Von Wüsten und Kamelen
11 декабря 2024 г., Индия ⋅ 🌙 14 °C
Heute Vormittag besuchen wir noch den berühmten Stufenbrunnen, den wir gestern irgendwie verpasst haben. Am Weg dorthin begegnen uns noch ein paar schmucke blaue Wände und schlafende Hunde, sowie ein nettes Kleidergeschäft, wo wir tatsächlich fündig werden.
Dann heißt es auch schon zurück zum Hotel zu gehen. Ein flotter Chai dauert dann doch ein bissi länger, aber ich kann ihn in mein Thermoshäferl umfüllen, damit wir unseren neuen Fahrer nicht gleich am ersten Tag versetzen! Jetzt geht es ab nach Osian, wo wir Raj treffen, der zunächst zwei Tempel mit uns besichtigt und uns dann zu seiner Farm mitnimmt, wo wir heute übernachten werden.
Er erzählt uns einige Geschichten zum Tempel, aber leider ist sein English etwas schwerer zu verstehen, sodass ich manchmal nur freundlich nicke und aufgebe, alles verstehen zu wollen. Aber so viel habe ich mitbekommen: die Götter wollen, dass ihre Gläubigen kein Fleisch verzehren und auf Alkohol verzichten. Glaube ich 😇
Auf der letzten Etappe fahren wir über unbefestigte Straßen, zwischen ein paar Karotten- & Zwiebelfeldern durch und dann erblicken wir unsere Reittiere: Jigger, 12 Jahre, und Papuu, 7 Jahre alt. Der schüchterne Moti begleitet uns zu Fuß, wovon er nicht so begeistert ist, habe ich den Eindruck. Leider ist sein English quasi nicht vorhanden, deshalb fällt es uns auch schwer ihn aufzuheitern. Aber das Trinkgeld am Ende unserer Tour stimmt ihn dann doch um. 😉
Als wir mit den Kamelen dann an der Farm ankommen, bekommen wir einen klassischen roten Turban aufgesetzt und Chai auf dem Rooftop serviert, wo wir dem Sonnenuntergang beiwohnen dürfen. Danach wird es schnell frisch und wir finden uns mit den anderen Gästen, die noch zum Abendessen bleiben, am Lagerfeuer ein, bis die Damen des Hauses zum Essen ins Haus rufen. Hierzu wurden im Wohnzimmer zwei große Decken ausgerollt und so niedrige, kleine Holztischchen aufgestellt, wovon jede/r sein eigenes bekommt. Als alle Platz genommen haben, gehen Raj und sein Bruder reihum und teilen das Essen aus. Dal aus dunklen Linsen und Blättern des Sangri Baumes (?), Allo Gajar (Kartoffel-Karotten-Gemüse), Reis, Rotis aus Weizen und Hirse und natürlich ein scharfes Chutney. Wir bekommen so lange nach, bis wir vehement abwehren. Köstlich!
Hinter uns saßen die Kinder am eiskalten Steinboden und schrieben ihre Hausaufgaben. Anita zeigte uns stolz, was sie schon kann. Und wir warfen dann noch einen Blick in die Küche zu den fleißigen Frauen am Herd und durften uns ebenfalls im Roti rollen und braten versuchen.
Währenddessen wurden draußen unsere Betten unter freiem Himmel gerichtet. Wir wollten es wagen! Zur Not, sollte zu viele Wind aufkommen, könnten wir uns jederzeit in unsere (ebenfalls ungeheizte) Hütte zurückziehen. Die Luft war schon wirklich seehr kalt, aber die schweren Baumwolldecken gaben ihr Bestes und das war ausreichend. Bis auf Nasenspitzerl und Augenlider war mir kuschelig warm. Der Sternenhimmel wurde von der beinahe vollen Mondin ein wenig ausgebremst, war aber trotzdem wunderschön ✨✨Читать далее

Wow, such a wonderful holiday [Mommy]
Ein Wochenende in Jaipur, Tag 1
13 декабря 2024 г., Индия ⋅ ☀️ 22 °C
Nach einem frischen Frühstück am Dach bei knackigen 7°C verabschieden wir uns von Pushkar und machen uns mit Qayum auf den Weg nach Jaipur, der größten Stadt Rajasthans. Das schüchtert mich gleich etwas ein, bin ich doch grundsätzlich schon nicht so der Städte-Fan und in Indien noch weniger...
Jaipur bietet auf jeden Fall einige Paläste, zwei Forts, ein großes Museum, eine Sammlung ausgeklügelter astronomischer Messgeräte aus dem 18. Jhdt und vieeeeele Tempel. Wir starten mit Jantar Mantar, wo auch die riesige 27 m hohe Sonnenuhr steht, mit der die Zeit bis auf 2 Sekunden genau abgelesen werden kann! Wir sparen uns einen Guide, da ich befürchte, die Raffinesse dieser astronomischen Kunstwerke sowieso nicht zu verstehen, aber sie sehen auf jeden Fall alle sehr eindrucksvoll aus!! Es sind sehr viele Schulklassen unterwegs, was zur Folge hat, dass wir für zahlreiche Selfies posen dürfen. Ich hab das Gefühl, auf den indischen social Mediakanälen schon als Celebrity zu gelten 😉😇!!
Auf dem Weg zurück zum Parkplatz gönnten wir uns eine frische Kokosnuss 😋
Und am Tankstopp am Weg zum Fort gab es einen Blick auf den Wasser Palast.
Die Fahrt hoch zum Amber Fort hat es sich ordentlich gestaut, was zahlreiche Straßenhändler und Bettler ausnützen, um durchs Fenster an die Fahrgäste heranzukommen. Leicht unangenehm... Schließlich wollen wir weder ein Turbankäppi noch können wir allen Kindern Schnitten oder Geldscheine in die Hand drücken. Es hilft leider nur, den Blickkontakt zu vermeiden. Kurzer Zwischenstop beim Stufenbrunnen, bisschen kleiner und weißer als in Jodhpur und man darf nicht runter --> kam gleich die Trillerpfeiffe.
Endlich oben angekommen, gehen wir zu Fuß weiter, während Qayum das Auto parkt. Wir bahnen uns einen Weg zwischen einheimischen Touristen und Tourguides, die sehr eindringlich ihre Dienste anbieten, zunächst bis zur WC Anlage. Ziemliche olfaktorische Herausforderung um 5 Rps/Pers. Dann weiter zum Ticketschalter. Die Leute drängen von allen Seiten, die Scheibe ist schmutzig und die Typen dahinter sitzen mindestens 1 m weit weg und sind kaum zu verstehen, als wir uns bzgl Audioguide erkundigen. Erst jetzt bemerke ich, dass ich mein Bauchtascherl mit Geld und Paß im Auto gelassen habe. Blöderweise hat Annemarie aber den letzten Eintritt bezahlt und daher auch nicht mehr genug Scheine dabei!!
Nach einigem Hin und Her beschließen wir, dass wir mit zwei Forts wohl eh schon genug gesehen haben und dieses hier gut sein lassen werden. Unterm Strich also eine weite Anreise für einen WC Stop mit ein bisserl Aussicht 😉!
Statt Geschichte gibt es dafür etwas Kultur Kunst, denn wir machen nun einen Stop bei einer traditionellen Blockdruckmanufaktur. Der weltoffene Shopinhaber erzählt uns begeistert von seiner Passion und wir dürfen den jungen Männern bei der Arbeit zusehen. Und hätten wir nicht schon 5 extra Taschen zu unserem Gepäck, es wäre bestimmt noch eine tolle Tischdecke oder Bettüberwurf mitgekommen!
Nun ist es aber höchste Zeit für ein Abendessen! Auf der Herfahrt haben wir unseren Chauffeur nach einem Restaurant-Tip gefragt und nun laden wir ihn als Dankeschön für heute zum Essen ein! Es gibt köstliche traditionelle Küche mit Volkstanz! Für indische Verhältnisse hochpreisig, aber das darf auch einmal sein ;-)Читать далее
Pushkar: Affen, Märkte & Heiliges Wasser
13 декабря 2024 г. ⋅ ☀️ 22 °C
Nach einem süßen Milchreis- & Linsenporridge Frühstück heißt es Abschied nehmen von den fröhlichen & hilfsbereiten Frauen und dem kleinen Om Prakash im Ashram.
Wir passieren wieder zahlreiche Kühe, Ziegen und sonstige Tiere, sowie interessante Objekte und Gefährte auf unserem Weg nach Pushkar. Bevor man ins Innere der kleinen Stadt vordringt, durchquert man ausgedehnte Sandpisten, wo alljährlich Anfang November der riesige Kamel- & Viehmarkt stattfindet. Derzeit befinden sich nur vereinzelte Gipsy-Zelte dort.
Nach dem Einchecken in unserem herzigen grünen New Heli Hotel am Stadtrand, machen wir eine kurze Tour zum einzigen (!!) Lord Brahman gewidmeten Tempel von ganz Indien. In der hinduistischen Dreifaltigkeit ist Vishnu der Erhaltet und seinem beliebten Avatar Krishna, dem Gott der Liebe, sind sehr viele Tempel gewidmet, ebenso Shiva, dem Gott der Zerstörung, und seiner Gefährtin Parvati. Brahman ist der Schöpfergott und hat, warum auch immer, in ganz Indien nur diesen einen Tempel hier in Pushkar für sich alleine und alle gläubigen Hindus, pilgern angeblich mindestens einmal im Leben hierher, wie die Muslimen nach Mekka.
Wir spazieren weiter durch den Markt und um den heiligen See, der 54 Badestellen oder Gahts rundherum hat, nach den royalen Herrschern benannt, die sie erbauen ließen und in der Vergangenheit auch benutzten. Es heißt, dass sogar Gandhi's Asche zur Hälfte hier im See ausgestreut worden ist.
Wir kehren ohne zu baden im Rainbow Rooftop Restaurant auf ein Rajasthan Thali und Butter Paneer ein. Sehr lecker, wie eigentlich immer hier in Indien!
Der zweite wichtige Tempel liegt auf der Spitze eines Berges. Nach dem vielen Sitzen und Autofahren in den letzten Tagen, bin ich sehr für einen Fußmarsch hinauf! Also steigen wir über zahlreiche Stufen in den Himmel empor und auch Annemarie ist frohen Mutes, bis wir vor uns zahlreiche Languren erblicken. Ich bin sehr angetan, da unerschrocken und ohne schlechte Erfahrungen. Annemarie hat großen Respekt vor den agilen Tieren und benutzt mich als lebendes Schutzschild, immer darauf achtend, dass ich zwischen ihr und den Affen bin. Tapfer folgt sie mir nach oben. Als wir bei einer einzelnen Mutter mit sehr kleinem Baby vorbeikommen, erinnere ich mich an die Reste des Frühstücks (frittierte Pakhora und süße Kekse), die wir vom Ashram als Reiseproviant mitbekommen haben, und hole sie aus dem Rucksack. Da sie mich scheinbar genau beobachtet, kommt sie mir schon entgegen und nimmt die Kekse eilig an sich. Auch den Pakhora-Nachschlag, den ich vor ihr am Boden ausstreue, rafft sie schnell zusammen. Sie weiß warum, denn im Nu tauchen wie aus dem Nichts schon weitere neugierige Familienmitglieder auf und schnappen sich flott die noch verbleibenden Krümel am Boden.
Eine letzte Hürde bildet eine beinahe durchgehende Languren-Front kurz vor dem Gipfelplateau. Ich weigere mich, auf die jungen Männer zu warten, an deren Fersen sich Annemarie vorhin unauffällig geheftet hat, und gehe langsam, aber bestimmt an ihnen vorbei. Die sind aber eh gerade am Lausen und daher mehr an sich selbst, als an uns interessiert, so dass wir unbehelligt an ihnen vorbeikommen.
Der Tempel ist mit Neonlicht Deko und Plastikblumen sehr uncharmant, wie viele seiner Art, aber die Aussicht auf Pokhara und Umgebung im Abendlicht umso schöner!
Bergab schonen wir unsere Knie und nehmen die Gondel. Oder doch wegen der vielen Affen...😉
Am Sunset Point lassen wir den Abend bei Trommelklängen und Lichtreflexionen am Wasser ausklingen.Читать далее
Jaipur off Mainstream
15 декабря 2024 г., Индия ⋅ 🌙 6 °C
Heute klingelt unser Wecker bereits um 6:00 früh. Es ist noch stockfinster und vor allem eiskalt auf dem Steinboden in unserem Zimmer. Da braucht es einiges an Überwindung, um unter der warmen Bettdecke hervor zu kommen.
Doch heute treffen wir uns bereits um 6:30 mit Raju, einem jungen Jaipurer, der uns seine Stadt aus der Einheimischen Perspektive zeigen möchte. Per Fahrrad. Zwei Regeln vorab:
*Please stay left!
*Don't panic when you hear a horn honking!
Der große Vorteil: um diese Zeit ist für indische Verhältnisse kaum Verkehr auf den Straßen der Stadt!
Wir starten Richtung Hawa Mahal, dem Windpalast, der sich ohne Autos im Morgenlicht besonders reizvoll präsentiert. Von den 5 Stockwerken sind die oberen drei reine Fassade, um den feinen Damen der Maharajas geschützten Blick auf das bunte Treiben an der Hauptstraße zu ermöglichen. Die vielen Fenster sorgen außerdem für guten Durchzug - im heißen Sommer ein Segen, der dem Werk seinen Namen gibt: Palast der Winde. Außerdem hat er die Form von Krishna's Krone zu dem Schutzheiligen der hiesigen Königsfamilie.
Nach den obligaten Fotos radeln wir weiter zum Govind Devji, dem Familientempel der Maharajas von Jaipur. Er ist berühmt für seine flache Konstruktion, denn eigentlich hätte es der Palast werden sollen. Aber dann erschien Lord Krishna dem Maharaja im Traum und bat darum, den Tempel an dieser Stelle zu bekommen. Und so wurde kurzerhand umdisponiert. Um 7.00 ist gerade die 2. Zeremonie des Tages im Gange (die erste war um 4:30) und die Tempelhalle ist brechend voll. Die Leute sind voll dabei, singen und klatschen und die Stimmung ist mitreißend und fröhlich. Wir verweilen ein Zeiterl und bekommen einen Segen (gelben Punkt auf die Stirn), bevor wir weiter ziehen.
Next stop: local wholesaler flower market. Wunderschön bunt und wohlriechend! 365 Tage im Jahr offen. Unglaublich, wie viele Blumen die tagtäglich so verbrauchen hier!! Der angrenzende Gemüsemarkt hat heute, Sonntag, wegen Vollmond geschlossen.
Nun gibt es richtig indisches Street food breakfast. Hier bei Samatra trifft man sich vor der Arbeit oder einfach so mit Freunden auf ein Tratscherl. Der Chai wird in kleinen kegelförmigen Gläsern ausgeschenkt, Samosa und Kachoori. Die in Öl frittierten und durch Zuckerguß gezogenen Mehlteigringerl lassen wir lieber aus.
Auf unserer Weiterfahrt biegen wir nun in kleine Seitengassen ab. Hier können wir Havelis in verschiedenen Stufen der Instandhaltung bewundern, von nahezu neu gebauten bis zu 250 Jahre alten, im Verfall begriffenen Gebäuden. Dazwischen werden Hunde Gassi geführt und Männer laufen mit großen Metallkrügen um Milch. Zwei Mal um die Ecke gebogen, landen wir plötzlich im Bildhauer Viertel. Hier werden in zahlreichen Läden aus Marmorblöcken kleine und große Heiligenstatuen hervorgezaubert. Wiederum soo viele, dass ich mich frage, wer die denn aller kaufen kann?? Aber andererseits bei der Tempeldichte hier in Indien, wo auch Privatpersonen ihre Heiligen Zuhause verehren möchten. ...
Wir sind fast zurück an unserem Ausgangspunkt, da machen wir einen letzten Stop: bei Raju Zuhause, wo sein Papa schon Brötchen, Dal und Poha (die gepressten Reisflakes mit Rosinen und Nüssen) für uns zum Frühstück gemacht hat!! Alles inklusive!
Am Dach des Familienhauses erzählt uns Raju noch über die Tradition des Drachenfliegens hier. Bis zu 100m hoch lassen sie diese steigen. Im Wettkampf haben sie schneidende Schnüre dran und versuchen damit, die Schnur des gegnerischen Drachens zu durchtrennen. Kinder, die so einen Vorfall von unten beobachten, laufen um den herabsegelnden Drachen um die Wette, denn diesen dürfen sie dann behalten.
Etwas außerhalb der Stadt möchte ich noch einen Besuch beim Galta Ji Tempel machen, der für seine Quelle berühmt ist sie zwei große Becken speist. Die Inder pilgern hierher, um sich von negativen Karma reinzuwaschen. Qayum, unser Fahrer, warnt uns, es ihnen nur ja nicht gleich zu tun, denn wir würden fix krank werden von dem Wasser. Überall entlang des Weges liegen weg geworfene Kleidungsstücke und dazwischen verkaufen Frauen Futter für die vielen Kühe, Affen und Vögel hier, denn diese zu füttern, ist auch gut für's Karma. An diesem Part beteilige ich mich gerne! 😉
Was für ein Spektakel! Wenn ich in Indien wo als Affe leben müsste, dann hier! Schlaraffenland quasi 🥜🥜🍌🧇🥯🍏🫓🥜🍌
Vom Hanumanpriester noch gesegnet für Gesundheit und ein langes Leben (ausnahmsweise als Ausländer auch ohne vorangegangenes Bad im heiligen Wasser), treten wir die Weiterfahrt nach Sawai Madhopur an. Denn morgen gibt es von hieraus eine Safari in den Ranthambhore Nationalpark auf der Suche nach den berühmten Bengal Tigern!!Читать далее
Den Tigern auf der Spur
16 декабря 2024 г., Индия ⋅ 🌙 6 °C
Auch heute haben wir einen frühen Start! Es geht bei Sonnenaufgang los in den Ranthambhore Nationalpark auf Tigersafari!!
Ich habe ein bisschen gemischte Gefühle nach dem letzten Safari-Erlebnis in Jawai, wo 30 Jeeps hinter einem Leoparden her waren... Doch was ich gelesen habe, läuft es hier geordneter ab und die einzelnen Fahrzeuge werden bestimmten Sektoren zugeordnet.
In der Lobby bekommen wir noch Chai, das richtige Frühstück wird es erst danach geben. Als unser Canter, eine Art Jeep-Bus Fahrt aufnimmt, schicke ich ein herzliches Danke an den freundlichen Burschen vom Hotel,oder uns noch zwei Baumwolldecken in die Hand gedrückt hat, denn obwohl wir uns wieder richtig warm eingepackt haben, ist der Fahrtwind bei nur 6°C wirklich kalt. Wir kuscheln uns zusammen und als wir durch die Tore des Parks fahren, richten wir unsere Aufmerksamkeit zunächst einmal auf die wunderschöne Naturlandschaft, die sich uns in den ersten Sonnenstrahlen des Tages präsentiert. Rote Sandsteinfelswände erheben sich rechter Hand, links in der Tiefe befindet sich ein Wasserlauf, riesige alte Bodhibäume säumen den Weg. Allein die schöne Landschaft ist die Fahrt wert! Doch wir sind Glückskinder und werden auch mit der Sichtung eines Lippenbärs, zweier eindrucksvoller Hirsche, zweier junger Krokodile, mehrerer Eisvögel und einer Gruppe von 3 Tigern belohnt, die vor uns den Weg kreuzen, um zur anderen Seite des Wassers zu gelangen. Sie sind wunder-, wunderschön!! Ein Muttertier "Arrowhead" mit ihren drei 14 Monate alten Jungtieren, wovon eines leider links vorne voll lahm geht. 😥 Hoffentlich wird das bald wieder!!
Um 10:00 geht es zurück über die staubigen Pfade ins Hotel, wo ein ausgezeichnetes Frühstücksbuffet auf uns wartet. Eigentlich ein Brunch, der uns bis abends satt hält! Das ist toll, denn wir sitzen einige Stunden im Auto auf dem Weg nach Agra.Читать далее
Every journey comes to an end
17 декабря 2024 г., Индия ⋅ 🌙 12 °C
Die Sonne nähert sich als orange leuchtender Ball links von uns dem Horizont. Die Beifahrer auf den Motorrädern hüllen sich fester in ihre Decken, die Kühe legen sich in Gruppen am Straßenrand zusammen. Unser letzter Tag in Indien neigt sich dem Ende zu, während wir auf der Rückbank von Qayums Suzuki von Agra Richtung Delhi rollen.
Motorenlärm und das notorische Hupkonzert dringen in mein Ohr und vor meinem inneren Auge tauchen Bilder der letzten Wochen auf. Es waren so viele Eindrücke, dass ich sie gar nicht zu ordnen vermag. Alles, was ich über Indien gehört und gelesen habe, hat sich bewahrheitet. Noch nie zuvor habe ich so dicht neben einander so starke Kontraste erlebt.
- Sie füttern überall Tauben und sogar Ameisen, weil es gut für's Karma ist, und dennoch sind einige Streuner in einem erbärmlichen Zustand. -Sie bauen staatliche Altersheime für "pensionierte" Milchkühe, aber setzen immer noch zahlreiche von ihnen sowie die "nutzlosen" Stierkälber in der Stadt oder dem Jungel aus und überlassen sie dort sich selbst und dem naheliegenden Tod.
- Sie bilden Eliten im IT-Sektor und Ingenieurwesen aus und haben dennoch in einigen Bundesstaaten enorm hohen Analphabetismus.
- Sie haben in ihren Großstädten fortschrittliche Metrosysteme, aber keine etablierten Müllrecyclingstrategien.
Und das ließe sich lange so fortsetzen.
Ich selbst bin mit klapprigen Bussen inmitten der indischen Landbevölkerung gefahren und auch im privaten PKW mit eigenem Fahrer durch Rajasthan kutschiert worden, mit den Gesichtern bettelnder Kinder an meiner Scheibe.
Ich habe in Ashrams und schlichten Unterkünften ohne eigener Dusche genauso übernachtet, wie in einem 4 Sterne Hotel, wo es zur Begrüßung Blumenketten und heiße Handtücher gab und abends eine Schar Kellner um uns herumschwirrten.
Das Leben ist so vielseitig, wie es Menschen und Möglichkeiten gibt. Darum lass dich nicht einschränken, probiere dich selber aus! Immer wieder aufs Neue. Bleibe geistig flexibel, neugierig und offen. Und höre nie auf zu reflektieren, zu lieben und für andere da zu sein.
Noch ein richtig massiver Stau auf den letzten Kilometern zum Indira Gandhi Flughafen. 6 bis 8 Spuren verengen sich auf geschätzt 3 bis 4, aber mit all den Motorrädern, Kleintransportern, Autos und LKWs sind es immer noch mindestens 6! Es wird geschnitten, gedrängelt, überholt, aber alle sind dennoch freundlich mit einander. Die Hupe dient lediglich der Kommunikation, dem Aufmerksam machen. Auch nach 5 Wochen Indien ist es mir ein Rätsel, welchen Regeln sie genau folgen, wenn sie sich im dichten Straßenverkehr bewegen. Unser Fahrer meinte auf meine diesbezügliche Frage nach der wichtigsten Regel für den indischen Verkehr "Bremsen und Hupe", mehr Regeln bräuchte man nicht.
Wir kommen unversehrt und sehr rechtzeitig am Flughafen an. Eingecheckt haben wir schon gestern abend, also nur mehr das Gepäck am Selbstabgabeschalter aufgeben. Wozu es noch Bodenpersonal gibt, frage ich mich, wenn der Fluggast eh die ganze Arbeit selber macht...😉
Heute haben wir uns übrigens noch den Mausoleen in Agra gewidmet. Wir besuchten das Baby Taj (Mausoleum von einem Mogulischen Schatzmeister), das Mausoleum von Akbar, einem sehr weisen und toleranten Mogulherrscher und natürlich das Taj Mahal, die Ruhestätte, die der Kaiser Schah Jahan für seine geliebte Frau Mumtaz Mahal, die ihm 14 Kinder gebar, errichten ließ. Sie ist von den beiden vorab genannten Bauwerken inspiriert . Unglaublich eindrucksvoll ist die künstlerische Intarsienarbeit, wo in den weißen Marmor Edelsteine in Form von geometrischen Mustern, Blumen und Kalligraphie eingearbeitet wurden. Eine Handwerkskunst, die es in dieser Form nur in Agra gibt. Am Taj Mahal arbeiteten von 1632 an mehr als 20.000 Handwerker aus vielen verschiedenen Ländern ca. 16 Jahre lang.
Nach dem Sightseeing lud uns unser heutiger Guide Charanjeet Singh zu sich nach Hause zum Tee ein. Neben einer Hausbesichtigung und dem Vorstellen seiner ganzen Familie gab es dann noch ein warmes Essen mit Bryani Reis, Aloo Subje, leckeren Weizen-Kichererbsen Rotis, Pickles und Mango Chutney. Und danach Chai und eine sehr herzliche Verabschiedung 😉
Trotz all dieser Erlebnisse blieben viele Fragen offen und viel mehr wundervolle Orte unentdeckt, was nur eines bedeuten kann: Indien, ich komme wieder!
Und dann gibt es auch einige bekannte Menschen zu besuchen!Читать далее

ПутешественникHerzlichen Dank für‘s Teilen deiner/eurer Erlebnissen, Gedanken, Erfahrung, den tollen Bildern 💖🫶🏻🙏🏻 Freue mich schon auf eure Live-Berichte! 🤗



































































































































