8.Etappe: 8 von 13 - Bergfest!
March 28 in Spain ⋅ ☀️ 16 °C
…bevor‘s losgeht, das Wichtigste zuerst: Heizung geht!
Die Nacht wird eine angenehme werden!
…bevor‘s richtig losgeht… …ich gestehe, ich habe mich verzählt.
Ich hab zweimal den Titel „6. Etappe“ vergeben.
Vielen Dank für‘s aufmerksame mitlesen und kommentieren.
Die heutige Etappe sollte eigentlich „7 von 13 - Bergfest“ titeln, nun heißt sie korrekterweise „8 von 13“ trägt aber immer noch den Titel „Bergfest“.
Denn irgendwann muss ja mal „Bergfest“ sein.
Nun ist halt der Zeitpunkt für‘s wirkliche Bergfest überschritten, aber ein Bergfest gehört doch einfach zu so einer Tour, die in Etappen geplant ist.
Geplant sind 13 Etappen mit insgesamt rd. 250 Kilometer (geplant).
Nun gibt‘w zwei Möglichkeiten für‘s Bergfest. Entweder bei der Hälfte der Etappen (= 6 1/2) oder bei der Hälfte der Kilometer (125).
Beide Werte sind überschritten, will heißen das Ende ist näher als der Anfang.
Absolut Zeit für eine „Bergfest-Zwischenbilanz“
150,8 Kilometer! Das sind die via Komoot mitgeloggten Kilometer der 8 Etappen.
Insgesamt bin ich seit Ankunft in Porto rd. 185,7 km gelaufen (lt. Handy).
Tatsächlich bin ich in meinem, an Jahren nicht mehr jungen Leben, noch nie so viele Kilometer am Stück gelaufen. Und da kommen noch rund 100 dazu.
Was sagt mein Körper und meine Ausrüstung zu diesen Zahlen.
Die Ausrüstung hält! Schuhe (Salomon) zeigen keinerlei Ermüdungserscheinungen. Der Rucksack reißt am Kopfteil auf, wird jedoch bis Santiago halten. Socken (Salomon und Falke) sind ebenfalls noch top. Von den Wanderhosen hab‘ ich bis jetzt nur die Fjell Raven im Einsatz. Wenn nichts passiert werde ich sie bis Santiago tragen.
Alles was meinen Oberkörper ziert ist von Mammut. Geiles Zeug! Die Wandershirts, die Weste und der Windbreaker sind ihr Geld wert. Die Shirts halten den Wind ab und geben auch dann noch warm, wenn sie von meinem Schweiß triefend nass sind. Abends durchgewaschen und -falls Heizung vorhanden- am nächsten Morgen wieder einsatzbereit.
Mein Körper!
S‘ist ja der Einzige den ich habe. Hier gäbe/gibt es keine Tauschmöglichkeiten falls ein Teil Schaden nehmen würde.
In einem der vorigen Berichte hatte ich schon in einer Skala von 1-10 meine Körperteile begutachtet. Die damalige Wertung bleibt i.P. noch bestehen. Das heisst das Beine, Knie, Hüfte, Schulten, Arme, Hände, Kopf volle Punktzahl mit einer 10 bekommen. Meinen linken Fuß hatte ich damals mit einer 10 beurteilt. Diese bleibt ebenfalls bestehen. Erfreulich ist, dass mein rechter Fuß -meine Problemzone- sich von einer 6 auf eine 7,5 verbessert hat. Beide Füße fühlen sich -so wie heute- heiß, müde und fertig an. Am nächsten Morgen ist der linke Fuß wieder top und der rechte Fuß macht halt was er immer macht, er zickt rum. Allerdings eben nicht im Schmerzbereich, sondern eine Art von Schmerz, die eher lästig als schmerzhaft ist.
Bei den Blasen ist‘s bei einer geblieben. Die ist allerdings hartnäckig. Morgens wird sie immer schön abgepflaster, so daß ich Ruhe habe. Das passt!
Alles in allem ist diese Zwischenbilanz für‘s Bergfest ganz in Ordnung. Bin zufrieden.
Somit leite ich nun über zur heutigen Etappe.
Wie wir alle wissen war heute Nacht Zeitumstellung. Ergo war‘s heute morgen noch dunkel und -viel schlimmer- lausig kalt. Meine Nacht war eh zum Vergessen, da‘s im Zimmer kalt war, die Klamotten nicht trockneten und von Schallschutz in diesem Hotel noch niemand was gehört hatte.
8.30 Uhr war jedoch Aufbruch angesagt. Und so stand ich irgendwann zwischen 8 und 8.30 Uhr auf dem menschenleeren Platz in O Porreño und schlug die Richtung Redondela ein. Ich wusste, mein Hotel für heute Nacht muss direkt am Meer liegen. Das waren doch mal schöne Aussichten. Aus O Porreño raus waren wirklich wenige Wanderer unterwegs. Die, die unterwegs waren hatten eins gemein: Alle waren dick eingepackt. Aus dem Ort raus, füllte sich der Camino rapide mit Menschen. Weiß Gott wo die überall herkamen.
Seit Tui änderte der Camino sein Gesicht. Seit heute ist es -für mich- kein Camino mehr mit familiären Banden, sondern s‘ ist eine Massenveranstaltung, deren Hauptbeteiligte die Spanier selbst sind. Oft sind es riesige Gruppen, die unterwegs sind. Für mich (für uns), die den portugiesischen Camino spannend fanden, wegen eben dieser Pilger-Kontakte ist‘s ein Mitlaufen im Strom geworden. S‘ isch wie‘s isch und so isch‘s!
Anstrengend war die Etappe. Es ging viel hoch und wenig runter. Dann wieder hoch, hoch, hoch, um dann steil auf Meereshöhe abzufallen. Hab ziemlich gepustet heute.
Schön war, dass entlang des Wegs immer wieder Stände aufgebaut waren. Einige waren reine Verkaufsstände, andere waren Stände mit Sozialtouch. So waren immer wieder Schulen und Schulklassen am Wegesrand, die alles mögliche anboten und Geld für ihre Klasse/Schule sammelten. Sehr nett.
Irgendwann kam ich in Redondela an. Auf einem Platz in der Stadtmitte lagerte viele Menschen mit Rucksäcken. Offensichtlich alles Pilger des Camino. Was machen die denn alle hier? Chillen? Auf den Osterhasen warten? Die Lösung war das Schild, welches an einem große Haus am Ende des Platzes angebracht war: „Albergue de Peregrinos“. Aha, das war also die Pilgerherberge.
Wer meine bisherigen Berichte verfolgt hat weiß, das ich eigentlich auch Stockbetten in Gemeinschaftssälen in solchen Herbergen gebucht hatte. Diese Herberge, vor der ich stand, wäre meine Herberge für heute Nacht gewesen. „Wäre“, denn da der Camino für seine Pilger sorgt, hat mir der Geist des Camino den Wunsch eingeflößt den Gemeinschaftsunterkünften mit Gemeinschaftswaschräumen zu entsagen und mir Räumlichkeiten mit eigenem Bett und eigenem Bad zu suchen. Lang lebe der Camino mit seinen Eingebungen!
So konnte ich die Menschenansammlung frohgemut links liegen lassen, denn mein Zuhause für heute Nacht lag ausserhalb der Stadt, direkt am Meer.
Und ja, da lieg ich nun. In einem Einzelzimmer mit eigenem Bad. Den Schallschutz hat auch hier niemand für wichtig erachtet, aber -nachdem ich heute Mittag ernste Zweifel hatte- die Heizung funktioniert und es ist kuschlig warm. Perfekt!
Im Hostal gibt es ein Restaurant. In diesem Restaurant durfte ich zu Mittag eines meiner spanischen Lieblingsessen verköstigen: Tintenfisch in seiner eigenen Soße (Chocos en su tinta con arroz y patata). Herrlich!
Wie ich gestern schon schrieb, entzerre ich die Tour. Von Anfang an hatte ich geplant, dass irgendwann ein „Pausentag“ sein müsste. Zum Einen wusste ich nicht wie es mir und meinem Körper ergeht. Zum Anderen wäre ich zu früh in Santiago, wenn ich das derzeitige Tempo (Kilometer) beibehalten würde. Morgen ist nun dieser „Relaxtag“. Morgen sind‘s nur rund 8 Kilometer bis zur nächsten Unterkunft. Sehr schön. Somit hab ich morgen alle Zeit der Welt für Frühstück, Maniküre, Pediküre und Lektüre.
Mit diesem Ausblick verabschiede ich mich in die Nacht.
Buena note!
P.S. Aufmerksame Leser sind überwältigt -bzw. misstrauisch- ob der Menge meiner Zeilen. „Das kann der unmöglich am Handy mit zwei Daumen tippen!“
Nein, kann er nicht!
Habe mir eine Bluetooth Zehnfingertastatur zugelegt, die man zusammenklappen. Tolles Teil! Funktioniert einwandfrei.Read more

























TravelerEgal wie du deine Berichte schreibst, sie sind top👍
Traveler
😋😋
Traveler
Oder: Chance auf jede Menge neuer Bekanntschaften ..
Ding-Dong-Da👍…gegen neue Bekanntschaften hab‘ ich nix, aber das Schnarch- und Schlafverhalten der Anderen zu erkunden überlass‘ ich den Willigen. Aber prinzipiell hast Du recht.