• Pietermaritzburg

    August 26, 2022 in South Africa ⋅ ☀️ 22 °C

    Donnerstag, den 25. August erreichen wir Pietermaritzburg.
    Der Ort liegt in der Lokalgemeinde Msunduzi und ist die Hauptstadt der südafrikanischen Provinz KwaZulu-Natal. 2011 hatte die Stadt 223.519, heute sind es rund 1 Million Einwohner.
    Unser Auto ist in nicht ganz einwandfreiem Zustand, als wir hier ankommen. Viktor wird das abstreiten und sogar ein bisschen sauer sein, aber ich empfinde das so.
    Gleich nachdem wir den Wagen vom Schiff in Empfang genommen haben, funktionierte die Klimaanlage schon nicht mehr.
    Das war in den letzten Wochen nicht weiter schlimm, weil es sowieso immer kalt war. In den beiden vergangenen Tagen kletterte die Temperatur spürbar höher, und die nicht funktionierende Air Condition machte sich wieder unangenehm bemerkbar.
    In Pietermaritzburg fahren wir deshalb eine Werkstatt an, die sich auf Klimaanlagen spezialisiert hat. Mit unserem Ungetüm an Auto sorgen wir natürlich für enormes Aufsehen. Es ist kein Denken daran, dass wir allein wegen unserer Höhe auch nur annähernd in die Werkstatt fahren können.
    Der Besitzer ist unglaublich freundlich und betont immer wieder, noch nie deutsche Kunden bedient zu haben.
    Er lässt alles andere stehen und liegen und widmet sich ganz unserem Problem.
    Alle Maschinen, Geräte und sämtliches Zubehör wird zu unserem Fahrzeug gebracht.
    Zusammen mit seinem Gehilfen hat der Boss schnell das Leck in der Leitung gefunden. Dann wird geschweißt, gesägt, gehämmert und angepasst.....und nach knapp 2 Stunden funktioniert unsere Klimaanlage wieder einwandfrei. Ich kann dem Chef gar nicht genug danken, denn die wirklich heißen Regionen stehen uns erst noch bevor.
    Im Camper haben wir schon keine Air Con, da will ich mich wenigstens hin und wieder in der Fahrerkabine runterkühlen können.
    Also, das hat dann schon mal geklappt. Check, wir machen einen Haken dran!!!
    Unser zweites Problem war, dass unser kleines Ungetüm von Tag zu Tag lauter wurde. Eine Unterhaltung im Cockpit ist schon seit geraumer Zeit nicht mehr möglich, es sei denn wir haben uns angeschrien wie die Wahnsinnigen.
    Allerdings brauchte Viktor nicht ein einziges Mal zu hupen, denn sowohl für Fußgänger als auch für andere Autofahrer war nicht zu überhören, dass wir im Anmarsch waren.

    Kurzer Einschub: Während ich diesen Blogbeitrag schreibe, befinden wir uns auf dem Weg nach Durban.
    Der Highway ist dreispurig. Immer, wenn ich von dem Text, den ich gerade schreibe, nach oben auf die Fahrbahn schaue, gerate ich durcheinander und erschrecke furchtbar: Wieso fährt der riesige, lahme LKW im Schneckentempo auf der Überholspur? Und weshalb brettert Viktor an allen Autos auf dem rechten Streifen vorbei? Auch nach 4 Wochen bringt mich der Linksverkehr immer noch um den Verstand und bereitet mir Schwindel im Kopf. Gott sei Dank hat Hanfkappe selbst im dichtesten Verkehr alles im Griff 🙏✌️

    Doch zurück zu unserem Krachmacher. Mein Mann hatte immer von einem kleinen Loch im Auspuff geredet, aber inzwischen kam das selbst Kai spanisch vor.
    Auf unserem wunderschönen Campingplatz in Pietermaritzburg bocken wir den Camper ab .... und erleben eine üble Überraschung. Der Auspuff ist total im Eimer!!! Ein Wunder, dass der nicht längst abgefallen ist.
    Glücklicherweise kennt der Besitzer der Farm einen Mechaniker, der Auspuffanlagen repariert. Er schildert ihm unser Problem, und schon für den nächsten Morgen ( also heute früh) bekommen wir einen Termin.
    Noch zwei Stunden lagen unsere Männer gestern Abend unter dem Auto und trennten mit Kreis - und Eisensäge das total verrostete Teil aus seinen Befestigungen heraus.
    Das Corpus delicti wird auf die Pritsche geschnallt
    ..und ab in die Werkstatt.
    Nach etwas mehr als 2 Stunden kehren sie zurück. Weder Karola noch ich haben sie kommen hören. Das Auto ist leise wie ein Elektrofahrzeug und schnurrt wie ein Kätzchen.
    Eingebaut worden ist ein Auspuff aus stainless steel, in Deutschland nahezu unbezahlbar und auf jeden Fall unzerstörbar!
    Ich bin unglaublich froh und dankbar, dass wir so ein Glück gehabt haben. Alles hat gepasst!
    Tausend Dank an Erol den Campingplatzbesitzer, der uns so geholfen hat. Diesen Platz werden wir zu 100 Prozent weiterempfehlen.
    Und wir hoffen, dass wir jetzt erstmal eine Zeit lang Ruhe haben ohne Pannen ind Reparaturen und dass nicht zutrifft, was Jonas schreibt: Mama, da geht ja nacheinander alles kaputt an Eurem Auto.
    Also, drückt uns die Daumen!!!
    .... oder wie man hier wünscht:
    Keep your fingers crossed for us!🤞
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