• Simbabwe

    September 29, 2022 in Zimbabwe ⋅ ⛅ 21 °C

    Nun sind wir also in Simbabwe angekommen.
    Ein weiteres, noch sehr ursprüngliches Land im südlichen Afrika will von uns entdeckt und bereist werden.
    Unter Afrika - Kennern gilt Simbabwe als eines der schönsten Länder des Kontinents.
    Das ehemalige Rhodesien, genauer gesagt Südrhodesien, ist ein Binnenstaat und zählt heute ca. 16 Millionen Einwohner bei einer Fläche, die vergleichbar mit der Deutschlands ist.
    Ursprünglich war Rhodesien eine britische Kolonie, die erst 1980 von der britischen Krone in die Unabhängigkeit entlassen wurde.
    Robert Mugabe war am Anfang nur Regierungschef, später auch Präsident des Landes. Seine Politik führte Simbabwe zunächst mit verschiedenen Regierungsprogrammen zu überschaubarem Wohlstand. Im Laufe seiner Amtszeit entwickelte sich jedoch eine Diktatur, in der Mugabe sein Land beraubte und nur seinen politischen und familiären Freunden zu Wohlstand verhalf.
    Im November 2017 wurde seine Präsidentschaft durch einen Militärputsch beendet.
    Simbabwe war einst als die „Kornkammer Afrikas“ gefeiert worden, durch die fast 40 Jahre dauernde Langzeitherrschaft Mugabes steht das Land heute am Abgrund und muss sich wirtschaftlich und politisch ein neues Fundament erkämpfen.
    Von den schwelenden Konflikten, die insbesondere in der Hauptstadt Harare immer noch und immer wieder zu Protesten führen, spürt man in den touristischen Epizentren des Landes im Alltag nicht so viel.
    Als offizielles Zahlungsmittel wird durch die anhaltende Inflation im Land nur der US Dollar akzeptiert.
    In Mutare, der Grenzstadt herrscht reges Treiben.
    Wir besorgen noch ein paar nötige Kleinigkeiten, unter anderem eine Sim Karte für unser Handy.
    Auch hier ist wieder einmal ein Angestellter irritiert, dass Karola und ich denselben Namen haben. Unsere Männer können doch keine Brüder sein, wenn der
    eine in Deutschland und der andere in Namibia wohnt.
    Uns bleibt keine Zeit, die lange und komplizierte Familiengeschichte der Hohmeiers zu erklären, wir wollen weiter.
    Für die nächste Verwirrung sorgt, dass in meinem Pass nirgendwo das Wort Germany steht, sondern Bundesrepublik Deutschland. Ich hätte doch gesagt, ich bin aus Germany, das Wort findet er aber nicht.
    Der Arme ist schlichtweg überfordert.
    Gott sei Dank habe ich meinen Personalausweis dabei, in dem die Übersetzung schwarz auf weiß zu lesen ist: Federal Republic of Germany. Jetzt ist er zufrieden und ich bekomme meine Sim Karte.
    Als er erwähnt, dass zuvor
    noch niemals jemand aus Deutschland in seinem Laden war, glaube ich ihm das aufs Wort .
    Wir verlassen sein Geschäft mit je 10 Gigabites, das sollte erst einmal reichen.
    Schon auf den ersten Kilometern, nachdem wir die Stadt hinter uns gelassen haben, bin ich überrascht, wie schön die umliegende Gegend ist. Überall grüne, üppige Natur, obwohl noch lange nicht alle Bäume 🌳 ihr Blattwerk angelegt haben.
    Es ist eine vielfältige, wilde Landschaft, die sich vor uns aufblättert, während wir den hügeligen und nach der Stadt Mutare wieder holpriger werdenden Straßen folgen.
    Die vielen Menschen - Junge wie Alte - am Wegesrand winken, wenn wir mit unseren fremden Autos vorbeifahren.
    Trotz aller Armut und der großen Probleme wirken die Leute hier freundlich und versprühen eine ansteckende positive Stimmung.
    Manchmal schauen sie uns zunächst skeptisch an,
    andere starren, als seien wir Außerirdische.
    Dann plötzlich,
    als wäre ein Bann gebrochen, springen sie aufgeregt neben unseren Autos umher.
    Dabei lachen sie von einem Ohr zum anderen, so dass ihre schneeweißen Zähne nur so blitzen.
    Was mag wohl in ihren Köpfen vorgehen? Ich werde es wahrscheinlich nie erfahren.
    Manchmal ist der Blickkontakt unglaublich intensiv. Es ist nur ein Sekundenbruchteil ihres und meines Lebens, aber ein Moment, den wir für immer teilen werden.
    Es berührt mich zutiefst.
    Am Nachmittag erreichen wir einen wunderschönen Platz am Fluss Pungwe, in dem glasklares Wasser über und an riesigen Felsblöcken vorbei fließt.
    Wieder einmal sind wir die einzigen Gäste und haben das riesige Areal ganz für uns allein.
    Hinter dem Camp liegt eine Hydropowerstation, die die umliegende Gegend mit Strom versorgt.
    Am folgenden Tag, dem 30. September, unternehmen wir eine Flusswanderung.
    Wir klettern über riesige Felsblöcke, springen von Stein zu Stein, hangeln uns an den seitlichen Felswänden entlang, und wenn das Wasser im Fluss zu tief wird, schwimmen wir einfach weiter.
    Abends feuert der Angestellte den Donkey an, und wir können sogar warm duschen.
    Gestern hatten wir nur kaltes Wasser, da haben wir uns, bis auf Kai, das Waschen verkniffen.
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