• Tag6: Asterix - Ein Huhn im Auto - Rallyegewinn?!

    September 9 in France ⋅ 🌬 18 °C

    Guten Morgen in die Welt der interessierten LeserInnen dieser Zeilen und ein Guten Morgen an mein eigenes Ich, wenn ich diese Zeilen irgendwann mal wieder lesen werden.
    Es ist ein guter Morgen, denn ich hab tief, lang und fest geschlafen. In einem Doppelbett, in einem Budget Hotel in Narbonne. Ja, Narbonne ganz im Süden Frankreichs. Von der Verdun Schlucht über die Provence sind wir nun hier in der Region Okzitanien ganz im Süden Frankreichs gelandet.
    Gestern Morgen hoch über dem Lac de Sainte Croix sah die Welt auch schon gut aus, denn Claus konnte ohne mein Geschnarche und ohne Ohropax beseelt durchschlafen und Nina hatte als Claus’ Untermieterin ebenfalls ein weiches Bettchen und nicht den harten Autositz. Der bisherige Hochsommer bekam gestern eine Pause, denn es regnete und der bedeckte Himmel liess die Temperaturen nur leicht über zwanzig Grad steigen. Ein perfekter Tag.
    Perfekt waren wir auch für die vor uns liegende Etappe vorbereitet. Claus hatte die zu fahrende Strecke auf den Karten markiert und die von uns zu erfüllenden Aufgaben waren klar.
    An dieser Stelle möchte ich auf die Rallye und ihre Struktur eingehen, denn es gab vereinzelt Anfragen wie „Rast ihr den ganzen Tag sinnlos durch die Gegend?“ oder „Ist so eine Rallye heutzutage noch zeitgemäß?“
    Zur letzteren Frage, ob die Rallye noch zeitgemäß ist. Was ist zeitgemäß? Wer definiert „zeitgemäß“? Klaro ist das hier eine reine Spaßveranstaltung. Und ob „Spaß haben“ zeitgemäß ist, diese Frage kann nur dem deutschen Nörglerwesen entspringen. Rund 200 Teams haben jedenfalls Spaß, lernen Europa kennen, bringen Menschen zusammen und lernen auch etwas über sich selbst inklusiv Mensch und Maschinen.
    Und auf die Frage ob wir den ganzen Tage sinnlos durch die Gegend fahren, ist die Antwort: „Im Prinzip Jaein.“ Fahren Ja. Sinnlos Nein.
    Bei der Rallye European 5000 geht es nicht darum wer am schnellsten durch Europa rast, sondern wer am Schlauesten und am Besten alle gestellten Aufgaben erfüllt. Ob wir, d.h. Claus, Nina und ich auf‘s Siegertreppchen kommen? Eher nicht!
    Um all die gestellten Aufgaben zu erledigen (Road Missions, Task of the Day, Secret Mission, Detour Mission, Photo Mission etc.) müssen die Teams früh morgens auf die Piste und wirklich viele Kilometer absolvieren und mega kreativ und erfinderisch sein. Und, das sei schon mal gesagt, es gibt hier Teams, die auf Sieg fahren und ein unglaubliches Fahr- und Kreativitätsprogramm abspulen.
    Nehmen wir gestern. Die Road Missions bestanden aus dem Erklimmen des Mont Ventoux (bekannt aus der Tour de France) und der Felsenfestung von Baux-de-Provence. Beide Aufgaben erfüllten wir bravurös. Die Tagesmission (Task of the Day) bestand aber nicht aus Autofahren und Fotomachen, sondern aus dem erstellen und amtlich stempeln lassen eines Reisedokumentes A 38.
    A 38?! Das Dokument A38 führt uns in die Welt von Asterix und Obelix. Die Beiden müssen im Band „Tour de France“ durch ganz Frankreich reisen. Um dies zu dürfen müssen die Beiden in einer Behörde das Dokument A38 einholen. Quasi die Reisegenehmigung für Frankreich.
    Die Rallye Organisatoren hatten uns heute ins Aufgabenheft geschrieben, genau solch ein (fiktives) Formular A38 zu erstellen, ein Rathaus, eine Präfektur oder ein anderes politisches offizielles Amt auf zu suchen und es dort hochoffiziell abstempeln und genehmigen zu lassen. Lustig, oder?!
    Unsere Teams, Paradise Valley = Claus und ich; EurodashDUO = Nina, hatten dieser Aufgabe erst garnicht in Angriff genommen, da wir angenommen hatten, dass die Fahrstrecke der zu erledigenden Roadmissions schon so lange sein wird, dass für die Tagesaufgabe (Formular A38) keine Zeit mehr sein würde.
    Im Nachhinein eine Fehleinschätzung. Wir waren mit unseren Roadmissions nachmittags um 15 Uhr fertig und standen etwas verloren in Nimes. Es wahr noch viel Tag übrig, aber keine Zeit, um uns dem Formular A38 zu widmen.
    Da waren andere Teams viel kreativer. Im Rallye Chat wurde laufend gepostet wo und wie die einzelnen Teams die Permit A 38 sich ergattern haben. Diese Aufgabe haben wir verbockt. So werden wir jedenfalls nicht auf‘s Treppchen kommen.
    Neben den üblichen Tasks gibt es auch die Secret Mission und die Photo Mission. Die Photo Mission (siehe angehängte Fotos) bestehen aus 8 Einzelaufgaben. Zwei von denen haben wir schon erfüllt. Die eine mit dem Tausch von Rallyefahrzeug mit Rennrad auf Meereshöhe 1.500 m versuchen wir in Andorra zu schaffen. Die Aufgabe mit dem Huhn als Fahrzeuglenker versuchen wir in der laufendenFahrt zu erledigen. Wir sind aber bis dato noch an keinem Hühnerstall bzw. Hof mit Hühnern vorbeigekommen. In den anstehenden Tagen sollte das aber zu schaffen sein.
    Die Sache mit dem Yeti und Reinhold Messner ist quasi nicht unlösbar, da absolut kein Schnee/Eis in den Alpen erreichbar war.
    Zusätzlich den den üblichen Tagesaufgaben gibt es heute eine Secret Mission. Um 12.45 wird die Rallye Leitung über den WhatsApp Kanal eine Rätzel durchgeben. Sie hat vorab definiert in welcher Region wir sein müssen, um dieses Rätzel lösen zu können. Um 13 Uhr fällt dann der Startschuss um das Rätzel zu lösen. Die Lösung wird ein Gegenstand an einem bestimmten Ort sein. Klassische Schnitzeljagd wie an einem Kindergeburtstag.
    Ist das noch zeitgemäß? Kindergeburtstage?! Aber Hallo, na klar!!
    Fahren wir sinnlos durch die Gegend? Wenn wir das Rätzel nicht lösen können dann eindeutig JA.

    Nach diesem JA begibt sich der Schreiber dieser Zeilen in die Nasszelle seines Gemaches, denn sein Körper (und Geist) ruft ein JA auf die Frage „Duschen? Ja, Nein, Vielleicht?“

    Wünsche einen schönen Tag.
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