• Alltag eines Campers

    August 26, 2022 in South Africa ⋅ ⛅ 19 °C

    Zunächst einmal muss morgens die Sonne aufgehen. Das ist die wichtigste Voraussetzung, um in den Tag starten zu können.
    Im Augenblick geschieht das um ungefähr 6.00 Uhr. Meist ist es dann aber noch zu kalt, denn bisher lag unser Schlafplatz zu diesem Zeitpunkt immer noch im Schatten.
    So warten wir bis 8.00 Uhr, manchmal sogar noch länger, bis wir die erste Zehenspitze aus dem Camper strecken können.
    Danach hat jeder seine ihm eigene Aufgabe. Ich schlage die Bettdecken aus und lege sie ordentlich gefaltet in den Alkoven.
    Das Gleiche passiert mit den Schlafsäcken, die wir hoffentlich nicht mehr lange brauchen werden. Nachts ist nämlich die Temperatur seit ein paar Tagen nicht mehr unter Null Grad gefallen.
    Während ich noch oben im Bett sitze, wo ich besser an alles rankomme, reicht mir Viktor all die Dinge an, die auch noch nach hier gehören: Decken für draußen, gefühlte 20 Teile für abends am Feuer)( ohne Feuer sind es noch mehr Klamotten), mein Tagebuch, mein Tablet und mein Tolino.
    Viktors Laptop, mit dem er jeden Abend seine Bilder sichtet und sichert, kommt in den Technikrucksack, und der wird im Bad verstaut, damit er nicht im Weg herumsteht.
    Dann ist der Küchenbereich schon mal frei geräumt, und Viktor setzt das Wasser für unseren Frühstückskaffee auf.
    Bis auf wenige Male, wo es wirklich zu kalt war, decken Karola und ich den Tisch draußen. Bleiben wir länger als 1 Tag an einem Ort, stellen wir 2 Tische auf, ansonsten nur einen.
    Die Sonne war unterdessen auch nicht faul und hat die Temperaturen schon in angenehme Bereiche gepusht.
    Dann gibt's alles, was das Camperherz begehrt, immer mit frisch gebackenem Brot von Karola.
    🚿 Duschen tut jeder so, wie es ihm passt, vor oder nach dem Frühstück.
    Einer erledigt den Abwasch, anschließend wird alles weg geräumt. Wird das Prinzip: Jedes Teil hat seinen eigenen Platz nicht beachtet, bricht sehr schnell Chaos durch unnötige Suchaktionen aus.
    Inzwischen halten sich sogar die Männer hin und wieder an die Regel. 🤣
    Verlassen wir den Platz, gibt es folgende Aufgabenverteilung:
    Elektrizität: Viktor zieht die Stecker heraus und verstaut alles in einem der Außenschränke.
    Wasser: Viktor kontrolliert den Stand und füllt gegebenenfalls nach.
    Solarzellen: Viktor klettert aufs Dach ( das macht er am allerliebsten, weil es ein kleines bisschen gefährlich ist) und putzt sie schön sauber, damit sie arbeiten können.
    Ich kümmere mich darum, dass der Kühlschrank und alle Schränke verriegelt sind, schließe die Fenster und Dachluken.
    Dann wird der Fußboden gewischt: 5-4-3-2-1- FERTIG!!
    Keine 120 Quadratmeter wie zu Hause, sondern nur einer! 👍
    Dann stelle ich sicher, dass mein Handy und etwas Proviant in die Fahrerkabine kommen, während Viktor die Außentreppe hochfährt.
    Auf dem Sanipass hatten wir das einmal vergessen. Wenn uns nicht ein aufmerksamer Mensch darauf aufmerksam gemacht hätte, besäßen wir jetzt keine Treppe mehr.
    Diese Gefahr besteht bei allen Dingen, wenn man sie vergisst und nicht verschließt oder verzurrt.
    Vor vielen Jahren waren wir mit Jonas und einem Freund mit dem Camper unterwegs. Die Beiden hatten während der Fahrt oben im Bett gechillt und Karten gespielt. Irgendwann wollten sie frische Luft atmen und öffneten das Fenster. Es dauerte keine 3 Sekunden, da war die ganze Dachluke mit Rahmen herausgerissen und auf die Autobahn geschleudert worden. Gott sei Dank hat sie niemanden und nichts getroffen🙏.
    Da es in der Nacht heftig geregnet hatte, gab es zudem einen fetten Wasserschaden und eine dicke Reparaturrechnung.
    Für uns Vier geht's jetzt auf zur nächsten Station: Pietermaritzburg, Südafrika.
    Read more