• Radeln nach Dechsendorf

    25. maj, Tyskland ⋅ ☀️ 28 °C

    Der Blick vom Balkon verspricht auch für heute wieder hervorragendes Badewetter. Nach dem ausgedehnten Frühstück schwingen wir uns also auf die zum Appartement gehörenden Räder und strampeln flussabwärts die Pegnitz entlang. Auf den stadtnahen Pegnitzauen passieren wir einen beeindruckenden Bestand an Japanischem Staudenknöterich sowie zahlreiche vom Sound der Boom-Boxen begleitete Grüppchen beim Grillen. Von den verlockenden Gerüchen unberührt fahren wir weiter und das Pegnitztal wandelt sich bald zu einem lauschigen Auwald.
    Bei Fürth stößt die Rednitz zur Pegnitz und beide vereinigen sich wenig überraschend zur Regnitz. Die Räder bringen uns zügig voran, wenn auch Renés Gesäß schon nach wenigen Kilometern mangelnden Sitzkomfort bemängelt.
    Wir fahren schon eine Weile nicht mehr im Schatten des Auwalds, als wir in Erlangen eine Kirche passieren. Zu unserer Enttäuschung steht jedoch weit und breit kein junger Mann herum, der uns etwas über diese Kirche erzählen könnte. So finden wir leider nicht heraus, wann und von wem diese Kirche wohl gebaut wurde. Auch wo der Baumeister her kam ist bestimmt wissenswert, bleibt für uns aber unbeantwortet.
    Die letzten Kilometer geht es pfeilgerade auf einer Schotterpiste entlang des völlig unverschatteten Main-Donau-Kanals bis nach Dechsendorf. In Dechsendorf spielt die Teichwirtschaft eine große Rolle. Auch wenn die Teiche wahrscheinlich in erster Linie für Karpfen da sind, hat man ein paar davon für uns Menschen freigegeben und so hüpfen wir zu den Karpfen.
    Wir verdödeln den Nachmittag auf der Liegewiese, stärken uns mit einer Pizza im nahen Biergarten und treten gegen Abend den Rückweg an. Die Route ist die gleiche wie auf dem Hinweg, nur in umgekehrter Reihenfolge. Allerdings begegnen wir noch einem Rudel Störche (Wir zählen 20) und legen auf einem Spielplatz mit Doppelseilbahn und Rutsche eine Spielpause ein. In Fürth kehren wir noch in einen Biergarten ein und werden dabei völlig unverhofft Zeugen einer evangelikalen Pfingstpredigt, die im Bierzelt abgehalten wird. Da diese auf Englisch mit Live-Dolmetscherin gehalten wird, fällt es uns, und vermutlich auch allen anderen Beteiligten, einschließlich des Predigers, ein wenig schwer zu folgen. Alles was wir mitnehmen ist, dass wir ein Flussbett sind und der heilige Geist ein Fluss. Ob es nun um Pegnitz, Rednitz oder Regnitz geht, wird nicht erläutert. Zum Abschluss wird der Pop-Banger "holy ghost I want you" gespielt, der eine Gläubige dazu bringt weinend zusammenzubrechen.
    Nach diesem religiösen Fiebertraum haben wir endgültig genug und fahren in der Dämmerung zurück ins Appartement, wo wir uns noch ein paar Gnocchi in die Pfanne schmeißen.
    Læs mere