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- Day 182
- Saturday, January 28, 2023
- ☀️ 22 °C
- Altitude: 2,026 m
RwandaMukebera1°57’47” S 29°23’12” E
Kongo-Nile-Trail
January 28, 2023 in Rwanda ⋅ ☀️ 22 °C
Der Congo Nile Trail ist ein 227 km langer Pfad entlang des Kivu-Sees in Ruanda, der an der Nordküste in Rubavu beginnt und an der Südküste des Rusizi-Distrikts endet.
Der Weg führt nicht - wie man aufgrund seines Namens denken sollte - durch den Kongo oder am Ufer des Nils entlang, sondern ist nach der
von Norden nach Süden verlaufenden Wasserscheide benannt, die die Flussysteme des Kongo und Nil voneinander trennt.
Der Kongo-Nil-Pfad bietet die einzigartige Möglichkeit, die natürliche Schönheit Ruandas zu Fuß, mit dem Rad oder mit einem geländetauglichen Allradfahrzeug zu entdecken.
Der Weg führt durch eine atemberaubend schöne Landschaft und gewährt Aussichten auf das klare Wasser und die Strände des Kivu-Sees. Wir erhalten hautnah einen direkten Einblick in das Leben der Einheimischen, die auf den Bananen - und Teeplantagen sowie den riesigen Reisfeldern ihrer täglichen harten Arbeit nachgehen.
Wir fahren vorbei an kleinen Dörfern, Geschäften und lokalen Märkten.
Immer wieder werden wir auf unserer Fahrt von den Einheimischen entweder
freundlich begrüßt oder bestaunt wie Außerirdische von einem anderen Stern.
Als Weiße, sie nennen uns Mzungus, ziehen wir unweigerlich alle Blicke auf uns.
Die Strecke selbst erfüllt wieder einmal alle Kriterien einer Horror-Piste; ich hätte skeptisch werden sollen, als die Hohmeier Bros dieses Abenteuer vorschlugen.
Innerhalb weniger Stunden ist die mühevolle Arbeit sämtlicher Physiotherapeuten, die ich über Weihnachten in Deutschland aufgesucht habe, zunichte gemacht.
Wahrscheinlich sind alle drei frisch eingerenkten Wirbel wieder raus gesprungen.
Am Abend fühle ich mich wie vom Laster überrollt.
Aber die Zwei kennen kein Erbarmen.
Auf halber Strecke offenbaren sie uns, dass sie eigentlich geplant hatten, den Trail mit dem Bike zu bezwingen. Karola und ich sollen dann als Shuttle Bunnies die Versorgungsfahrzeuge, also unsere Camper, von A nach B befördern.
Nein, nein, und nochmal nein. Da streike ich.
Es reicht mir schon, die Tortur als Beifahrer zu überstehen.
Schaut euch die Bilder und das Video an.......mehr brauche ich nicht zu sagen. 😱
Die erste Nacht der Tour verbringen wir am Ufer des Sees; nicht einmal 70 Kilometer liegen hinter uns.
Den dort befindlichen Campingplatz aufzuspüren kostet uns Stunden an Zeit und einen dicken Strang an Nerven. Wir fahren im Kreis, drehen und wenden auf engsten Passagen, doch erreichen trotz 3 eingeschalteter Navis nicht unser Ziel.
Schließlich läuft ein Einheimischer voraus- er ist zu Fuß nicht langsamer als unsere Autos ( eher schneller) - und weist uns den Weg.
Wir kämpfen uns auf einem Trail voran, der wirklich nicht breiter ist als ein Mountainbikepfad und mir schießen bei jedem Busch, dessen dornige Zweige unsere schönen Fenster zerkratzen, die Tränen in die Augen.
An einer Stelle hängen irgendwelche Kabel so tief, dass wir mit unserem hohen Auto nicht darunter her passen. Kai muss - einem Akrobaten gleich - auf unserer Motorhaube balancieren, um das Kabelgewirr hoch zu halten, ein paar Einheimische helfen mit langen Ästen und Stöcken.
Der Campground ist natürlich kein Campground. Die Autos passen nicht durch das Eingangstor und müssen deshalb außerhalb des Grundstückes neben einem Feld abgestellt werden.
Eine junge farbige Angestellte kommt mit ein paar Unterlagen, und jeder von uns soll Papiere zur Registrierung ausfüllen. Karola bekommt noch Pauspapier für ihre Anmeldung und ist schnell fertig.
Wir anderen kriegen das Hilfsmittel nicht - den Grund dafür kann die Angestellte uns nicht vermitteln - auch nicht mit Händen und Füßen.
So müssen wir alle nacheinander dasselbe blöde Formular dreimal ausfüllen.😱
Leider versteht die Frau weder Englisch noch Französisch, so dass die Kommunikation extrem beschwerlich ist.
Auch mit dem Security Guard klappt die Verständigung eher suboptimal. Spreche ich ihn auf Englisch an, antwortet er auf 10 verschiedene Fragen mit " yes ". Stelle ich die Fragen auf Französisch, antwortet er mit " Oui ", egal, was ich wissen will.
Das hilft uns in keiner Weise weiter.
Ob es in dem See Krokodile oder Nilpferde gibt, wollen wir wissen. Er antwortet sowohl auf englisch als auch auf französisch mit " ja", dabei
gibt es definitiv keine.
Ich frage mich nur mit Entsetzen, was passieren würde, wenn es wirklich welche gäbe, und er würde die Frage: Is it safe to swim in the lake? mit " Yes" beantworten. 🐊 😱
Als wir uns erkundigen , ob die Duschen heiß sind, sagt er laut und deutlich " yes". Karola probiert es aus...... doch das Wasser ist leider eiskalt. 😳
Danach stellen wir keine Fragen mehr.
Am nächsten Morgen hat es sich wohl herumgesprochen, dass die Mzungus wieder weiter fahren wollen. So stehen am Wegesrand und an jeder Abzweigung neugierige Kinder, um mitzuerleben, wie wir den schier unbezwingbaren Trail meistern.
Viktor und der Toyota geben alles, und wirklich.... irgendwann haben wir es geschafft und sind zurück auf der Hauptstraße.
Ich bin in Schweiß gebadet und könnte einen weiteren Bucket shower vertragen.
Was, bitte ist denn das, werdet Ihr Euch fragen.
Hier in Afrika gibt es zumeist kein fließendes und schon gar kein heißes Wasser.
Deshalb erwärmen die Einheimischen das Wasser in einem großen Kessel auf dem Feuer und füllen es anschließend brühend heiß in Kanister. Die schleppen sie sie dir in die Dusche, die eigentlich nicht mehr ist als eine leere, mit Bambus ausgeschlagene Zelle mit betoniertem Boden und einem Abfluss nach draußen.
Du wiederum füllst das heiße Wasser in eine riesengroße Plastikschüssel, aus welcher du mit einem Krug immer wieder portionsweise Wasser herausschöpfst und es über deinen Körper fließen lässt.
Gewöhnungsbedürftig, aber es funktioniert. Und erstaunlicherweise fühlst du dich nicht weniger sauber als nach einer normalen Dusche.
Der Kongo-Nil-Pfad verläuft passagenweise auch auf der Teerstraße. Diese Momente genieße ich, als wäre ich auf Wellness Urlaub. Ich habe die Muße, die wunderschöne Landschaft zu bewundern und Kraft zu sammeln für den mit Sicherheit folgenden nächsten Horrorabschnitt.
Gestern sind wir ungefähr nach der Hälfte des Trails auf einem schönen Campingplatz gelandet.
Zwar gibt es wieder kein warmes Wasser, dafür aber einen atemberaubenden Blick auf den Lake Kivu.
Wir beschließen, heute ein Stück des berühmten Weges per pedes zu erkunden.
Viktor arbeitet eine Route aus, und los geht's.
Noch nie waren wir den Menschen so nah. Wir sind mitten unter ihnen, ohne - wie sonst - durch eine Scheibe getrennt zu sein.
An manchen Orten, so scheint es, haben die Kinder noch nie Menschen unserer Hautfarbe gesehen. Die Mutigen und besonders Neugierigen rennen ganz aufgeregt und winkend auf uns zu.
In einem Dorf umringen uns Heerscharen von ihnen und folgen uns ein langes Stück des Weges. Ich komme mir ein wenig vor wie der Rattenfänger von Hameln.
Oft wollen die Kinder umarmt werden oder einfach nur unsere weiße Haut anfassen.
Es gibt aber auch Ängstliche unter ihnen, die bei unserem Anblick reißaus nehmen oder sich hinter Bäumen, Felsen oder größeren Geschwistern verstecken.
Manche laufen mitunter schreiend davon, da wir so anders aussehen als sie.
Es sind zutiefst berührende Augenblicke.
Was mag wohl in den kleinen Köpfen vorgehen?
Wir werden es wahrscheinlich nie erfahren.
Unsicher fühlen wir uns allerdings zu keinem Zeitpunkt, denn die Menschen in Ruanda alle sind freundlich und friedlich.Read more












Traveler
da seid ihr rüber gefahren??😩😳🫣🫣🫣
TravelerDanke für die Berichte. Lese die gerne. Ganz
TravelerGanz toll Grüße an Karola. LG Frauke