• Etosha 3.Tag, Sex-Rain-Game

    September 22, 2023 in Namibia ⋅ ⛅ 28 °C

    Da bekanntermaßen in der virtuellen Welt das Wort „Sex“ für eine überdurchschnittliche Klickrate sorgt, hab ich das, was heute Abend am Wasserloch begann als erstes Schlagwort gesetzt 😁
    Der Tag begann jedoch nicht am Wasserloch sondern mit etwas was in Etosha so oft vorkommt wie der Osterhase den Weihnachtsmann auf ein Gläschen Eierlikör trifft: Regen!!!
    Wie gestern geschrieben war der Abend und die angehende Macht von heftigem Wind und Sand geprägt. Im Laufe der Nacht begann es heftig zu blitzen und zu donnern. Dem Blitz und Donner folgten Regentropfen, die hier so selten sind wie Schneeflocken im Sommer. Absolut unglaublich! Das sind wir in Etosha und dürfen erleben wie es in der Wüste regenet. Genial!
    Allerdings hörte sich der Regen auf dem Zeltdach spektakulärer an, als es in tatsächlicher Menge runterkam. Aber immerhin reichte es dazu, dass sich Pfützen bildeten und unser Auto „gewaschen“ wurde.
    So war die Nacht: Wind, Sand, Blitz, Donner, Regen! Und um 5.30 Uhr war die Nacht rum. Für 6 Uhr hatten wir einen 3stündigen Gamedrive (Pirschfahrt mir Parkranger) gebucht. Und um 6 Uhr trafen wie unseren Guide Simon. Raus ging‘s in einem typischen Gamedrive-Auto (nach allen Seiten offen). Und was soll ich sagen, der Himmel öffnete sich und es regnete. Nicht zu heftig, aber stetig. Simon fuhr mit uns die drei Stunden kreuz und quer durch den Park. Klar, waren Top-Ziele Löwen, Leoparden und Geparden. Und Simon erfüllte unsere Hoffnungen zu fast 100%. War eine wunderbare Ausfahrt und wir machten uns gegen 9.30 freudig über das Frühstück her.
    Danach war Siesta angesagt. Die Nacht war keine, die durch entspannenden Tiefschlaf gekennzeichnet war. So ein kleines Mittagsnickerchen ist eine wunderbare Sache. Gegen 12.30 ging‘s dann wieder mit unseren eigenen Autos raus in den Park. Ich wollte umbedingt in die Etosha Pfanne, um diese riesige Salzwüste zu sehen. Und Ja, hab sie gesehen. Und Ja, wenn das Wort „Nichts“ mit Raum gefülllt werden sollte, dann steht „Nichts“ für diese weite, weite, völlig kahle, lebensfeindliche Salzpfanne. Dort gibt es Nichts! Nichts zu sehen, nichts zu leben, nichts zu tun. Aber, sie zu sehen ist wiederum sehr impossant.
    Abends, nach Kartoffelpuffer süß-deftig und Salat ging‘s wieder zur TV-Show „Meet me at the waterhole“. Das Wasserloch liegt nur 10 Gehminuten von unserem Platz entfernt und ist beleuchtet. An so einem Wasserloch trifft sich wirklich alles. Die Menschen zum Gaffen, die Tiere zum Trinken. Hauptkunde an diesem „Getränkestand“ sind die Elefanten. Und sie sind auch die Chefs. Die Hackordung ist klar. Nummer 1 sind sie und sie bestimmen auch wer sonst noch ran darf.
    Als wir ankamen waren ca. 10 Elefanten am Wasserloch. In respektvollen Abstand wartete eine Herde Zebras darauf, an‘s Wasser zu dürfen. Von rechts näherte sich eine Rhino (Nashorn). Nummer 2 in der Hackordnung. Die Zebras zogen sich tatsächlich in die 3. Reihe zurück. Das Rhino hatte jedoch auch nicht denn Mumm an‘s Wasserloch zu gehen sondern wanderte -mit Abstand- immer hin und her. Die Elefanten machten jedoch keine Anstalten das Rhino zum Wasser zu lassen. Das Rhino zog unverrichteter Dinge wieder ab. Nun kamen die Zebras wieder aus der Deckung und näherten sich vorsichtig und zaghaft dem Wasser. Die Elefanten zeigten an den Zebras kein Interesse und so fingen die ganz Mutigen an zu trinken. Irgendwann war bei allen der Durst gestillt und sie verließen das Wasserloch. Für ca. 10 Minuten lag das Wasserloch verwaist da, dann betraten Romeo & Julia die Wasserloch-Bühne. Zuerst kam Julia. Eine stattliche Nashorn-Kuh. Alleine auf der Bühne begann sie zu trinken. Kurz danach schlurfte von anderer Seite Romeo, ein kräftiger Nashorn-Bulle, heran. Julia auf der einen und Romeo auf der anderen Seite. Anfangs sah es nicht so aus als ob die Beiden mehr verband als Nashorn sein. Beide schlürften ihr Wasser, während von rechts schon die nächste Elefantenfamilie anrückte. Es gab ein kurzes Geplänkel (Schnauben und Ohren stellen) und Romeo macht den Elefanten Platz. Er zog sich auf die andere Seite des Wasserlochs zurück und erblickte: Julia! Ich würd‘ sagen, er war sofort schockverliebt. Wenn vorher -für uns- nicht klar war welches Geschlecht die Nashörner hatten so zeigte sich im folgenden Techtelmechtel wer Bulle und wer Kuh war. Aber wie es nun mal bei Romeos & Julias so ist, ist Julia nicht so leicht von Romeos Qualitäten und Vorzügen zu überzeugen. Das Beschnuppern, das aneinander Reiben, das ging eine ganze Weile. Die Elefanten hatten diesem Buhlen zugeschaut, aber irgendwann hatte einer den Rüssel voll, stellte die Ohren auf, hob den Rüssel und wog den Kopf hin und her. Das eindeutige Zeichen, dass Rhino-Sex am Wasserloch nicht geduldet wird. Romeo & Julia mussten diesen Verweis sehr wohl anerkennen und so zog sich zuerst Romeo in den Busch zurück und etwas später folgte Julia. Ob sich Romeo & Julia im Rhino-Liebeshimmel vereinigen durften oder ob die Unwägbarkeiten der afrikanischen Nacht dies verhinderten, das werden wir wohl nie erfahren. 😌😁
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