• Clarens und Royal Natal Nationalpark

    August 24, 2022 in South Africa ⋅ ☀️ 19 °C

    Am 21.8.22 statten wir auf dem Weg zum nächsten Nationalpark Clarens, einer bezaubernden Kleinstadt am Fuße der Maluti Berge in der südafrikanischen Provinz Freistaat einen Besuch ab.
    Bekannt ist das Örtchen heute vor allem als Wohnsitz zahlreicher Künstler.
    Außerdem ist Clarens ein beliebtes Ausflugsziel. Man kann durch die vielen Galerien und Geschäfte schlendern oder eins der zahlreichen
    Cafés oder Restaurants besuchen .
    2011 hatte Clarens gerade einmal 751 Einwohner.
    Heute sind es auch nicht viel mehr.
    Der Ort, der im Jahr 1912 gegründet wurde, wird häufig als " The Jewel of the Eastern Free State" bezeichnet.
    " It is rich in beauty, with an aura of peace and tranquility."
    Dieser Beschreibung aus einem südafrikanischen Reiseführer können wir nur hundertprozentig beipflichten.
    Seinen Namen erhielt der Ort in Anlehnung an die schweizerische Stadt Clarens, wo Paul Kruger seine letzten Tage im Exil verbrachte.
    Neben seiner Rolle als Politiker und Militärführer war Paul Kruger
    zeitlebens ein großer Naturliebhaber. Zum Schutze der einheimischen Tierwelt gründete er 1898 das Sabie-Naturschutzgebiet, aus dem sich später der Kruger-Nationalpark entwickelte.

    Nach dem Lunch in einer schönen Brauerei geht es weiter Richtung
    Royal Natal National Park.
    Dieser wurde 1916 in den südafrikanischen Drakensbergen gegründet und ist Teil des Ukhahlamba-Drakensberg Parks, der zum UNESCO-Welterbe gehört. Aufgrund seiner atemberaubend schönen Natursehenswürdigkeiten
    zählt er zu den beliebtesten Parks in Afrika.
    Auf dem Mahai Campingplatz schlagen wir unser Lager für die nächsten Tage auf.
    Montag, den 22.8.22
    legen Karola und ich einen Chilltag ein, an dem wir Wäsche waschen, unsere Camper aufräumen und Vorräte sichten.
    Den ganzen Tag scheint die Sonne, es ist wunderbar warm, entspannend und erholsam. Derweil unternehmen die Männer, denen der Chilltag natürlich zu langweilig ist, eine Fahrradtour und erkunden die Gegend.
    Am 23.8. brechen wir zu viert zu einer tollen Wanderung auf.
    Noch beim Frühstück nähert sich uns ein Trupp von Leuten, Männer und Frauen. In einem größeren Abstand bleiben sie stehen und formieren einen Kreis. Viktor schließt von den Klamotten, die sie tragen, dass es sich um die Gartenbau Crew handelt.
    Es hat den Anschein, dass sie so eine Art Briefing abhalten, also den Tag planen, Aufgaben verteilen oder Ähnliches. Alle sehen wenig motiviert aus. Die einzige Bewegung, die man ausmachen kann, ist ein kurzes, kollektives Kopfnicken. Dann arbeitet sich die Gruppe langsam auf ein freies Stück in unserem Campingplatzareal zu. Hier bleiben sie stehen und formen erneut einen Kreis. Vielleicht sind bei dem Briefing wichtige Dinge vergessen worden?
    Plötzlich, wie auf ein Kommando, schmeißen alle Mitglieder des Gartentrupps ihre Spaten auf den Boden. Wieder kollektives Kopfnicken.
    Bestimmt ist das eine Art Ritual?!
    Dann heben alle ihren Spaten wieder hoch und EINER fängt an zu buddeln.
    Und dann sehe ich etwas, wovon ich weiß, dass es meinen sonst so besonnen Mann rasend macht: Der Rest der Gruppe schaut zu und STEHT DEN SPATEN KRUMM! " Schatz, du hast da nichts mit zu tun. Das sind nicht unsere Leute. Komm, lass uns zur Wanderung starten ", versuche ich ihn zu beschwichtigen. Damit kann ich ihn ködern, sonst wäre er wahrscheinlich eingeschritten und hätte das Loch notfalls selbst ausgehoben.
    Aber ein Sache ist klar: Wenn unsere Leute so arbeiten würden, gäbe es die Firma Hohmeier schon lange nicht mehr.
    Deshalb ein großes Dankeschön an unsere Leute daheim, die auch jetzt den Laden am Laufen halten: Ihr seid spitze!!!
    Übrigens ist am Ende des Tages das Werk vollbracht: EIN LOCH GEBUDDELT UND EIN SETZLING GEPFLANZT!!! 🤣
    Unser Ziel sind heute die Tigerfalls.
    Die vierstündige Bergtour erweist sich als eine besonders abwechslungsreiche Wanderung vorbei an spektakulären Ausblicken, den ersten blühenden Pflanzen ( ja, der Frühling lässt sich nicht mehr aufhalten) bis hin zu einem Wasserfall, der aufgrund der unterschiedlichsten Verfärbungen in seinem Gestein den Namen Tigerfalls trägt.
    In einem wirklich eiseiskalten Gumpen nimmt Viktor ein kurzes Bad, das wir anderen uns tunlichst verkneifen.
    Ich bin froh, dass er nach einem kurzen Tauchgang, bei dem er völlig verschwunden war, wieder lebendig ( laut prustend ) auftaucht.
    Den Abend des Tages lassen wir bei einem köstlichem Essen ausklingen. Allerdings ist es um 21.00 Uhr trotz mehrerer Schichten Skiunterwäsche, Fleecejacken, Wollmützen, Decken und was wir sonst noch so im Kleiderschrank finden, so erbärmlich kalt, dass wir uns dann alle in unsere warmen Betten zurückziehen.
    Ich habe mir seit einigen Nächten Viktors Expeditionsschlafsack ( tauglich bis minus 20 Grad) unter den Nagel gerissen. Er schläft mit unserem normalen Federbett, wie es sich für einen coolen, abgehärteten Weltenbummler gehört.
    Na dann, gute Nacht! 🌃
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