• Zurück in Afrika

    2023年1月13日, タンザニア ⋅ ⛅ 27 °C

    Am 10. Januar 2023 ist mein Rückflug nach Tansania, und so bringen Anna und Jonas mich gegen 16 Uhr zum Flughafen nach Düsseldorf.
    Mehr als 4 Wochen Heimaturlaub mit äußerst bewegenden Augenblicken liegen hinter mir, doch jetzt ist es an der Zeit, zurückzukehren.

    Das Einchecken klappt problemlos, sogar ohne das übliche, lästige Anstehen und Warten.
    Ich erwische einen besonders freundlichen und hilfsbereiten Mitarbeiter von Lufthansa am Schalter.
    Der wuchtet mir nicht nur meine beiden jeweils 20.8 Kilogramm wiegenden Gepäckstücke aufs Band, sondern vergewissert sich mehrmals, dass sie auch bis Tansania durchgecheckt werden, ohne dass ich mich noch einmal darum kümmern muss.
    Das ist eine große Erleichterung, jetzt habe ich nur noch mein Handgepäck.
    Auf meinen nicht gebuchten Rückflug angesprochen, erzähle ich dem Mitarbeiter, dass ich den nicht brauche, da mein Mann in Tansania auf mich wartet. " Oh, ist er farbig?", erkundigt er sich ganz erstaunt . Und dann will er alles über unsere Reise wissen.
    Später beim Boarding sitzt er wieder am Schalter und wünscht mir ganz viel Glück für unser großes Abenteuer.
    Mit so herzlichen Wünschen kann eigentlich nichts mehr schief gehen 🤞🙏❤️
    Pünktlich um 19.00 Uhr fliegen wir los, 50 Minuten später bin ich schon in Frankfurt .
    Dort hebt die nächste Maschine um 21.35 Uhr ab, und ich verlasse die Heimat für ein weiteres halbes Jahr.
    Der Flieger ist bis zum letzten Platz ausgebucht und scheint aus allen Nähten zu platzen. Die gefühlt hundert Babys an Bord schreien entweder gleichzeitig oder knapp zeitversetzt. An Schlaf ist nicht zu denken.
    Nach 8 Stunden Flugzeit, einem Abendessen, einem Frühstück und dreieinhalb Spielfilmen landen wir morgens um 6.25 Uhr Ortszeit in Adis Abeba.
    Schon auf dem Flug nach Deutschland empfand ich den Flughafen als äußerst hässlich, dreckig und laut.
    Das Croissant und der Cappuccino für 9 UD Dollar schmecken widerlich, nahezu ungenießbar und machen den Aufenthalt im keiner Weise angenehmer.
    Doch auch diese Zeit des Wartens geht vorbei, so dass wir schließlich um 10. 15 Uhr abheben in Richtung Kilimanjaro, Tansania, wo wir um 12.50 Uhr Ortszeit ankommen.
    Abschied in Düsseldorf bei schäbigstem Wetter- und nun habe ich beim Verlassen des Fliegers das Gefühl als würde mir jemand mit einem heißen Föhn ins Gesicht pusten.
    Schwitzend durchlaufe ich diverse Grenzformalitäten; zum Glück ist außer uns kein anderes Flugzeug angekommen.
    Leider ist mit der Ausreise aus Tansania mein Visum verfallen, und die Schlange vor dem entsprechenden Schalter scheint endlos.
    Nein, ich will jetzt nicht länger auf Viktor warten und überhole wild entschlossen die gesamte Reihe der Wartenden. Der Schalterbeamte schaut mich mit großen Augen an, als ich ihm mitteile, dass ich ganz schnell nach draußen muss, weil dort mein Mann wartet, den ich seit Monaten ( kleine Übertreibung) nicht gesehen habe.
    Er ist sichtlich gerührt und innerhalb weniger Minuten erhalte ich mein neues Visum. Kein Mitreisender meckert, und so zerre ich meine Koffer vom Band auf den Gepäckwagen........ und dann bin ich draußen. Der Moment ist unbeschreiblich, noch nie waren wir so lange getrennt. Ab jetzt geht es wieder gemeinsam weiter....wie wunderbar!
    Die Umstellung zurück auf Afrika fällt leichter als erwartet, es fühlt sich an wie ein " Nach Hause Kommen ", allein an den Linksverkehr kann ich mich nicht gewöhnen.
    An diesem Tag muss einiges erledigt werden: Friseurbesuch für die Männer, Gasflaschen auffüllen für die nächsten Monate, Großeinkauf in einem der wenigen Supermärkte Tansanias.
    Shoppen in diesem Land ist eher schwierig, denn selbst in großen Städten findet man nur kleine Läden, in denen man sich mühsam alles zusammensuchen muss, was man braucht.
    Hier in Arusha aber ist das Angebot unglaublich, jedoch treiben einem die Preise die Tränen in die Augen.
    Unsere Lieblingsprodukte wie Käse und Joghurt kosten ein Vermögen, weil alles importiert werden muss.
    Gemüse besorgt man am besten am Straßenrand oder - wie die Einheimischen - auf den lokalen Märkten.
    Was habe ich das mühelose Einkaufen, nicht nur von Milchprodukten aller Art, in Deutschland genossen!
    Inzwischen bin ich mehr als 36 Stunden auf den Beinen und entsprechend erschöpft.
    Die Fahrtzeit bis zu unserem Platz für die nächsten Tage, ca 130 Kilometer, verbringe ich im Alkoven des Campers, wo ich ein wenig schlafen kann.
    Dann sind wir am Ziel: Migumbani Campground, einem meiner absoluten Lieblingsplätze auf dieser Reise.

    Es ist wie im Paradies, eine wunderschön gepflegte Anlage mit Pool und großem Gelände, Restaurant und kleiner Bar.
    Hier ist der ideale Ort sich zu erholen, die mitgebrachten Dinge auszupacken, auszutauschen oder zu verstauen.
    Zwischendurch gönnen wir uns immer wieder ein kühles Bad im Swimmingpool, welch ein Luxus!
    Oh, möge dieses Gefühl von " richtigem " Urlaub noch lange anhalten.🙏
    Meine beiden mitgebrachten Koffer sind nicht nur gefüllt mit Müsli für Viktor ( entweder nicht zu kaufen oder unbezahlbar), Schmierfett für die Blattfedern des Autos, zu ersetzenden Campingutensilien und Kosmetikartikeln, sondern auch ein paar neuen " Wanderschuhen" für meinen Mann😉
    Außerdem habe ich jede Menge Klamotten von Lars und Jonas mit nach Afrika transportiert.
    Diese, sowie Kleidung von mir und einen Koffer verschenke ich auf dem Campingplatz.
    Was dann folgt, ist unglaublich berührend.
    John, einer der Massai bringt am Abend eigens für uns eine Öllaterne an unseren Platz. Den Abwasch unseres Geschirrs will er mich nicht selber machen lassen, sondern sich für mein Geschenk revanchieren, indem er mir hilft. Alles, vom Teller bis zum kleinsten Löffel, wird fein säuberlich mit einem Gartenschlauch, mit dem er normalerweise die Pflanzen wässert, abgespritzt.
    Salome, die ein paar Kleidungsstücke und den Koffer bekommen hat, meint, dass sie so etwas Schönes noch nie gesehen hat.
    Diese Menschen sind so herzlich und dankbar für Dinge, die wir gar nicht mehr zu schätzen wissen.
    Am nächsten Tag besucht sie mich mit einem aus tausend kleinen Perlen gebastelten, glücksbringenden Stab ( den man sich ins Haus oder vorübergehend in den Camper hängt), denn sie will mir unbedingt auch etwas schenken.
    Ihre Familie hat den Stab extra für mich angefertigt und vom Dorf aus hier oben zum Platz gebracht.
    Karibu for the wonderful giftis❤️, sagt sie in einer Mischung aus Englisch und Suaheli, und ich bin zutiefst gerührt.
    Wir verbringen zwei geruhsame Tage in dem wunderschönen Camp. Sogar die Männer genießen das chillige Nichtstun, denn ganz erholt haben sie
    sich noch nicht von den Strapazen der Kilimanjaro Besteigung.
    Morgen dann soll es weitergehen in Richtung Lake Natron im Norden von Tansania .
    Ich bin gespannt auf die Abenteuer, die ab jetzt wieder auf uns warten.
    もっと詳しく