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Norwegen - Mehr als nur Fjorde

A 37-day adventure by Inge Read more
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    🇳🇴 Levanger, Norwegen

    Weiter Richtung Norden

    Jun 2–3 in Norway ⋅ ☁️ 18 °C

    Heute Nacht hatte ich einen Traum:
    Genau hier, wo wir heute mit unseren Campern stehen, hielt die Welt am 12. Februar 1994 den Atem an:
    Der Skispringer Stein Gruben raste mit der brennenden olympischen Fackel in der Hand die Schanze hinunter, hob ab, segelte majestätisch durch die Nacht und landete sicher im Stadion, um das Feuer zu entzünden.
    Welch schöne Erinnerung und ein Bild für die Ewigkeit.

    Die E6 von Lillehammer nach Verdal (hinter Trondheim), unserem Tagesziel, führt uns circa 450 Kilometer auf einer der spektakulärsten Transitstrecken Norwegens.
    Wer denkt, eine reine Transit-Etappe in Norwegen sei langweilig, der wird auf der Europastraße 6 (E6) eines Besseren belehrt.
    Die Magie der Farben ist unbeschreiblich:
    Inmitten all dieses Grüns leuchten in regelmäßigen Abständen die typisch norwegischen Holzhäuser in tiefem Falunrot, warmem Senfgelb und strahlendem Weiß und bilden den perfekten Kontrast zum blauen Himmel und den dunklen Wäldern.

    Nach dem Ort Dombås schaltet die Natur schlagartig in einen völlig neuen Modus. Die Bäume weichen zurück, die E6 steigt steil an, und plötzlich öffnet sich vor uns die gigantische Dovrefjell-Hochebene (auf über 1.000 Metern über dem
    Meeresspiegel) - auch
    skandinavische Tundra genannt.
    Wo eben noch dichter Wald war, herrscht jetzt eine rauhe, baumlose Weite. Flechten, Moose und nackter Fels prägen das Bild.
    Dank des tollen Wetters haben wir eine kilometerweite Fernsicht auf die mächtigen, zum Teil noch schneebedeckten Gipfel des Dovrefjell Nationalparks.

    Hinter der Hochebene geht es durch das schmale, von steilen Felswänden flankierte Drivdalen wieder bergab, und mit jedem Höhenmeter kehrt das Leben zurück.
    Wälder und sanfte Hügel lösen die schroffen Gipfel wieder ab.

    Gleich zu Beginn unserer Tagesetappe, wir haben erst wenige Kilometer auf der E6 hinter uns gebracht, zwingt uns die norwegische Geschichte schon zum ersten ungeplanten Zwischenstopp. Etwa eine Dreiviertelstunde nördlich von Lillehammer taucht sie plötzlich am Hang auf: Die Stabkirche von Ringebu.
    Sie wurde um das Jahr 1220 erbaut und gehört zu den ganz wenigen, weltweit verbliebenen 28 Stabkirchen Norwegens.
    Ihr leuchtend roter, spitzer Turmturm, der im 17. Jahrhundert hinzugefügt wurde und einen grandiosen Kontrast zum dunklen, geteerten Holz des Hauptschiffs bildet, springt sofort ins Auge.
    Stabkirchen gehören zu den faszinierendsten Kulturdenkmälern Europas. Sie markieren die Übergangszeit vom germanischen Heidentum zum Christentum (ca. 11. bis 14. Jahrhundert) und verbinden die neue christliche Symbolik untrennbar mit den Traditionen der Wikingerzeit.
    Der Name leitet sich von den „Stäben“ ab – das sind massive, senkrecht stehende Holzmasten, die das gesamte Tragwerk des Daches stützen.
    Kein Metall, kein Leim: Statt Eisennägeln oder Klebstoff nutzten die Architekten die hochentwickelten Zapfen- und Holzverbindungen aus dem Schiffbau der Wikinger, elastisch genug, um den schweren Winterstürmen im Gebirge standzuhalten.
    Wirkliche Meisterwerke!
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  • Velkommen til Norge

    June 1 in Norway ⋅ 🌧 15 °C

    Und schon rollen unsere Räder auf norwegischem Boden.
    Der Kompass zeigt stracks nach Norden – das Ziel sind die legendären Lofoten!
    Da uns fast 2.000 Kilometer von den majestätischen Granitgipfeln im Polarkreis trennen, haben wir uns für die schnellere Route durch das Landesinnere entschieden. Wer denkt, dass diese Variante langweilig ist, hat die Landschaft noch nicht erlebt.
    Es ist faszinierend zu beobachten, wie die Zivilisation im Rückspiegel immer kleiner und die Natur
    mit jedem Kilometer wilder und skandinavischer wird.
    Auch wenn Dänemark und Norwegen Nachbarn sind, unterscheidet sich die Szenerie fundamental.
    Während man dort meist über weite, flache Horizonte blickt, ist die Landschaft hier eher dreidimensional:
    links und rechts ragen steile Felswände auf, und die Straße bewegt sich in einem ständigen Auf und Ab.
    Riesige Kiefern- , Birken- und Fichtenwälder thronen auf den rund geschliffenen Granitfelsen.
    Dieser ganz eigene, rauhe Charme Norwegens zieht uns vom ersten Augenblick in seinen Bann und lässt uns trotz des trüben Wetters
    den Alltag vergessen.
    Am Nachmittag erreichen wir Lillehammer, die weltberühmte Olympiastadt.
    Schon von Weitem sieht man das Wahrzeichen der Stadt: die imposanten Lysgårdsbakkene- Skisprungschanzen der Winterspiele von 1994, die wie zwei steinerne Finger in den Himmel ragen.
    Direkt am Fuße dieses geschichtsträchtigen Ortes finden wir den perfekten Stellplatz für die Nacht und genießen die spektakuläre Aussicht auf den inzwischen wieder in der Sonne funkelnden Mjøsa-See.
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  • Leinen los

    May 31, Skagerrak ⋅ ☁️ 12 °C

    Es ist so weit: Wir stehen an Deck, der Wind bläst uns um die Nase, und Hirtshals wird im Rückspiegel immer kleiner.
    Die Überfahrt verläuft ruhig und entspannt, allerdings bläst uns ein ziemlich kalter Wind um die Ohren.
    Unser Camper steht sicher im Bauch der Fähre und wir machen es uns an Bord gemütlich. 🚢
    Hier herrscht eine ganz besondere Urlaubsstimmung: Überall sieht man Reisende, die Landkarten studieren oder einfach nur aufs schier endlose Meer starren
    und Möwen beobachten, die das Schiff begleiten.
    In wenigen Stunden wird am Horizont die norwegische Küste auftauchen. Kristiansand, wir kommen! 🇳🇴
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  • Quer durch Dänemark

    May 30–31 in Denmark ⋅ 🌬 13 °C

    Hinter uns liegt ein ziemlich entspannter Fahrtag quer durch Dänemark.
    Nach dem Grenzübertritt rollt man durch ziemlich eintönige Landschaft gemütlich auf der E45 Richtung Norden bis
    Hirtshals, der Nordspitze Dänemarks.
    Das Städtchen empfängt uns mit einer frischen Brise und skandinavischer Gelassenheit - wir riechen förmlich das Salz in der Luft. Nach den Kilometern der letzten zwei Tage im Auto tut es gut, die Füße kurz am Strand der Nordsee zu vertreten.
    Die Stimmung im Hafen ist einmalig – überall sieht man andere Camper, die wie wir die letzte Nacht auf dem europäischen Festland verbringen.
    Morgen bringt uns die Fähre über den Skagerrak nach Kristiansand in Norwegen.
    Der Skagerrak ist ein rund 240 Kilometer langer und bis zu 140 Kilometer breiter Meeresarm, der die Nordsee mit der Ostsee verbindet.
    Seinen Namen verdankt das Gewässer der dänischen Stadt Skagen, kombiniert mit dem niederländischen Wort rak für „gerade Wasserstraße“.
    Aufgrund seiner offenen Westseite ist der Skagerrak für sein stürmisches Wetter und deutlich raueren Seegang bekannt als das östlich anschließende, geschütztere Kattegat.
    Den Abend lassen wir gemütlich im Hafen von Hirtshals ausklingen. Und wo könnte man das besser als im legendären Hirtshals Fiskehus?
    Direkt am Hafenbecken, mit Blick auf die Fischerboote und die salzige Nordseeluft in der Nase, speisen wir hier zu Abend - direkt vom Kutter auf den Teller.
    Neugierig und gespannt warten wir, was der morgige Tag uns zu bieten hat ! 🍻🚢⛰️🇳🇴.
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  • Auf nach Norden

    May 29–30 in Germany ⋅ ☁️ 28 °C

    Nach mehreren Anläufen, zu unserer Reise nach Norwegen aufzubrechen, sind wir nun endlich unterwegs. Ich bin mir nicht sicher, ob die Vergesslichkeit und Unachtsamkeit am fortschreitenden Alter liegen – oder an der Tatsache, dass wir eine 5-wöchige Reise im Vergleich zu unseren sonstigen Langzeittouren einfach zu sehr auf die leichte Schulter nehmen. 😔

    Unser heutiges Ziel ist ein Stellplatz im 520 Kilometer entfernten Groß Vollstedt. Bis ins Ruhrgebiet reiht
    sich eine Baustelle an die andere, aber danach läuft es richtig gut!

    Der Platz hinter Hamburg erweist sich als perfekter Zwischenstopp. Wir genießen den ersten Urlaubsabend, an dem uns
    Bernd und Korda mit einem köstlichen Grillabendessen überraschen.
    Um 22.30 Uhr kommen Dennis und Simone. Nun sind wir komplett.
    Die Wohnmobile stehen gerade, und die skandinavische Luft ist fast schon zu spüren.
    Norwegen, du bist ein großes Stück näher gerückt!
    🇳🇴
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    Trip start
    May 29, 2026