• Gloppedalsura- Suleskarvegen- Lysebotn

    28. juni, Norge ⋅ ⛅ 22 °C

    Nach der kurzen Pendelfähre Oanes–Lauvvik fahren wir vorbei an der gigantischen Gloppedalsura, dem größten Geröllfeld Nordeuropas. Es wirkt an einem wolkenverhangenen
    Tag wie heute fast noch spektakulärer als bei Sonnenschein. Wenn der Nebel tief in den riesigen Felsspalten hängt, wirkt die Kulisse absolut düster, monumental und wie aus einem Fantasy-Film.
    Vor circa 10.000 Jahren passierte hier eine Naturkatastrophe von schier unfassbarem Ausmaß. Die Gletscher begannen zu schmelzen und brachten eine ganze Bergflanke zum Einsturz, wodurch
    das gesamte Tal komplett von haushohen Felsbrocken verschüttet wurde.

    Anschließend geht es hinauf
    in eine karge Hochgebirgswelt.
    Die Straße schlängelt sich über zahlreiche Kehren steil empor auf das Suleskarvegen-Hochplateau. Nach nur wenigen Minuten werden die Nadelbäume kleiner, bis die Baumgrenze schließlich endgültig hinter uns liegt.
    Oben angekommen, breitet sich die Hochebene vor unserer Windschutzscheibe aus. Wir befinden uns jetzt auf fast 1.000 Metern über dem Meeresspiegel. Die Natur hier oben ist rau, karg und von den unbändigen Kräften der Eiszeit geprägt. Zwischen den von Gletschern glatt geschliffenen Granitkuppen wachsen nur noch zähe Flechten, Moose und Wollgras.
    10 Prozent Steigung - die Autos müssen wieder einmal zeigen, was in ihnen steckt. Ein solcher Anstieg im ersten oder zweiten Gang bringt die Motoren zum Brüllen und Dröhnen.
    Unserer auf jeden Fall ächzt, schreit, röhrt und scheppert! Die Geräusche sind kaum zu ertragen.
    Kein Wunder- bezwingen wir doch gerade eine der spektakulärsten Passstraßen Südnorwegens.
    Von oben führt die Straße in 27 spektakulären Haarnadelkurven wieder steil hinab ins Dorf Lysebotn.
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