• Great Zimbabwe Ruins

    6 октября 2022 г., Зимбабве ⋅ ☀️ 34 °C

    Landschaftlich - wie schon erwähnt- ist Zimbabwe äußerst vielfältig: Feucht und grün in den Bergen der Eastern Highlands, tropisch heiß am Sambezi und dazwischen Savannenebene, unterbrochen von großen, malerischen Felsblöcken.
    Scheinbar schwerelos aufeinandergestapelte Gesteinsformationen aus Granit erheben sich links und rechts aus einer grünen Landschaft von Mopane- und Akazienbäumen und Miombowald.
    Durch diese Gegend fahren wir jetzt.
    Hier, südöstlich der Kleinstadt Masvingo liegt die nach den Pyramiden in Ägypten wohl interessanteste archäologische Stätte Afrikas: die circa 900 Jahre alten Ruinen von Great Zimbabwe, unser nächstes Ziel.
    Die Great Zimbabwe Ruins beanspruchen für sich, die größten und ältesten vorkolonialen Steinbauten Afrikas südlich der Sahara zu sein.
    Die Bauarbeiten begannen im 11. Jahrhundert und wurden bis zum 15. Jahrhundert fortgesetzt.
    Es gibt deutliche Hinweise, aber keinen zweifelsfreien Beweis dafür, dass die Erbauer und Bewohner der Stadt Vorfahren der heutigen Shona waren, jenes Bantuvolkes, das etwa achtzig Prozent der Bevölkerung der jetzigen Republik Simbabwe stellt.
    Da diese Kultur keine Schrift entwickelte, fehlt es allerdings an letzten Beweisen.
    Die Ruinen von Great Zimbabwe umfassen ein Areal von ca. 7,5 qkm, welches in drei Bereiche gegliedert ist:
    Auf dem Hügel thront als ältester und imposantester Teil der Anlage die Bergruine, die vermutlich einst den Königssitz und das geistige Zentrum darstellte.
    Zu ihren Füßen wurde etwas später die Great Enclosure, eine kreisförmige große Einfriedung erbaut.
    Auch dieser Bau war keine Festung oder Verteidigungsanlage, sondern diente den vielen königlichen Frauen als Wohnstätte.
    An diesen Ringbau schließen sich
    die weit verteilten Talruinen an, in denen die Privilegierten lebten.
    Das einfache Volk indes hauste am Fuße von allem in verfallenen Wohnhütten.

    Great Zimbabwe war einst das Machtzentrum des Königreiches der Shona.
    Auf dem Höhepunkt ihrer Herrschaft kontrollierte dieses Volk den gesamten Gold- und Elfenbeinhandel.
    Doch warum wurde gerade hier ein solches Machtzentrum erbaut? Wie viele Menschen lebten dort? Welche Funktionen hatten die Gebäude?
    Leider wurde von frühen Abenteurern, Hobbyarchäologen und Plünderern so viel zerstört, dass all diese Fragen nicht mehr verlässlich geklärt werden könnten.

    Heute am Morgen liegt eine ganz eigene, mystische Stimmung über dem Gelände und versetzt uns auf eine Reise in die Vergangenheit.
    Die nachgebaute Lehmhüttensiedlung in der Ebene lässt uns in deren Geschichte eintauchen und etwas von dem Leben dieser Menschen erahnen.
    Beim Anblick des konischen Turmes im Great Enclosure, drängt sich einem die Frage auf, was wohl der Zweck dieses
    extravaganten Bauwerkes gewesen ist. Nachweislich diente er weder als Verteidigung- noch Aussichtsturm.
    Das 20 Meter hohe Gebäude weist an der Basis einen Durchmesser von 5 Metern auf, die sich nach oben auf 2 Meter verjüngen.
    Einige Forscher mutmaßen, seine einzige Funktion lag darin, die Macht und den Wohlstand des Königs auszudrücken.
    Die Gebäude wurden in Trockenbauweise
    errichtet, mit kunstvollen Steinmustern verziert, wobei die massiven vorhanden Granitfelsen geschickt in die Architektur integriert wurden.
    Will man das gesamte Areal und die wunderbare Landschaft rundherum von oben bestaunen,
    muss man den 80 Meter hohen Hügel erklimmen.
    Etwa 15 Minuten
    dauert der kleine Aufstieg, die brennende Sonne macht das Ganze ein wenig anstrengend und beschwerlich.
    Der Weg führt teilweise durch schmale "Treppenhäuser“, zum Königssitz in den Bergruinen, der “Akropolis”.
    Die Zugänge wurden deshalb so eng gebaut, um Angreifer so besser separieren und überwältigen zu können.
    Oben angekommen genießen wir den tollen Rundum - Blick über das umliegende Gelände mit den unzähligen Ruinen.
    15000 Tonnen Stein und mehr als
    1 Millionen Granitblöcke wurden zur Errichtung dieses gigantischen Bauwerkes benötigt.
    Ein wahres Meisterwerk, bei dem man sich fragt, wie so etwas mit den
    einfachen Mitteln und Werkzeugen von damals möglich war und wie viele Jahre körperlicher Schwerstarbeit zu seiner Vollendung nötig waren.

    Der Name Simbabwe, so werden wir vom Parkguide aufgeklärt,
    stammt aus der Sprache der Shona. Man vermutet eine Zusammensetzung aus: „dzimba dza mabwe“, was etwa so viel bedeutet wie „ große Steinhäuser“ oder " Gräber von Häuptlingen ".
    Die Portugiesen, die als erste Europäer von den Steinbauten erfuhren, nannten sie in ihren Dokumenten „zimbaoe“.
    In den letzten Jahrzehnten generalisierte man die Bezeichnung und übertrug sie bei der Gründung der Republik 1980 auf das gesamte Land: Simbabwe.
    Wegen ihrer großen historischen Vergangenheit und der architektonischen Besonderheiten wurden die Ruinen von Groß-Simbabwe
    1986 von der UNESCO
    auf die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.
    Seit 1981 sind sie im Staatswappen Simbabwes abgebildet.

    Kleine Anekdote am Rande:
    Das Preisniveau in Simbabwe ist relativ hoch für das Gebotene, sowohl bei den Unterkünften, beim Sprit als auch beim Einkaufen und beim Essen.
    Für ein kleines Bier im Restaurant legst du locker 4 US Dollar auf den Tisch und die Speisen sind auch nicht gerade billig.
    Lebensmittel im Supermarkt sind irrwitzig überpreist, und am besten versorgt man sich an den zahlreichen Gemüseständen am Straßenrand. Als Wechselgeld bekommt man zwar keine Dollar, aber gerne mal ein Bonbon oder etwas mehr Obst. 🤣
    Als teuer stellt sich auch noch etwas Anderes heraus: Wäsche waschen.
    In der Lodge bei unserem Campingplatz frage ich nach einer Waschmaschine.
    Ja, kein Problem. Sie haben eine, und wir können die Wäsche in der Laundry abgeben.
    Gott sei Dank fragen wir nach dem Preis, bevor wir unsere inzwischen wieder prall gefüllten Säcke herschleppen.
    " Wir berechnen pro Stück ", erklärt mir die Dame an der Rezeption. Ah, ok. Das System kannten wir bisher noch nicht.
    Ein T Shirt kostet 1 US Dollar, und für eine Unterhose will sie 2 Dollar haben. Mit Mühe unterdrücke ich einen Schrei. WHAT???
    2 Dollar???
    Was, um Himmels willen, denkt die, in welchem Zustand sich unsere Unterhosen befinden? Oder beruhen die Preise vielleicht auf ( schlechten) Erfahrungswerten.
    Wir verzichten auf jeden Fall dankend auf das Angebot und waschen unsere Wäsche wieder einmal auf der Hand......auch, oder vor allem, die Unterhosen.
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