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- Day 20
- Friday, August 19, 2022 at 12:29 PM
- ⛅ 0 °C
- Altitude: 3,036 m
LesothoMahlasela Pass28°49’20” S 28°43’35” E
Land und Leute
August 19, 2022 in Lesotho ⋅ ⛅ 0 °C
Neben der phantastischen Landschaft beeindrucken uns vor allem die Bewohner hier, die trotz der Schwierigkeiten in ihrem Alltag nahezu durchweg freundlich und fröhlich sind.
Es ist zutiefst berührend, Menschen zu begegnen, die sich mit strahlenden Augen, über ein freundliches Zunicken noch von Herzen freuen können.
Wo nehmen sie diese Kraft her?
Man fühlt sich demütig und kleinlaut, wenn man an die Nichtigkeiten denkt, über die man sich zu Hause oft ärgert und aufregt.
Am Wegesrand, meist in der Nähe von Schulen (die man erstaunlicherweise in den abgelegensten Gegenden findet), stehen Kinder und strecken ihre Hände aus. Sweets! - wahrscheinlich das einzige englische Wort, das sie kennen.
Drei kleinen Mädchen drücke ich ein paar Pflaumen und eine Orange in die Hände. Andere bekommen Bonbons oder was wir sonst noch an Bord haben, das Kindern schmecken könnte.
Sie springen vor lauter Freude herum und bedanken sich lachend. Es macht mich unglaublich traurig, dass wir nicht annähernd genug für alle haben.
Auch Viktor will einem Kind einen Apfel schenken. Dazu kurbelt er sein Fenster herunter, um dem Mädchen die Frucht zu reichen. Die Kleine sieht ihn entsetzt an ........ und rennt schreiend davon. Ja, mit der Hanfkappe, der Sonnenbrille und heute noch einem Zahnstocher im Mund sieht er schon gewöhnungsbedürftig aus. Aber so schlimm, dass man schreiend vor ihm weglaufen muss, ist es wirklich nicht 🤣. Doch hier war die Angst vor dem Unbekannten eindeutig größer als der Hunger auf etwas Süßes.
Die heutige Fahrt ( am 16.8.) stellt alles in den Schatten, was wir bisher erlebt und gefahren haben. Der Weg in einem Meer aus Geröll ist mehr oder weniger nur noch zu erahnen.
Immer, wenn ich denke, das ist die Grenze des Fahrbaren, kommt eine noch extremere Steigung oder ein neues Monsterschlagloch hinzu.
Der Camper kracht, ächzt, röhrt, knattert und heult erbarmungswürdig. Die Spurrillen werden immer tiefer ( geht das überhaupt noch ?), der Wagen hängt so schief, dass ich mich mit Händen und Füßen am Fenster ( nein, das kracht), am Sitz und an der Mittelkonsole festkralle.
Nein, ich kann nicht mehr. Jetzt hebt das rechte Vorderrad ab, ich schleudere zur gegenüberliegenden Seite, kann mich gerade noch abfangen, bevor ich auf Viktors Schoß lande.
Nee, das kann ich jetzt auf keinen Fall bringen.
Hanfkappe, immer noch lächelnd, haut alles an Unterstützung rein, was wir haben. Fragt mich nicht, was das alles ist. Aber seine Hände arbeiten an den unterschiedlichen Schalthebeln oben, unten, Mitte, rechts und links - wieselschnell.
Zwischen zwei erdbebenartigen Erschütterungen mit Blick in den Abgrund gleich neben mir presse ich hervor: " Ich kann nicht mehr. Ich hab solche 😱 Angst. "
" Äffchen, ich hab alles im Griff. Dir wird nichts passieren."
Dann hält er an, in einem gefühlt senkrechten Steilstück. Das kann nicht wahr sein. Er denkt in dieser Situation ans Fotografieren. " NEIN, lass mich nicht allein den Abhang runterstürzen. BLEIB BEI MIR!!! "
Er bleibt. Ich muss fast heulen vor Erleichterung!
Um 13.00 Uhr erreichen wir unser nächstes Ziel, den Katsedam, oh wie wunderbar!
Die Katse-Talsperre am Malibamatšo, einem Nebenfluss des Oranje River in Lesotho, war mit 185 Metern Höhe bis zum Bau der Tekeze-Talsperre in Äthiopien im Jahr 2009 die höchste Talsperre in Afrika. Sie wurde gebaut, um Wasser nach Südafrika zu exportieren und elektrische Energie zu produzieren.
40 % der Bevölkerung von Johannesburg wird mit dem Wasser des Dammes versorgt.
Die Staumauer ist die drittgrößte der ganzen Welt, die aus Beton hergestellt wurde. 2,25 Millionen Kubikmeter Concrete wurden hier verbaut. Unvorstellbar!
In den nächsten 2 Tagen bewegen wir uns ständig in einer Höhe zwischen 2500 und 3100 Metern. Der Weg wird nicht besser. So legen wir in 3 Tagen gerade mal 210 Kilometer zurück, wobei wir jeden Tag mindestens 5
Stunden fahren.
Jonas! Stell dir vor, du wärst mit so einer Geschwindigkeit von München nach Hause gefahren!🤣
In den Bergen passieren wir die Kao Diamond Mine. Diese Diamantmine fördert aus 2 Vulkanschloten, in denen sich das seltene Kimberlitgestein befindet, pro Hundert Tonnen 6,25 Karat Diamanten. Das sind 260.000 Karat pro Jahr!
Es wird vermutet, dass in den Schloten noch Diamanten von 9 Millionen Karat versteckt sind.
Am späten Vormittag des 18. August erreichen wir unser nächstes Ziel. Die letzten 25 Kilometer fahren, nein GLEITEN wir über Asphalt, nachdem ich gestern Abend einen Tiefpunkt erreicht hatte.
Das Auto stank nach Scheiße, da ich in einen Riesen Ziegenhaufen getreten war, die Dusche im Camper lief nicht ab und Viktor war bei dem Versuch zu baden, schimm auf den Rücken gefallen.
Jetzt sind wir, wie gesagt, hier angekommen.
Wir trauen unseren Augen nicht: AFRISKI!
Gestern noch waren wir in der tiefsten Pampa im lesothischen Hochgebirge. Hier befinden wir uns plötzlich in einer komplett anderen Welt.
So schnell können wir die Veränderung nicht realisieren und verarbeiten.
Wir stehen und staunen mit offenem Mund und können es nicht glauben: Sind wir hier in St Moritz oder Chamonix?
Wir schlafen erst einmal eine Nacht über den Kulturschock, und zwar in gemieteten, warmen Zimmern mit Heizdecken.
Das haben sich unsere knackenden Nacken und krachenden Knochen verdient.
Morgen wollen wir auf die Piste........just for fun.
Skiheil🎿 von den Crazy Hohmeiers .😍Read more











Traveler
soo witzig! das mitten in Afrika
Traveler
Ist klar, Viktor der Fuchs! Schön Windschatten fahren, zum Sprit sparen…☝🏼😂😂 Euch weiter eine tolle Zeit👍🏻
Inge HohmeierHallo Stefan! Wir schicken Dir ganz herzliche Geburtstagsgrüße aus Südafrika. Hab einen tollen Tag. Wir wären gerne bei Deiner Party dabei gewesen. Ganz liebe Grüße Viktor und Inge 😍
TravelerVielen lieben Dank! Es war eine tolle Party, wir trinken einfach nächstes Jahr nochmal einen auf den 50zigsten😜🥂🍾
Inge HohmeierDas machen wir auf jeden Fall. LG auch an Sandra, auch von Viktor