Auf 2 Rädern und 5 Stahlseilen durchs Soča-Tal
September 23 in Slovenia ⋅ ☀️ 19 °C
Heute stand eine geführte Radtour auf dem Programm – und damit eine weitere Möglichkeit, die beeindruckende Landschaft rund um Bovec einmal aus einer ganz anderen Perspektive zu erleben.
Von Bovec aus machten wir uns mit unseren Rädern auf den Weg. Unser erster Stopp war der Virje-Wasserfall, einer der besonders schönen Wasserfälle im Soča-Tal. Der vom Kanin-Gebirge gespeiste Bach Glijun stürzt hier etwa 12 Meter tief und 20 Meter breit über mehrere Felsstufen in einen leuchtend grün schimmernden Gumpen. Besonders interessant: Der Glijun gehört zu den seltenen Karstquellen, die praktisch nie versiegen. Im Sommer wird seine Wassermenge zusätzlich durch die Schneeschmelze am Kanin beeinflusst. Das Wasser ist allerdings mit maximal etwa 7 Grad eisig kalt – an Baden war also ohnehin nicht zu denken.
Doch nicht nur wegen seiner Natur ist diese Gegend etwas Besonderes. Das Soča-Tal rund um Bovec war im Sommer 2007 Schauplatz für die Dreharbeiten zu „Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia“.
Genau hier, am Zusammenfluss der Soča mit ihrem Nebenfluss Gljun, entstand für den Film die gewaltige 60 Meter lange Brücke von Beruna.
Für die Dreharbeiten wurde die beeindruckende Holzkonstruktion eigens errichtet. Rund 300 Soldaten der Telmarer Armee marschierten im Film über diese Brücke, bevor es zum spektakulären Finale kam. Damit die monumentale Filmkulisse überhaupt gebaut werden konnte, wurde der Fluss während der Dreharbeiten sogar vorübergehend umgeleitet. Nach Abschluss der Produktion wurde die Brücke wieder vollständig abgebaut.
Heute ist davon nichts mehr zu sehen – die Natur hat ihren Platz zurückerobert.
Dann ging es weiter zum Boka-Wasserfall, bevor wir anschließend immer entlang der türkisfarbenen Soča flussaufwärts radelten. Die Landschaft war dabei wieder einmal einfach unglaublich: schroffe Berge, dichter Wald, das glasklare Wasser und immer wieder kleine Stromschnellen und Felsformationen.
Unser Weg führte uns auch zu den Großen Soča-Trögen – dort waren wir gestern bereits zu Fuß unterwegs gewesen. Heute konnten wir sie noch einmal aus einer anderen Perspektive erleben.
Von der Soča wechselten wir anschließend auf die Lepenjica und fuhren hinein ins Lepena-Tal, einem Seitental der Soča im Triglav-Nationalpark. Die rund fünf Kilometer lange, eiszeitlich geprägte Lepena wird vom gleichnamigen Fluss durchzogen und ist von ursprünglichen Wäldern und einer beeindruckenden Berglandschaft geprägt.
Dann erreichten wir einen Ort, der uns ganz besonders begeistert hat: den Šunikov vodni gaj – den Šunik-Wasserhain.
Hier schien die Zeit für einen Moment stillzustehen. Zwischen dichtem Wald bahnt sich das Wasser seinen Weg über moosbewachsene Felsen und bildet unzählige kleine Kaskaden, Wasserfälle, Stromschnellen und smaragdgrüne Becken. Der Šunik-Bach trifft hier auf die Lepenjica und hat über viele Jahre eine geradezu märchenhafte Landschaft geschaffen.
Anschließend führte unsere Tour durch Koritnica und noch ein Stück entlang des gleichnamigen Flusses zurück nach Bovec.
Am Ende standen 44 sportliche Kilometer auf unserem Tacho. Wir waren rund fünf Stunden unterwegs – über Wander- und Naturwege, durch Wälder, entlang der Flüsse und immer wieder mit spektakulären Ausblicken. Eine anstrengende, aber wunderschöne Tour!
Doch obwohl die Beine inzwischen etwas müde waren, war der Tag noch lange nicht vorbei.
Nach einer wohlverdienten Kaffeepause hieß es: Kräfte sammeln für das nächste Abenteuer. ☕️
Am Nachmittag wartete die Zipline von Bovec auf uns.
Im Active Planet Büro im Zentrum von Bovec bekamen wir unsere Ausrüstung: Klettergurt, Helm und Handschuhe. Anschließend ging es mit einem Geländewagen hinauf ins Krnica-Tal zwischen Kanin und Rombon.
Und dann standen wir plötzlich auf der Startplattform – auf 1.300 Metern Höhe.
Vor uns lag die Bovecer Landschaft, weit unter uns das Tal. Nach einer Einweisung und einem kurzen Übungslauf hieß es schließlich: einhaken, tief durchatmen und los!
Fünf Stahlseile mit insgesamt rund 3 Kilometern Länge lagen vor uns. Auf den einzelnen Seilen ging es mit bis zu 60 km/h durch die Luft, teilweise rund 200 Meter über dem Boden.
Und jedes der fünf Seile war anders. Mal ging es rasant bergab, mal etwas länger und ruhiger – aber immer mit diesem unglaublichen Gefühl, über dem Soča-Tal zu schweben.
Der Blick auf die Julischen Alpen, die tief unter uns liegende Landschaft und die steilen Berghänge war atemberaubend. Gleichzeitig sorgten Geschwindigkeit und Höhe für eine ordentliche Portion Adrenalin.
Nach dem letzten Flug lagen rund 300 Höhenmeter hinter uns – und ein Erlebnis, das wir so schnell wohl nicht vergessen werden.
Was für ein Tag!
44 Kilometer mit dem Fahrrad, fünf Stunden Natur pur und anschließend noch drei Kilometer Zipline aus 1.300 Metern Höhe.
Ein wahnsinniges Erlebnis und ein absolut krönender Abschluss unserer Aktiv-Tage im Soča-Tal. ❤️Read more













































Traveler...was für ein Tag, da wären wir auch dabei gewesen👍🏻!