- Tunjukkan perjalanan
- Tambah ke senarai baldiKeluarkan dari senarai baldi
- Kongsi
- Hari 186
- Rabu, 1 Februari 2023
- 🌩️ 19 °C
- Altitud: 2,192 m
RwandaKanyaminaba1°28’27” S 29°34’5” E
Ruanda Abschied
1 Februari 2023, Rwanda ⋅ 🌩️ 19 °C
Dass die Uhren hier ein wenig langsamer ticken als zu Hause, haben wir nach einem halben Jahr des Reisens durch verschiedene Länder Afrikas schon realisiert.
Ganz besonders trifft diese pole pole Einstellung beim Essen zu.
So kann die Zubereitung einer Mahlzeit durchaus schon einmal bis zu zwei oder sogar mehr Stunden betragen. Hungrig essen zu gehen, ist somit eine schlechte Idee.
Besonders die Ostafrikaner sind äußerst gechillt und verstehen überhaupt nicht, dass jemand ungeduldig wird, wenn er auf seine bestellte Speise wartet.
Anders im Straßenverkehr. Hier wird gerast und hemmungslos die Fahrspur gewechselt, um schnell auf die Straßenseite zu gelangen, die weniger Schlaglöcher oder Matschpfützen aufweist.
Dass dies deine Bahn ist, und du ihnen gerade frontal entgegenkommst, interessiert die anderen wenig bis überhaupt nicht. 😳
Trotzdem passieren erstaunlich selten Unfälle. Kurz vor dem Crash befindet sich auf wundersame Art und Weise jeder, ob Fußgänger,
Fahrrad-, Moped- oder Autofahrwieder auf dem für ihn vorgesehenen Weg. Manchmal grenzt das Ganze an ein Wunder.
GoogleMaps ist in Europa eine gute Option, um seinen Weg zu finden. Doch hier kann man nur eindringlich warnen: Nutzt nie nie nie Google Maps in Uganda oder Ruanda. Es werden Straßen angezeigt, die noch nicht einmal annähernd die Bezeichnung "Piste" verdient haben.
Allein in den letzten Tagen sterbe ich auf meinem Beifahrersitz gefühlt tausend Tode und weiß nicht, wie wir es geschafft haben, diese Pfade mit tiefen Spurrillen, ausgewaschenen Furchen und endlosen Steinhaufen oder Wasserlöchern zu meistern, ohne abzurutschen, steckenzubleiben oder gar umzukippen.
Bestimmt tragen die vielen Schutzengel, die Ihr uns von zu Hause mitgegeben haben, auch dazu bei. 🙏🥰
Heute verlassen wir Ruanda und sind neugierig, was alles uns in Uganda erwarten wird.
Eigentlich wollten wir noch das Grab von Dian Fossey nahe der Grenze besuchen, doch haben wir uns zu spät
für diesen Ausflug entschieden.
Wir hatten geglaubt, man könne die Grabstätte alleine und zu jeder Zeit besuchen. Statt dessen benötigt man ein Permit und einen Guide, der einen auf der Tour begleitet.
Doch informieren wollen wir uns wohl über diese Frau, der Afrika zu verdanken hat, dass die Berggorillas in
Ruanda und Uganda nicht endgültig ausgerottet wurden.
Dian Fossey lebte
als erster Mensch nahezu 20 Jahre lang in engem Kontakt zu den Primaten in einem Camp in den Bergen
zwischen Zaire (heute Demokratische Republik Kongo) und Ruanda.
Die Tochter wohlhabender kalifornischer Eltern, die eigentlich ein BWL-Studium für sie vorgesehen hatten, verschrieb irgendwann ihr gesamtes Leben den Gorillas in Afrika.
Tag für Tag ging sie in die nebligen, regennassen Wälder, kletterte durch Schluchten und an Berghängen entlang, immer auf der Fährte ihrer Lieblinge. Sie beobachtete sie beim Essen, Spielen und Raufen und führte akribisch Buch darüber.
Durch ihre Beharrlichkeit und Beobachtungsgabe lernte sie das Verhalten der Berggorillas wie kein anderer Mensch kennen: Familienstrukturen, Verhalten zwischen Tieren an unterschiedlichen Positionen der Hierarchie, und selbst ihre Kommunikation.
Um die Menschenaffen zu erforschen, musste sie den Tieren ganz nah kommen, und das ging nur, wenn sie deren Vertrauen gewann. Sie imitierte ihr Verhalten, während sie bei ihnen im Wald saß, kratzte sich wie sie, kaute - ihnen ähnlich - auf Selleriestangen herum, imitierte ihre Geräusche und bewegte sich mit den Handknöcheln auf allen Vieren über den Waldboden.
Es gelang ihr mit der Zeit, vollkommen von den Tieren akzeptiert zu werden.
Sie liebte ihre Affen
mehr als die Menschen und
entfremdete sich dabei immer weiter von der Zivilisation.
Diejenigen, die den Gorillas ein Leid zufügen wollten, begann sie,
ohne Gnade zu verfolgen.
Den Verlust von Tieren durch Wilderer
nahm sie regelrecht persönlich.
Von klein auf hatte sie das Gorillamännchen Digit heranwachsen sehen.
Digit war ihr Freund, und die Beiden verband eine besondere Beziehung.
Am Silvestertag 1977 erwischten Wilderer Digit und schnitten ihm Hände und Kopf ab. Als Fossey seinen geschändeten Körper fand, brach ihr das das Herz, und sie erklärte den Wilderern den Krieg.
Ein erbarmungsloser Kreuzzug gegen die Jäger begann.
Sie zerstörte nicht nur deren Fallen, sondern ließ auch ihre Häuser und Felder niederbrennen.
Ihre Methoden wurden zunehmend rabiater und grausamer.
Fossey ließ Wilddiebe fangen, verhörte sie persönlich, zerstörte ihre Waffen und erschreckte sie mit Totenkopfmasken und Feuerwerkskörpern.
Mit ihrem Vorgehen brachte sie viele Menschen gegen sich auf.
Aus der Tierliebhaberin und Verhaltensforscherin war am Ende eine erbarmungslose Menschenjägerin geworden.
Ihr ruandischer Beiname Nyiramachabelli, die Frau, die allein im Wald lebt, wurde zum Schimpfwort.
Am 27. Dezember 1985 bezahlte Dian Fossey
ihren Kampf gegen die Wilderei mit dem Leben.
Einer ihrer Widersacher drang in ihre Hütte ein und ermordete sie bestialisch
mit einer Machete.
Dian Fossey starb im Alter von 53 Jahren. Man begrub sie so, wie sie es verfügt hatte, an der Seite ihres treuen Freundes Digit.
Nun also sind wir auf dem Weg nach Uganda und verlassen das kleine wunderbare Land und seine so freundlichen und hilfsbereiten Menschen mit einem großen Sack schöner Erinnerungen.
Ruanda, es war uns eine Ehre!Baca lagi












Was für tolle Eindrücke und zum wiederholten Mal und immer wieder gerne DANKE 😘🙅♀️für die tolle und interessante Geschichte 🥰 [Kerstin & Chris]