• Tief in die Klamm & hoch in die Lüfte

    September 21 in Slovenia ⋅ ⛅ 20 °C

    Ein Tag der Superlative. Tief in die Klamm und hoch in die Lüfte – und dazwischen jede Menge Abenteuer.

    Nach einem besonders liebevoll vorbereiteten Frühstück in unserer Unterkunft in Bovec starteten wir heute in einen Tag, der uns vermutlich noch sehr lange in Erinnerung bleiben wird. Schon beim Frühstück ahnten wir natürlich noch nicht, dass am Ende des Tages einer der wohl spektakulärsten Momente unserer gesamten Slowenienreise hinter uns liegen würde.

    Unser erstes Ziel war Kobarid, ein kleiner, geschichtsträchtiger Ort im Soča-Tal. Von dort machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Kozjak-Wasserfall. Insgesamt kamen dabei rund 4,3 Kilometer Wanderstrecke zusammen.

    Der Weg führte uns durch eine wunderschöne Landschaft, vorbei an der smaragdgrünen Soča und immer tiefer hinein in die Natur. Je näher wir dem Wasserfall kamen, desto beeindruckender wurde die Umgebung. Schließlich standen wir vor einem ganz besonderen Naturschauspiel: Der Kozjak-Wasserfall stürzt rund 15 Meter tief in einen beinahe mystisch wirkenden, von Felswänden umschlossenen natürlichen Raum. Das Wasser sammelt sich darunter in einem grünlich-blauen Becken.

    Und dann kam unser eigentliches Highlight des Tages – vielleicht sogar das Highlight unseres gesamten Urlaubs.
    Am Abend zuvor hatten wir ganz spontan beschlossen, etwas völlig Neues auszuprobieren: Tandem-Paragliding über dem Soča-Tal.

    Einmal fliegen, bitte!
    Unser Flug sollte mit Jože stattfinden, einem erfahrenen Tandem-Gleitschirmpiloten von Paragliding Bovec. Und schon die Fahrt hinauf zum Startplatz auf dem Matajur war ein kleines Abenteuer.

    Der Matajur erhebt sich südlich von Kobarid zwischen dem Soča- und dem Nadiža-Tal direkt an der slowenisch-italienischen Grenze. Unser Startplatz lag auf 1.304 Metern Höhe. Dort oben erwartete uns eine breite, grasbewachsene Wiese – und vor uns öffnete sich eine unglaubliche Aussicht auf Kobarid, das Soča-Tal und die Julischen Alpen.

    Dann wurde es ernst.
    Gurt anlegen, letzte Anweisungen von Jože, ein kurzer Moment der Konzentration – und dann hieß es: Laufen!
    Ein paar Schritte über die Wiese … und plötzlich waren wir in der Luft.
    Was für ein Gefühl!

    Der Boden entfernte sich immer weiter unter uns und das, was eben noch wie eine beeindruckende Berglandschaft aussah, wurde plötzlich zu einem riesigen Panorama. Unter uns lag Kobarid, durch das Tal schlängelte sich die Soča und ringsum erhoben sich die Berge der Julischen Alpen.
    Adrenalin pur.

    Gleichzeitig war da aber eine unglaubliche Ruhe. Kein Motor, kein Lärm – nur der Wind und dieser fantastische Blick. Wir konnten die Landschaft plötzlich aus einer Perspektive sehen, die man sich zu Fuß niemals erschließen kann.
    Für uns war es einfach nur überwältigend.

    Und Jože? Ein absoluter Glücksgriff! Ruhig, souverän und professionell vermittelte er uns jederzeit das Gefühl, gut aufgehoben zu sein.

    Unser Flug war viel zu schnell vorbei.
    Als wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten, mussten wir tatsächlich erst einmal wieder „ankommen“. Was gerade passiert war, musste sich erst einmal setzen.
    Wir waren geflogen!

    Noch einmal tief hinunter
    Nach so viel Höhe und Adrenalin brauchten wir nun wieder etwas Boden unter den Füßen. Also stiegen wir ins Auto und fuhren von Kobarid weiter nach Tolmin.

    Dort wartete bereits das nächste Naturerlebnis auf uns: die Tolmin-Klamm.
    Auf einem rund 2,5 Kilometer langen Rundweg tauchten wir erneut in eine völlig andere Welt ein. Statt hoch über dem Tal zu schweben, ging es jetzt tief hinein in die von Wasser und Fels geformte Landschaft.

    Die Tolmin-Klamm umfasst eigentlich zwei Schluchten – die Tolminka und die Zadlaščica. Sie gehören zu den eindrucksvollsten Natursehenswürdigkeiten der Region und liegen direkt am Eingang zum Triglav-Nationalpark. Mit etwa 180 Metern über dem Meeresspiegel befindet sich hier sogar der tiefste Punkt des Nationalparks.

    Der Weg führte uns vorbei an steilen Felswänden, tief eingeschnittenen Schluchten und türkisfarbenem Wasser. Besonders beeindruckend ist das Zusammentreffen von Tolminka und Zadlaščica. Unterwegs gibt es außerdem den markanten Felsen „Medvedova glava“ – Bärenkopf, eine Thermalquelle und die berühmte Teufelsbrücke, die rund 60 Meter über der Tolminka liegt.

    Nach unserem Flug hoch über den Bergen war die Wanderung durch die enge Klamm der perfekte Kontrast.

    Heute hatten wir Slowenien wirklich in allen Dimensionen erlebt: tief unten zwischen Felsen und Wasser – und hoch oben über den Wolken.

    Am späten Nachmittag ging es schließlich zurück nach Bovec.

    Die Eindrücke des Tages waren gewaltig. Kozjak-Wasserfall, Soča-Tal, Matajur, unser erster Tandemflug und anschließend noch die Tolmin-Klamm – eigentlich hätte jeder einzelne dieser Programmpunkte für einen besonderen Urlaubstag gereicht.

    Zum Abschluss ließen wir den aufregenden Tag ganz entspannt im Jacuzzi unserer Unterkunft ausklingen. Zur Ruhe kommen, zurückblicken und realisieren, was wir heute alles erlebt hatten.

    Ein Tag voller Natur, Abenteuer, Adrenalin und ganz besonderer Momente.
    Ein Wahnsinnstag.
    Ein Tag der Superlative.
    Und wahrscheinlich einer der Tage, über die wir noch lange erzählen werden.
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