• Route 26 und das Kauri Museum

    28. oktober, New Zealand ⋅ 🌬 15 °C

    Die Route 16 gilt als ein Juwel Neuseelands, eine malerische Straße mit Blick auf grüne, sanfte Hügel und - an einem schönen Tag - endlos blauen Himmel.
    Heute allerdings haben wir nicht so ein Glück mit dem Wetter: der Himmel ist wolkenverhangen. Ein paar Stunden unserer Fahrt schüttet es sogar wie aus Kübeln. ☔️
    Unser heutiges Ziel ist Matakohe.
    Fast 100.000 Besucher
    finden jährlich den Weg in das kleine Dorf und sein Kauri Museum, das
    seit der Gründung vor mehr als fünfzig Jahren eine erstaunliche Sammlung über die ersten Siedlerfamilien auf der Nordinsel Neuseelands zusammengetragen hat.
    Wir erleben die
    faszinierenden Geschichten der Pionierzeit beinahe hautnah. Sehenswürdigkeiten, Geschäfte und Werkstätten eines ganzen Dorfes sind detailgetreu nachgebildet.
    Man hat das Gefühl, um Hunderte von Jahren zurück in die Vergangenheit versetzt worden zu sein.
    Neugierig schlendern wir durch kleine Straßenzeilen mit Läden und originaler Schaufensterdekoration
    und Straßenbeleuchtung. Betritt man die Wirtschaft, hört man gleich typische Hintergrundgeräusche einer richtigen Kneipe wie Gespräche, Lachen und Gläserklingen.
    Beim Betrachten der Wohnhäuser mit Kinderzimmern, Schlafräumen und Wohnbereichen entstehen konkrete Bilder vor unseren Augen: ja, wir sind mit all unseren Sinnen tief in die damalige Zeit eingetaucht und ein Teil der
    Geschichten von Mut und Entschlossenheit, Tragödie und Triumph, grenzenloser Hoffnung und unermesslichem Verlust.

    Schnell wird uns während der Ausstellung klar, dass die sanften grünen Hügelketten nicht immer das Bild der Nordinsel geprägt haben.
    Bevor europäische Einwanderer die beiden großen Inseln im Pazifik entdeckten, waren die Northlands wild, rauh - und über und über dicht mit riesigen Kauribäumen bewachsen.
    Die ersten Siedler rodeten die gigantischen Wälder, um für sich Acker- und Weideland zu schaffen.
    Bald realisierten sie aber auch, dass sich aus dem festen und geraden Holz der Kauri Bäume wunderbar Material für die Schiffe der britischen Flotte sowie Bauholz für die wachsenden Dörfer Neuseelands herstellen ließ.
    Die radikale Abholzung der meisten Wälder durch die europäischen Siedler nahm ihren Lauf und führte zum fast vollständigen Verschwinden der meisten Wälder.
    Ein weiterer begehrter Rohstoff, den diese besonderen Bäume lieferten, war ihr Harz, aus dem sich Linoleum und Polituren für Möbel und Fußböden herstellen ließen. Zuerst sammelten so genannte Gum-Picker dieses kostbare Gut vom Urwald-Boden ein. Als diese Ressource jedoch ausgeschöpft war, begann man, die Bäume anzuzapfen, um an den wertvollen Rohstoff zu gelangen.

    So wurde der Bestand der Kauri Bäume immer weiter dezimiert,
    und bald gab es nur noch eine übersichtliche Zahl dieser besonderen Bäume.
    Übrig blieben schließlich die leer geräumten Hügel, die wegen der mageren Böden allenfalls noch als Weideland taugten.
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