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- День 16
- понедельник, 15 августа 2022 г., 11:44
- ☀️ 5 °C
- Высота: 2 885 м
Южная АфрикаKwa Sani29°35’5” S 29°17’18” E
Sani Pass
15 августа 2022 г., Южная Африка ⋅ ☀️ 5 °C
Üüüüüüüü üüüüüü üüüüüüüü hüüüüü hü! Ein animalischer, alles durchdringender Schrei reißt mich aus dem Tiefschlaf. Entsetzt schaue ich neben mich. Nein, Viktor schläft seelenruhig und unschuldig wie ein Baby. Er war es nicht.
Da, schon wieder: laut, gequält, fürchterlich.
Die Schreie wiederholen sich. Das kann doch nicht sein, es ist noch nicht einmal FÜNF UHR!
Nach etlichen Wiederholungen des nach Urschrei klingenden Lärms realisiere ich, dass das ein HAHN ist. Nein, der kräht nicht schön KIKERIKI wie einer bei uns zu Hause. Er krächzt, als würde er erwürgt und aufs Übelste abgemurkst.
Und dann kapiere ich den Grund: Wir sind in Südafrika. Der Hahn kräht nicht auf deutsch, sondern auf afrikaans. 🤣
Am frühen Vormittag verlassen wir unseren schönen Campground.
Bild 1
Unser nächstes Ziel ist der Sani Pass.
Dieser Pass, ich hatte nie zuvor von ihm gehört, ist eine 2876 Meter über dem Meeresspiegel liegende Gebirgsstrecke in den südlichen Drakensbergen und stellt die einzige Verbindung zwischen dem Osten von Lesotho und Südafrika dar.
Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass der Pass die Wasserscheide zwischen dem Atlantik und dem Indischen Ozean bildet.
Einst wurde der Pfad für den lokalen Handel zwischen beiden Ländern genutzt.
Das war 1913, und damals waren Packesel das bevorzugte Fortbewegungsmittel.
Jetzt erinnern nur noch verfallene Brücken und Ruinen an den alten Weg aus dieser Zeit.
Inzwischen gilt er als DAS HIGHLIGHT der Region. Kein Wunder, denn schließlich ist er die höchste Passstrasse Südafrikas und die drittsteilste der Welt.
Dieser Gebirgspass ist ebenso berüchtigt wie gefürchtet.
Ich erlebe gerade ein déjà vu und fühle mich zurückversetzt auf die Todesstraße in Südamerika. Bei der Fahrt habe ich vor lauter Angst meine ersten grauen Haare und fast einen Herzinfarkt bekommen.
Hat sich mein Mann zusammen mit seinem kleinen Bruder schon wieder irgendso einen Hohmeier Horror ausgedacht?😱
Mich würde es nicht wundern. Einer steht dem anderen an Verrücktheit in nichts nach.
Aufgrund des größtenteils (sehr) schlechten Straßenzustandes, aber auch wegen ihrer Gefährlichkeit ist die Strecke per Gesetz aus dem Jahre 19 87 nur für Autos mit Allradantrieb zugelassen. Kein Wunder!
Die ungeteerte Straße schlängelt sich von knapp 1500 Metern nahe Himeville in der südafrikanischen Provinz KwaZulu-Natal bis auf eine Passhöhe von 2876 Metern in Lesotho.
Insgesamt ist die Strecke fast 20 Kilometer lang.
Von Grenze zu Grenze beträgt die Entfernung jedoch gerade einmal rund acht Kilometer, was ja völlig harmlos klingt. Doch gilt es, auf dieser kurzen Strecke über 1000 Höhenmeter zu bewältigen. Somit geht es
- vor allem auf den letzten Kilometern - über waghalsige, endlose Spitzkehren extrem steil bergauf.
" See you again“ murmelt der Einwanderungsbeamte und haut den Stempel mit voller Wucht in unseren Reisepass. Dann schiebt er ihn mit einem Grinsen unter dem Glasschutzfenster hindurch .
Ist das ein freundliches, mitleidiges oder gar schadenfrohes Lächeln? Ich kann es nicht deuten.
Auf jeden Fall heißt es für uns: Tschüss Südafrika! Hallo Sani Pass!
Kurz nach dem Passieren des Grenzübergangs befinden wir uns irgendwo im Nirgendwo zwischen zwei Ländern. Wir sind aus dem einen Land ausgereist, aber noch in keinem neuen eingereist. Wo genau wir gerade sind, das wissen wir selber noch nicht wirklich. Was wir wissen, ist, dass wir gleich diesen steilen Gebirgspass bezwingen wollen.
Wie gesagt, befindet man sich im Niemandsland.
Das klingt nach Einöde und Langeweile. Doch weit gefehlt! Tatsächlich eröffnet sich uns hier auf den nächsten Kilometern eine der grünsten, rauesten und einzigartigsten Landschaften des afrikanischen Kontinents. Mit jedem Höhenmeter wird die Luft dünner und kälter, aber die Aussicht immer noch grandioser.
Wir aber haben uns in jeder Hinsicht warm angezogen!
Der steinige Weg ist von Schlaglöchern und Felsblöcken übersäht, und unsere Autos quälen sich den steilen Bergpass hinauf.
Doch links und rechts entschädigen uns atemberaubende Blicke auf die traumhafte Bergkulisse der Drakensberge für alle Pein.
Wasserfälle stürzen über die Klippen und bahnen sich ihren Weg in die Tiefe.
Je höher die Berge werden, desto intensiver wirken die Farben.
In der Schlucht ganz unten der Oranjeriver ( zur Zeit nur spärlich Wasser führend), an den Hängen die verschiedensten Grüntöne der Pflanzen und schließlich oben der Kontrast mit bizarren Felsformationen vor einem strahlend blauen Himmel.
Immer wieder halten wir an, um neue Fotos zu machen.
Mir kommen die Pausen nicht ungelegen, und ich nutze sie dazu, meinen Herzschlag wieder auf ein normales Tempo zu drosseln.
In einem extrem steilen Stück versucht Viktor, auf Allradantrieb umzuschalten. Da rollt der Wagen zurück, die Untersetzung will nicht packen.
Vor lauter Panik schreie ich laut, dagegen war der Hahn heute morgen nur ein müdes Krächzen.
Halb rollen, halb rutschen wir 20 Meter rückwärts auf den Abgrund zu. (Viktor meint später, es wären 2 Meter gewesen.) Ich will herausspringen und Steine hinter die Reifen werfen zum Abbremsen.
Aber Viktor hält mich fest: " Äffchen, bleib sitzen. Es ist alles gut. Allrad und Untersetzung sind drin. "
Als der Schreck nachlässt, merke ich, dass ich vor lauter Aufregung eine ganze Tüte von Karolas leckeren Kokosmakronen verputzt habe. Das war reine Nervennahrung.
Oben angekommen, wartet auf uns der höchste Pub Afrikas mit einer Aussicht , die ihresgleichen sucht.
Es ist atemberaubend..... mehr ist nicht hinzuzufügen.
In der urigen Kneipe genehmigen wir uns zunächst einen Glühwein und dann ein kühles Bier.
High five..........das haben wir uns jetzt mehr als verdient.
Die Autos und die Fahrer haben eine Meisterleistung vollbracht. 👍🙏💪Читать далее












Ihr seid der Wahnsinn 🤦♀️ [Claudia]
Grandios. [Marlene]
Hhhhh sehr sehr schön photos . Willkommen in Afrika ❤️😘 [Safae]