• Der Vätternsee

    20. juli 2024, Sverige ⋅ ⛅ 24 °C

    Als gegen Ende der letzten Eiszeit die Gletscher nach und nach schmolzen, blieben auf der nördlichen Erdhalbkugel große Wassermassen zurück, die sich in Tälern und Mulden sammelten.
    Auf diese Weise sind im Laufe von Jahrtausenden die meisten Seen in Schweden entstanden.
    Der Vättern ist nach dem Vänern Schwedens zweitgrößter See und dient als Trinkwasser-Reservoir für rund 250.000 Menschen.
    An der breitesten Stelle misst er 31 km, seine Länge beträgt 135 km, das bedeutet der See ist schmal und lang.
    Das Wasser ist tief (außer im nördlichen Teil), sehr klar, aber nicht besonders warm.
    Von den beiden Seen existiert die Legende, dass in grauer Vorzeit hier ein Riese hauste. Irgendwann beschloss er, Bauer zu werden. Mehrmals setzte er den Pflug an, doch keine Furche wollte ihm gelingen. Tobend vor Zorn riss er die verkorksten Schollen aus dem Erdreich und schleuderte sie bis in die Ostsee, wo zwei von ihnen liegen blieben. Währenddessen füllten sich die zurück gebliebenen Gruben mit Wasser ..... und es entstanden die beiden Seen .
    Und wenn man genau hinsieht, sehen die Ostseeinseln Öland und Gotland tatsächlich aus, als könnten sie Vänern und Vättern passgenau füllen.

    Gränna, eine kleine Stadt am Südostufer des Vätternsees, ist unser nächstes Ziel.
    Selten haben wir bisher in Schweden so viele Wohnmobile gesehen wie hier- das Örtchen lebt fast ausschließlich vom Tourismus. Besucher kommen nicht nur der berühmten schwedischen Süßigkeit (Polkagris) wegen, sondern auch, um das angenehme Klima, die wunderschöne Natur und die behagliche Kleinstadtatmosphäre zu genießen.
    Seit rund 1850 ist der Ort für seine bunten Leckereien bekannt. Rot-weiß geringelt sind sie und schmecken nach Pfefferminze. 1859 hat Tante Amalia in Gränna am Vätternsee die ersten Pfefferminzstangen gebacken. Heute sind sie weltberühmt in Schweden und so typisch für Gränna wie Marzipan für Lübeck oder Lebkuchen für Nürnberg.
    Formen, Farben, Größe und Geschmacksrichtungen der süßen Masse sind sehr vielfältig, und fast alle Zuckerstangen-Kochereien im Stadtkern ermöglichen den Besuchern, bei der Produktion zuzusehen.
    Der bekannte Polarforscher
    Salomon August Andrée (1854 -1897) kam in Gränna zur Welt. Er war ehrgeizig und wissbegierig und verfolgte das Ziel, mit dem Heißluftballon den Nordpol erforschen. Die Expedition scheiterte, und Andrée und seine Begleiter kamen im Eis der Polarregion ums Leben. Ihr Schicksal berührt die Menschen bis heute – und das Gränna Museum widmet den Forschern und ihrer Ballon-Mission eine spannende Ausstellung.
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