• Ein Stück vom Paradies - Das Alamut-Tal

    28. maj 2023, Iran ⋅ ⛅ 28 °C

    Darf es auch mal etwas exotischer sein? Vielleicht etwas für Outdoor-Fans? Neben zauberhaften Städten bietet das Land im Mittleren Osten nämlich auch eine Menge Berge und Täler, die darauf warten erkundet zu werden – zum Beispiel das Alamut-Tal.

    Die sagenumwobenen Assassinen haben in diesem kargen Landstrich im Nordwesten des Irans ihren Ursprung und terrorisierten zu Beginn des zweiten Jahrtausends ganz Kleinasien und Europa. Geschichts- und Archäologiefreaks können auf den Bergspitzen des Tals über 50 Burgruinen bestaunen. Die Festung Alamut (von der das Tal seinen Namen hat) ist von ihnen noch am besten erhalten und thront auf einem steilen Felsen in 2100 Metern Höhe über dem weiten Tal – wer hier oben steht, weiß, warum so viele Herrscher ihre Burgen am liebsten auf Berggipfeln errichtet haben. Nicht nur sind diese Festungen schwerer einzunehmen, sondern der Blick lässt einen glauben, man beherrsche die Welt.

    Das Alamut-Tal hat neben seiner berühmten Festung vor allem eines zu bieten: Natur: wild, atemberaubend schön und völlig unverbaut. Wir genießen das Gefühl, an einem der letzten wirklich unberührten Orte der Welt zu sein.
    Vollgestopft mit Kultur, Geschichte und Lebensfreude sehnen wir uns nach etwas Ruhe in den Bergen.
    Das Elburs-Gebirge. Nördlich von Teheran erstreckt es sich entlang des Kaspischen Meeres und steigt bis auf 5610 Meter an.
    Nein, diese Seite des Iran kannten wir bisher noch nicht.
    Die Straße hier herauf wird zunehmend steiler, und wir schrauben uns in
    sich ewig windenden Serpentinen immer weiter nach oben.
    Viktor behält die Landschaft vor, hinter, links und rechts von uns im Blick. Aber hat er auch ein Auge auf die kurvenreiche Straße, die vor uns immer wieder unerwartete Kapriolen schlägt?
    Ein kleiner Fahrfehler ...und das war's.
    Doch wenn ihr glaubt, es gibt keine Steigerung mehr, dann kennt ihr meinen Mann nicht.
    Plötzlich, ich traue meinen Augen nicht, hat er von Jonas die kleine Go Pro Kamera in der Hand.
    Er knipst, was das Zeug hält ... in alle Richtungen.
    Ein besonderes akrobatischer Akt wird vollführt, als er - mit der linken Hand steuernd - eine 180 oder vielleicht fast schon 360 Grad Serpentine fährt und den rechten Arm an seinem Körper und am Lenkrad vorbei aus dem Fenster streckt, um irgendwas zu filmen, was HINTER uns liegt.
    " Mensch, Viktor, ich steig gleich aus", starte ich einen verzweifelten Versuch vom Beifahrersitz. Emotionslose Antwort vom Pilotenstuhl: " Das würde ich dir nicht raten".
    Letztendlich geht Gott sei Dank alles gut, und wir verlassen dieses iranische Paradies mit einem Riesensack voller Bilder im Kopf ( und auf der Go Pro).
    Länger können wir hier leider nicht bleiben.
    Uns läuft die Zeit davon, denn bis Ende Mai wollen wir aus dem Iran ausgereist sein.
    Es gibt noch so unendlich Vieles zu entdecken in diesem wundervollen Land.
    Wer weiß, vielleicht kommen wir ja irgendwann noch einmal hierher hierher zurück?
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