26. Tag auf See 19.08.2026
August 19, Pazifischer Ozean ⋅ 🌬 27 °C
07°57,2 S
134°47.5 W
Versegelt 3722 sm
Zum Ziel: 321 sm
Mitten in der Nacht tauchte nach langer Zeit tatsächlich wieder ein Kontakt auf unserem AIS auf. Und was für einer: Die „New Dream“, eine 74 Meter lange Megayacht, war ebenfalls auf dem Weg von Panama nach Französisch-Polynesien und zog irgendwann an uns vorbei.
74 Meter Yacht, rund 14 Knoten Reisegeschwindigkeit – damit schafft sie die Strecke nach Papeete wohl in etwa 14 Tagen. Wir brauchen dafür ein kleines bisschen länger.
Dafür dürfte es an Bord der „New Dream“ vermutlich an nichts fehlen: Koch, Klimaanlage, gut gefüllte Kühlschränke und wahrscheinlich sogar ein ordentlich sortiertes Weinregal. Zum Frühstück gibt es vermutlich ein Ei, vielleicht sogar frisch zubereitet und nicht aus irgendeiner Dose. Und – besonders schmerzhaft für uns – Rum werden sie wahrscheinlich auch noch an Bord haben!
Der kleine Unterschied: Für diesen Luxus genehmigt sich die Yacht angeblich rund 400 Liter Diesel – nicht am Tag, sondern pro Stunde!
Da bekommt unser derzeit etwas eingeschränktes Bordleben doch gleich eine ganz neue Qualität. Wir segeln schließlich nahezu ausschließlich mit Windkraft über den Pazifik und sparen dabei jede Menge Energie fürs Klima. Irgendjemand muss das ja tun – damit andere sie anschließend mit 400 Litern pro Stunde wieder verblasen können. 😉
Aber auch auf der Hägar muss schließlich niemand hungern.
Heute gab es Gouda, Ananasmarmelade und Dosenschinken auf frischem Brot. Und das Brot kam nicht etwa aus irgendeiner Luxus-Kombüse, sondern wurde während meiner Nachtwache frisch gebacken. Wenn man seit Wochen auf See ist, kann so eine Scheibe selbst gebackenes Brot plötzlich ziemlich luxuriös schmecken. Ein Sternekoch hätte vielleicht noch etwas Petersilie daneben gelegt – aber die ist leider auch aus.
Ansonsten hat der Wind inzwischen etwas nachgelassen. Und damit beginnt so langsam die nächste Phase unserer Reise: die Vorbereitung auf den Landfall.
Nach Wochen, in denen es eigentlich nur darum ging, Wind, Wetter und Kurs im Auge zu behalten und möglichst viele Meilen in Richtung Westen zu machen, rückt nun tatsächlich wieder Land in den Mittelpunkt. Welchen Kurs nehmen wir für die Einfahrt? Wie sehen die Gegebenheiten vor Ort aus? Wo können wir sicher ankern? Welche Formalitäten müssen erledigt werden? Welche Papiere müssen vorbereitet sein?
Plötzlich beschäftigt man sich wieder mit Dingen, die während der vergangenen Wochen irgendwo ganz weit weg waren.
Und wahrscheinlich wird sich bald auch auf unseren Bildschirmen etwas verändern. Seit fast drei Wochen waren Radar und AIS praktisch leer. Kein Frachter, kein Fischer, keine Segelyacht – nichts. Nur Wasser bis zum Horizont.
Dass nun ausgerechnet eine 74-Meter-Megayacht als einer der ersten Kontakte auftaucht, ist schon irgendwie passend.
Aber je näher wir unserem Ziel kommen, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass wieder Schiffe auf dem AIS erscheinen, vielleicht Fischerboote auf dem Radar auftauchen und irgendwann die ersten Lichter am Horizont zu sehen sind.
Und dann wartet der Moment, auf den wir seit fast 4.000 Seemeilen hinarbeiten:
Land voraus!Read more






TravelerDas erste Mal wieder an Land wird mit Sicherheit schwanken - freut Euch trotzdem. Liebe Grüße!
TravelerAber ihr habt doch sicher auch einen Hubschrauber 🚁 an Board
Udo HertelJa klar, nur nicht so groß. Eine Drohne…..😂
Traveler
Ich glaube fest daran das die auf ihrem 74m Protz Schiff nicht das Erlebnis haben werden. Nie später sich so intensiv daran erinnern werden.