning – Strong Winds

    July 7 in Poland ⋅ 🌧 17 °C

    Per SMS auf beiden meiner Mobilfunkkarten wurde ich heute vor starkem Sturm gewarnt. Der Wind wurde von Dauerregen begleitet, der bis jetzt anhält. Da ich mein nächstes geplantes Ziel, die Wanderdüne bei Łeba, aufgrund des Hundeverbots ohnehin nicht ansteuern kann, haben wir nach einem einstündigen Strandspaziergang eine vierstündige Etappe auf die Halbinsel Hel zurückgelegt.

    Die rund 35 Kilometer lange, stellenweise nur wenige hundert Meter breite Landzunge trennt die Danziger Bucht von der offenen Ostsee. Sie ist bekannt für ihre langen Sandstrände, Dünenlandschaften und die kleinen Küstenorte, die sich wie an einer Perlenkette entlang der schmalen Landverbindung aneinanderreihen.

    Der erste hier ausgewählte Platz war so ungemütlich, dass ich auf den Campingplatz direkt am Hafen beziehungsweise Strand gewechselt habe. Der Platz ist zwar ebenfalls nicht mit dem von gestern zu vergleichen, wirkt aber deutlich freundlicher als Platz Nummer eins. Vorallem wegen besserer Lage, was mir persönlich wichtiger ist, als Luxus.

    Je nach Wetter werden wir hier zwei Nächte verbringen – morgen soll es wieder deutlich besser werden. Lassen wir uns überraschen.

    Nachtrag 21:30 Uhr.
    Eine Regenpause hat uns noch einmal zum Strand gezogen und es war herrlich. Kräftiger Wind und toller Bilder. Das hat man auch nicht alle Tage!

    Stellplatz:
    Helkamp
    1 Kuracyjna
    84-150 Hel
    54.5992, 18.8065

    Gebühren: € 23,- inkl. Hund
    Strand und Hafen direkt nebenan.
    Auf Hel wohl einer der besseren Plätze, aber ehr nur für ein/zwei Nächte geeignet. VE möglich.
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  • Wandern zwischen Natur und Geschichte

    July 8 in Poland ⋅ 🌬 17 °C

    Gestürmt hat es in der Nacht ganz schön kräftig. Teilweise fühlte es sich nicht wie in einem Wohnmobil, sondern wie auf einem Schiff an. Umso erfreulicher war der morgendliche Ausblick auf einen strahlend blauen Himmel, auch wenn uns der Wind den ganzen Tag begleitet hat.

    Nachdem ich den Platz um eine Nacht verlängert hatte, sind Mizzy und ich losmarschiert. Die Geschichte der Halbinsel Hel während des Zweiten Weltkriegs und des anschließenden Kalten Krieges lässt sich hier regelrecht erwandern.

    Ein großer Teil unserer Tour führte über den „Blauen Weg“. Der rund zehn Kilometer lange Themenwanderweg verbindet zahlreiche ehemalige Militäranlagen und führt überwiegend durch den Kiefernwald, immer wieder mit schönen Ausblicken auf die Ostsee und Abstechern an den Strand. Unterwegs passiert man Bunker, Geschützstellungen und andere Relikte einer Zeit, in der die Halbinsel eine wichtige militärische Rolle spielte.

    Im Freilichtmuseum Skansen Obrony Wybrzeża werden diese Anlagen mit restaurierten Bunkern und schweren Küstengeschützen ergänzt. Beeindruckend im eigentlichen Sinn fand ich das allerdings nicht. Vielmehr sind diese Bauwerke für mich ein mahnendes Zeugnis dafür, welchen Aufwand Menschen betreiben, um sich auf Krieg vorzubereiten. Gerade in einer Zeit, in der in Europa wieder Krieg herrscht, ist ein solcher Ort weniger faszinierend als vielmehr eine Erinnerung daran, alles dafür zu tun, dass wir nie wieder in solche Zeiten zurückfallen.
    Bezeichnenderweise sind es von meinem aktuellen Standort bis nach Kaliningrad, einer russischen Enklave, nur rund 150 Kilometer Luftlinie.

    Ende unserer Wanderung war der Ort Hel selbst, der eine sehr gepflegte Promenade mit vielen kleinen Geschäften, Restaurants und Imbissbuden hat.

    Mein bisheriger Eindruck von Polen ist durchweg positiv. Vieles wirkt ausgesprochen sauber und gepflegt, auch wenn man an manchen Stellen noch erkennen kann, dass das Land jahrzehntelang zum Ostblock gehörte. Die Menschen sind außerdem sehr freundlich und offen.

    Am Nachmittag sind noch einmal ein paar Regentropfen gefallen und ich habe die Zeit im Camper-Office genutzt. Nicht alle Tage sind komplette Urlaubstage.
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  • Zu Besuch in der alten Hansestadt Danzig

    July 9 in Poland ⋅ 🌬 19 °C

    Bei dichtem Verkehr war die Anfahrt nach Danzig etwas mühsam. Gegen Mittag haben wir einen sehr schönen Campingplatz in der Nähe des Strandes und nur rund 20 Fahrradminuten vom Stadtzentrum entfernt erreicht. Eigentlich wollte ich auf Empfehlung einen Wohnmobilstellplatz am Hafen anfahren. Die jüngsten Bewertungen berichten jedoch von einer Großbaustelle mit erheblichem Baulärm von früh bis spät.

    Mit dem Fahrrad ging es anschließend auf einem gut ausgebauten Radweg in die Innenstadt. Dort war es ordentlich voll – die AIDA hatte offenbar gerade eine Schiffsladung Touristen zur Stadtbesichtigung ausgespuckt. Für Mizzy waren die vielen Menschen ziemlich anstrengend, aber sie hat sich tapfer geschlagen.

    Gut drei Stunden lang haben wir mit Hilfe der KI die Altstadt erkundet. Über den Königsweg führte uns der Spaziergang durch die Lange Gasse und den Langen Markt mit seinen prächtigen Bürgerhäusern, dem Rathaus und dem Neptunbrunnen. Von der gewaltigen Marienkirche, einer der größten Backsteinkirchen der Welt, gelangt man in die Frauengasse mit liebevoll restaurierten Häusern. Gefühlt bietet hier jedes Haus Bernsteinschmuck zum Verkauf an. Zum Abschluss führte unser Weg am historischen Krantor – dem Wahrzeichen der alten Hansestadt – vorbei, das direkt an der Mottlau liegt.

    Zusammen mit Stockholm gehört Danzig für mich zu den schönsten Städten, die ich bisher auf meinen Reisen bisher besucht habe.

    Danzig blickt übrigens auf eine über 1.000-jährige Geschichte zurück und war über Jahrhunderte eine der bedeutendsten Hafenstädte der Ostsee sowie Mitglied der Hanse. Im 20. Jahrhundert stand die Stadt mehrfach im Mittelpunkt der Weltgeschichte: Hier begann am 1. September 1939 mit dem Angriff auf die Westerplatte der Zweite Weltkrieg. Nach dem Krieg wurde die weitgehend zerstörte Altstadt mit großem Aufwand originalgetreu wieder aufgebaut und zählt heute zu den schönsten historischen Stadtkernen Europas.

    Mittlerweile sind wir wieder auf dem Campingplatz angekommen. Mizzy liegt erschöpft auf ihrem Platz und genießt die Abendsonne. Später werden wir den Tag noch mit einem kleinen Spaziergang am Strand ausklingen lassen.

    Stellplatz:
    Camping Stogi 218
    Wydmy 9
    80-656 Gdańsk
    54.3699, 18.7297

    Gebühren: 28 € inklusive Hund.
    Empfehlenswert für den Besuch von Danzig. Sauber, gepflegt und ruhig gelegen. Mit dem Fahrrad ist die Altstadt in etwa 20 Minuten zu erreichen. VE möglich.
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  • Letzter Stopp an Polens Ostseeküste

    July 10 in Poland ⋅ ☁️ 19 °C

    Danzig war der östlichste Punkt unserer Reise. Heute haben wir gut 260 Kilometer in Richtung Heimat zurückgelegt. Der letzte Stopp an der polnischen Ostseeküste ist nun Kolberg. Die Stadt zählt zu den bekanntesten Ostseebädern Polens und blickt auf eine lange Geschichte als Hafen- und Hansestadt zurück. Heute ist sie vor allem für ihre Solequellen, den Kurbetrieb und ihre kilometerlangen Sandstrände bekannt.

    Ich persönlich fand der Ort ziemlich überlaufen und nicht unbedingt als ein echtes Muss auf einer Tour entlang der polnischen Ostseeküste. Die kleine Altstadt mit dem Dom ist ganz nett, kommt aber bei Weitem nicht an Danzig heran. Sehr schön ist der lange Promenadenweg bis zum Leuchtturm und zur Seebrücke. Diese ist für Hunde gesperrt. Somit konnten wir nicht über die 220 Meter lange bekannteste Seebrücken Polens laufen.
    Rund um den Leuchtturm reiht sich ein Stand an den nächsten, an denen Kleinkünstler versuchen, ihre Bilder und allerlei sonstige Souvenirs los zu werden.

    Mizzy hatte hier kurz eine kleine Panik. Ein ferngesteuerter Drache (siehe Video) sorgte zwar bei Besuchern für Unterhaltung, meine kleine Hundemaus fand ihn jedoch ziemlich unheimlich.

    Der Strand selbst ist nicht besonders breit und war heute aufgrund des sonnigen Wetter voll. Nach dem Abendessen werden wir aber noch einmal zu einer Strandwanderung aufbrechen – dann dürfte es deutlich ruhiger sein. Alles in allem ist auch Kolberg sehr sauber und gepflegt, gleichzeitig aber ausgesprochen touristisch. Man fragt sich schon, wie die unzähligen Restaurants und Imbissbuden hier alle existieren können.

    Stellplatz:
    Camping baltic
    4 Dywizji Wojska Polskiego 1
    78-100 Kołobrzeg
    54.1815, 15.5956

    Gebühren: € 28,- inkl. Hund
    Einziger Campingplatz in Kolberg. Ganz inOrdnung, gut organisiert und nur 350 Meter bis zum Strand und zur Promenade. VE möglich.
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  • Der traurige Hundeblick

    July 11 in Germany ⋅ ⛅ 27 °C

    Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie viel unsere vierbeinigen Begleiter mitbekommen.
    Heute Morgen wurden wir von herrlichstem Sonnenschein geweckt und sind, bewaffnet mit frisch gebrühtem Kaffee, in Richtung Strand spaziert. Dort erwachte gerade alles zum Leben und wir sind bei sehr angenehmen Temperaturen noch ein gutes Stündchen am Wasser entlanggelaufen.
    Als wir den Strand über den Zugang wieder verlassen wollten, drehte sich Mizzy noch einmal um und schaute ganz traurig auf den feinen Sand und die leisen Wellen. Sie hat genau gecheckt, dass es nun zurück nach Hause und damit wieder in den Alltag geht.

    Der Weg dorthin erwies sich allerdings als ziemlich mühsam. Als Tagesetappe hatte ich eigentlich geplant, bis hinter Hannover zu kommen. Die erste kleinere Verzögerung gab es bereits bei Stettin. Anschließend dauerte die Grenzüberquerung mehr als eine halbe Stunde. Der Verkehr wurde einspurig in einer Schleife über einen Parkplatz an streng dreinblickenden Polizisten vorbeigeführt.
    Den Großraum Berlin haben wir dann überraschend zügig passiert und zunächst sah alles danach aus, als würden wir gegen 18 Uhr einen Stellplatz hinter Hannover erreichen. Doch diese Rechnung ging nicht auf. In einer Baustelle auf der A2 musste die Autobahn wegen eines Unfalls komplett gesperrt werden. Langsam und mühsam kämpften wir uns bis zur Ausleitung vor. Die Bedarfsumleitung war natürlich ebenfalls völlig überlastet und die im Navi angezeigte Ankunftszeit kletterte immer weiter in Richtung 19:30 Uhr.
    Bei den warmen Temperaturen hatte Mizzy langsam genug, und auch meine Lust, anschließend noch zwei Stunden weiterzufahren, hielt sich in Grenzen. Aber genau das ist ja das Schöne am Wohnmobil: die Spontanität. Also kurz Park4Night befragt und nur 17 Kilometer entfernt einen Wohnmobilstellplatz in Helmstedt gefunden. Dieser ist tatsächlich sehr großzügig angelegt und direkt daneben gibt es schöne Wege für einen ausgedehnten Spaziergang mit dem Hund.

    Jetzt klingt der letzte Urlaubsabend bei einem letzten polnischen Bier aus. Mit etwas Glück sind wir von hier aus morgen nach vier bis fünf Stunden wieder in der Heimat.

    Stellplatz:
    Wohnmobilstellplatz Helmstedt
    Maschweg
    38350 Helmstedt
    52.2350, 11.0113

    Gebühren: € 10,-
    Nahe der A2, ruhig und gut für eine Zwischenübernachtung geeignet. VE teilweise gegen Aufpreis möglich.
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  • Epilog

    July 12 in Germany ⋅ ☀️ 31 °C

    10 Tage sind schon wieder wie im Fluge vorbeigegangen. Für mich war es das erste Mal im Sommer, dass ich eine reine Küstenregion ohne Berge und alpine Wanderungen besucht habe. Mizzy gefällt es am Strand sehr gut, zumindest solange die Brandung nicht zu laut ist und ihr das Wasser nicht zu nahe kommt.

    Ein längerer Aufenthalt an einem Ort wäre für mich hier weniger denkbar, zumindest nicht, um den Tag am Strand zu verbringen. Aber von Ort zu Ort zu reisen, Strandwanderungen zu unternehmen und mal eine Stadt kennenzulernen, ist schon eine schöne und erholsame Art zu reisen.

    Die Ostseeküste gefällt mir wesentlich besser als die Nordsee. Die Strände sind toll und speziell auf Polen bezogen gibt es hier wenige Verbotsschilder für Hunde, was in den deutschen Ostseeregionen – zumindest auf Usedom – schon wieder anders ausschaut.

    Schade, dass Nationalparks für Hunde verboten sind. Sowohl den Nationalpark Wolin als auch den Slowinzischen Nationalpark mit der Wanderdüne hätte ich gerne besucht.

    Wer die polnische Ostseeküste bereist, sollte unbedingt Danzig besuchen. Eine wirklich schöne Stadt. Auch die Halbinsel Hel sollte keinesfalls fehlen.

    Ansonsten gibt es auch viele hübsche kleine Orte, wo es nicht so belebt zugeht. Kolberg gehört zwar auch auf die Liste, aber hierfür reicht ein halber Tag. Ich würde nicht mehr in Kolberg übernachten, sondern in einem der benachbarten Orte und dann mit dem Rad einen Ausflug dorthin machen.

    Viel beachten muss man in Polen nicht. Es gibt kein kompliziertes Mautsystem, die Stellplätze sind alle recht unkompliziert und alles fühlt sich auch sehr sicher an.

    Bezahlt wird mit Złoty. Bargeldlos kann auch an vielen Stellen bezahlt werden, aber noch nicht so selbstverständlich wie beispielsweise in Norwegen. Ich hatte am Automaten rund 250 Euro abgehoben und dann so ziemlich alles in bar bezahlt und trotzdem noch ein wenig übrig.

    Die Infrastruktur für Camper ist sehr gut – es gibt viele Campingplätze, die gut auf Wohnmobile eingestellt sind. Die Kosten sind überschaubar.

    Die polnische Ostseeküste ist auf jeden Fall eine Reise wert.
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    Trip end
    July 12, 2026