• Von Karlstadt nach Wertheim

    October 4 in Germany ⛅ 20 °C

    Heute sind wir geradelt, was die alte Hüfte nur so her gibt. In der Summe kommen ca. 74 km zusammen, aber davon ahnen wir noch nichts, als wir von Karlstadt gegen 9.30 Uhr aufbrechen. Die Sonne scheint, aber es ist lausig kalt und über Main und Weinbergen hängt noch der Frühnebel. Da greife ich erstmals zu Handschuhen und Mütze.
    Bei Gmünden hören die Weinberge schlagartig auf - wir verlassen Weinfranken und sind nun im Spessart.
    Erste und heute auch einzige längere Pause nach ca. 30 km ist in Lohr. Das pittoreske Kleinstädtchen (16 Ts. Ew.), bezeichnet sich gerne als "Tor zum Spessart" und Heimat von "Schneewittchen". Das Ortsbild weist tatsächlich viele hübsche Ecken auf, und Schneewittchen und dem einen oder anderen Zwerg begegnet man auf Schritt und Tritt. Cleveres Stadtmarketing!
    Hier zu übernachten hätte schon seinen Reiz, aber es ist gerade mal Mittag. Und eigentlich sind wir schon rum durch den kleinen Ort und würden bei den mittlerweile sehr angenehmen Temperaturen gerne noch etwas weiter fahren. Aber auf den folgenden 20 km gibt's keine Übernachtungsmöglichkeit mit Verpflegung. Also entweder mindestens noch 20 km radeln bis Marktheidenfeld, oder kein Abendessen und auch kein Frühstück 🥲. Da heute Sonntag ist und alle Supermärkte zu sind, besteht die Option Selbstversorger auch nicht. Wir radeln aber einfach mal los und vertrauen darauf, das Waden, Hinterteile und vor allem Jans Hüfte durchhalten. Doch auf dem gut ausgebauten Radweg mit kaum Steigungen rutschen wir locker und wie von selbst mainabwärts. Die Strecke ist heute auch besonders schön und führt anfangs noch an Weinhängen entlang, dann ab Lohr auf einem schmalen Uferstreifen zwischen den herbstlich gefärbten Hängen des Spessarts. In Marktheidenfeld, wo am Sonntagnachmittag bei herrlichem Sonnenschein am Mainufer Hochbetrieb herrscht, gäbe es wieder die ersten Unterkünfte. Aber es läuft so gut und wie geschmiert, dass wir spontan umplanen und beschließen, noch weitere 24 km dran zu hängen und bis Wertheim durchzufahren. Kurzes Telefonat und gleich zwei Nächte gebucht, denn morgen legen wir einen wohlverdienten Ruhetag ein und schauen uns Wertheim an.
    Nach Einzug im Hotel "Malerwinkel" schnell unter die Dusche und dann gleich um die Ecke am Markt rein ins erste Haus am Platze - mal wieder ein Gasthof "Zum Ochsen" (die Ochsen hier werden fast schon etwas inflationär gehandelt 😅🐮), denn wir haben uns einen Bärenhunger angeradelt.
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