• Tag1: Was haben Bruno&Alfons gemeinsam?

    March 20 in Portugal ⋅ ☁️ 17 °C

    Es beginnt! Der Camino Portugues!
    Selbstverständlich bin ich nicht der Erste und bei weitem nicht Einzige, der den Camino Portugues wandert (pilgert). Der Camino, von Porto aus startend, ist in den letzten Jahren gehypt worden und so ist er neben dem Camino Frances der zweitmeist begangene Pilgerweg nach Santiago (sagt das allwissende Internet).
    Heute Mittag am Flughafengate in Frankfurt saßen ausser mir noch einige in Wanderschuhen und Rucksack. Meine Vermutung: Die fliegen nicht zum Angeln nach Porto 🥴😁.
    Technisch hat alles wunderbar geklappt. Bahn und Flug waren pünktlich. Der Flug war komplett ausgebucht. Grundsätzlich war der Flughafen Frankfurt voll, voll, voll mit Menschen. Die Welt ist unterwegs, egal wie es politisch und wirtschaftlich steht. Und sie ist jung! Der Anteil von jungen Menschen, die Frankfurt Flughafen bevölkerten, war sichtbar höher, als der von uns Opis und Omis.

    Aufgrund meiner sehr guten Erfahrung aus der letzten Reise, hab ich mir ein Flughafentaxi zur Abholung in Porto im voraus organisiert. Das ging über Booking.com. Mit wenigen Eingaben war alles erledigt und der Fahrer, Marco, meldete sich bei mir via WhatsApp. Wir vereinbarten Treffpunkt und Uhrzeit. Was soll ich sagen? Perfekt!l Tolle Sache, diese „neue“ Internetwelt.

    In Porto selbst war ich ziemlich genau vor 40 (!!) Jahren das erste und letzte Mal. Damals war ich mit Ede und Willi, nach unserem Rosenheim-Abschluss, via Interrail in Europa unterwegs. Porto war eine Station, die uns -ich spreche sicherlich für die beiden ehrwürdigen Herren mit- im Gedächtnis hängen geblieben ist. Viel hatten wir damals erlebt, toll war’s, jedoch der Mantel des Schweigens verhüllt besser die Details.

    Nun 40 Jahre später!
    Vor 40 Jahren am Anfang der „Karriere“ als Holzkaufmann.
    Heute, nach 40 Jahren, im Abklingbecken in Sachen Holzkaufmann.
    Damals standen viele Dinge auf der „wollen-wir-erleben-Liste“, doch pilgern gehörte 100%ig nicht dazu.
    Im Jahre 2026 ist‘s das Pilgern, welches mich nach Porto bringt. Nach dem Einchecken im Hotel ging‘s runter in die Altstadt an den Douro. Dort, entlang des Flusses, brummt das Leben, steppt der Bär und jede Menge Touristen mischen sich.
    Mit „runter“ meine ich wirklich bergrunter! Und zwar nicht einfach so ein bisschen runter, sondern heftig, qusi ein Abstieg. Sportlich gesehen ist Porto deshalb durchaus eine Herausforderung, da das Herzl pumpt bis es vom Nachtleben am Fluß wieder in das kuschlige Hotelbett findet.
    Wie es sich für eine südeuropäische Stadt mit hohem Touristenanteil gehört, sind neben den Kneipen und Restaurants auch die Straßenkünstler zahlreich vertreten. Nach langen Monaten bundesdeutschen Winterwetters war es eine Wonne wieder Lebensfreude im Freien zu sehen und zu erleben. Mann, Frau, Divers ist halt einfach anders drauf, wenn‘s abends wärmer ist und der Wind nicht um die Ecke pfeift.
    Zwei Virtuosen der Portoer Musikszene habe ich auf Bild/Video gebannt. Bruno und Alfons. Musikalisch und in Sachen Virtuosität liegen Universen zwischen den Beiden. In Sachen Leidenschaft und Hüftschwung trennt den Jungen von dem Alten ziemlich viele Lebensjahre.
    Was haben die Beiden denn gemein?
    Beides Menschen, die Porto ein Gesicht geben. Beide warten darauf, dass es in der Kasse klingelt. Beide sind Teil der Stadt und deren Identität.
    Für mich war‘s einfach lustig die beiden so grundverschiedenen Männer „performen“ zu sehen.
    Jetzt geht‘s in die Heia und morgen in die Kathedrale. Dort gibt‘s den Pilgerpass. Den sollte ich immer brav stempeln lassen (auf meinem Weg nach Santiago), um als Abschluss eine Art Zertifikat zu bekommen.
    Jetzt erschd ä‘mol: A guet‘s Nächtle!
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