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- Day 177
- Monday, January 23, 2023
- ☁️ 26 °C
- Altitude: 1,558 m
RwandaKiyoro1°53’9” S 30°7’47” E
Die sehr traurige Seite Ruandas
January 23, 2023 in Rwanda ⋅ ☁️ 26 °C
Zwischen Anfang April und Anfang Juli 1994, einem Zeitraum von etwa hundert Tagen, durchlief Ruanda einen der schlimmsten Völkermorde der jüngeren Vergangenheit.
Der Bürgerkrieg war kurz, aber er kostete fast eine Millionen Menschen das Leben.
Nachbarn, die vorher Freunde gewesen waren und friedlich zusammengelebt hatten, bekriegten sich plötzlich untereinander.
Nicht nur Soldaten, sondern auch die zivile Bevölkerung griff zu Macheten und in kurzer Zeit wurden mehr als eine Million Menschen regelrecht abgeschlachtet, während die UN weitestgehend tatenlos zusah.
In den vergangenen 28 Jahren hat sich Ruanda grundlegend gewandelt.
Die heutige Gesellschaft besteht hauptsächlich aus jungen Menschen, den Waisen der ermordeten älteren Generationen.
Die Bezeichnungen Hutu und Tutsi für die sich bekriegenden ethnischen Gruppen sind aus dem öffentlichen Sprachgebrauch komplett verbannt.
Alle sind Banyarwanda, also Bürger von Ruanda, egal welchem Volksstamm sie ursprünglich angehörten.
Man ist sich einig, dass so etwas wie dieser fürchterliche Genozid nie wieder geschehen darf. Ruanda hat auf jeden Fall aus dem Krieg seine Lehren gezogen. Das Land gilt heute als eines der friedlichsten und sichersten Länder in ganz Afrika.
Zum Gedenken an den Völkermord wurde 2004 in Kigali das Genocide -
Memorial - Center eröffnet, das wir heute besuchen wollen.
Außerhalb des Museumsgebäudes gibt es Massengräber von mehr als 250.000 Menschen.
Eine lange Wand mit den Namen der bekannten Opfer dient als Gedenktafel.....
Und immer noch wird diese Liste mit neuen Namen ergänzt.
Gerade letzten Samstag, also vor wenigen Tagen, wurden wieder 3 Mitglieder einer Familie bestattet, die man ein paar Tage zuvor gefunden hatte.....
erklärt uns ein Museumsangestellter.
Der Genozid zerriss Hunderttausende von Familien und ließ Frauen als Witwen und Kinder ohne Väter zurück. Er traumatisierte Mädchen, nicht zuletzt durch sexualisierte Gewalt, und zerstörte die Einkommensgrundlagen vieler Familien.
Gleichzeitig löste er aber auch indirekt eine Welle der Emanzipation aus. Rund 70 Prozent der Bevölkerung war nun weiblich.
Diese Frauen waren jetzt gezwungen, sich ohne ihre Männer durchzuschlagen.
Sie mussten lernen, mit nie gekannten, schwierigen Aufgaben fertig zu werden,
traditionelle Männerarbeiten zu verrichten und kulturelle Tabus zu brechen mit dem einzigen Ziel, ihr Land wieder aufzubauen und zu überleben.
Ruandas Frauen sind
seit dem Völkermord
Garant für den Frieden und die tragenden Säulen des Landes.
Wenn es um die Gleichberechtigung von Frauen geht, dann steht das ostafrikanische Ruanda heute weltweit auf Rang 5. Deutschland belegt laut Weltwirtschaftsforum gerade einmal den 12. Platz.Read more











Ein Hoch auf diese Frauen [Marlene]
Travelerdas ist so interessant!!!!