• Mazatlán - Tequila

    Dec 17–19, 2024 in Mexico ⋅ ☁️ 29 °C

    Keine Angst, in diesem Blog wird im Vergleich zu meinem letzten mit wenig Namensnennungen ausfallen. Also falls ihr schon fast wütend wart, weil ich euch so viele Namen um den Kopf geworfen habe, ich versuche mich zu bessern.

    Schon eine Weile her, stieg ich in La Paz auf die Fähre nach Mazatlán. Die Fährenfahrt dauerte theoretisch 16 Stunden. Praktisch dan 20 Stunden. Es gibt zwei Fähren, welche diese Strecke fahren. Eine mehr für Touristen und die andere für Lastwagen. Da die Lastwagenfähre günstiger war, nahm ich natürlich diese. Ich schrieb aber somit auch jeglichen Konfort ab. Ich war froh über die 3 Van's Pärchen, welche mit mir die Frauenquote von 1 auf 4 erhöten. Ich fühlte mich aber nie unwohl... alle waren super lieb und halfen mir, wenn ich wie ne Irre auf der Fähre herum irrte, weil ich die Toileten oder das Restaurant nicht fand. Essen war inklusive. Und da das Huhn geschlachtet ist und nun auch gegessen wird, fand meine vegetarische Ernährung nicht wirklich auf offene Ohren. Gesätigt machte ich es mir auf dem Deck bequem, legte mein Mätteli auf dem Boden, packte mein Schlafsack aus und genoss den Sternenhimmel. Ich sah insgesammt 6 Sternschnuppen und wünschte mir viele Sachen für meine zukünftige Reise und meine Liebsten. Nach einem schönen Sonnenaufgang und Frühstück, wurde ich dan doch etwas träge und war froh als die Fähre dan schlussendlich in den Hafen von Mazatlán einfuhr.

    Mazatlán zählt als unsicher und ich wusste nicht wie gefährlich es wird. Daher entschied ich mich, einfach auf mein Fahrrad zu springen und aus der Stadt zu radeln. Aufgrund der Kriminalität gönnte ich mir in einem Dorf ein Hotel. Am nächsten Tag radelte ich weiter. Mehrheitlich Autobahn und schlief bei einer Tankstelle. Dort sind 24 Stunden Personal und Kamaras, was eine sichere Umgebung schafft. Am nächsten Tag strandete ich in ein Dorf, in welchem gerade ein Tanzwettbewerb statt fand und ich genoss den Anblick der farbenfrohen Röcke, die sie durch die Luft schwingten. Es war ca. 36 Grad an diesem Tag. Ich trank über 6 Liter Wasser und es fühlte sich an als schoss das Wasser springbrunnenartig aus meinen Poren. So freute ich mich auf eine Dusche und Abkühlung in der Nacht.

    Es gab 2 Varianten von Strassen die nach Tepic fuhren. Eine ist die alte Nebenstrasse und die andere ist die Autobahn. Die Nebenstrasse hat keinen Seitenstreiffe und macht deutlich mehr Kurven. Also entschloss ich mich für die Autobahn und ignorrierte gekonnt die Fahrradverbots Schilder. Ich kommunizierte meinem Navigationsapp ich sei ein Auto und dan klappte das ziemmlich gut - bis das es mir die zu fahrenden Höhenmeter nicht anzeigte. Also unterschätzte ich, dass ich am Ende noch 1'500 Höhenmeter Steigung vor mir hatte. Die Zeit bis zum eindunkeln wurde immer wie knapper und ich puschte mich hoch. Es war stockdunkel als ich Tepic erreichte. Da im Vorort viel Strassenhunde waren musste ich mein Fahrrad zudem noch lange schieben. In Tepic selber herschte zum Glück sehr viel Leben auf der Strasse und es war in Ordnung im Dunkeln Fahrrad zu fahren. Ich blib insgesamt 2 Nächte, lief zu einem Aussichtspunkt, lies meine Kleider waschen und geriet per Zufall in eine Weihnachtsparade. Mexikaner kämpfen um jedes Souvenier - ist der Kaugum den in die Menge geworfen wird noch so klein. Und es ist laut und euphorisch. Irgendwie mochte ich das wirre Zenarium.

    Von Tepic nach Tequila war ich dann 2 Tage unterwegs. Schlief neben einem Museum wo ein Polizist 24 Stunden anwesend war. Hatte dort eine Toilette und war im ganzen zufrieden. Auf dem Highway nach Tequila schlug ich meinen Tagesrekort an platten Reifen. Der Dritte war bei der Einfahrt und ich pumpte ihn nur noch 3 mal auf bis zu einem Campspot wo ich übernachten wollte. Dieses peozedere führte wohl zu verschiebung vom Kugellager und ich hatte ein wackeliges Hinterrad. Aber 3 Platten... blöder Highway hat einfach zu viel Müll auf der Strasse.

    Der Campspot in Tequila gehört einem Agave Bauer. Das ist die Pflanze aus welcher Tequila hergestellt wird. Nachdem ich sehr spät ankahm (Reifen flicken braucht dan doch immer lange) blieb ich gerade zwei Nächte, nahm mir Zeit das hübsche Dorf anzuschauen und Carlos (der Bauer) gab uns eine Führung. Zuerst durch die Agavenfelder, dann durch die Brauerei und schlussendlich durften wir sein Tequila auch degustieren. Zudem traf ich auf Zach. Seit La Paz der erste Fahrradfahrer den ich traf. Er radelt durch Mexiko.

    Aus "ich mag kein Tequila" wurde ein "ich liebe Tequila". Somit cheers und auf ein weiteres... Glas... 🥃
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