• Markus M.
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Unter Segeln

Mit einer 4-köpfigen Crew segeln wir während einer Woche von Fethyie zu den schönsten Buchten der lykischen Küste in der Südtürkei. Læs mere
  • Start på rejsen
    14. juni 2025
  • Von Fethiye zu den Karcaören

    15. juni 2025, Tyrkiet ⋅ ☀️ 26 °C

    Das Wetter ist wolkenlos, schon am morgen früh sehr warm. Wir geniessen den ersten Kaffee aus unserer Nespresso-Maschine, führen das Törn Briefing durch und lösen die Leinen um 10 Uhr mit Ziel Gemiler.

    Schon beim Setzen der Segel rauscht das Grossschot durch die Curry-Klemme weil der 8-er Knoten fehlt. Es wird unter die Abdeckung gezogen, welche auf modernen Yachten die Leinen in verdeckten Kanälen führen. Schön fürs Auge, aber komplett unpraktisch, wenn an einer Leine etwas zu tun ist. In einer 1-stündigen Übung demontieren wir auf der Steuerbordseite die gesamte Abdeckung und ziehen die Leine wieder zum Block. Uns gelingt auch das Einfädeln in die Klemme. Problem gelöst. Alle Leinen werden auf den 8-er Knoten am Ende kontrolliert. Das passiert uns nicht wieder.

    Mit Wind von 10kn aus Süden kreuzen wir in kurzen Schlägen Richtung Gemiler.

    Bade- und Drinkstopp im Kanal zwischen Gemiler und dem Festland. Dinghi nimmt Wasser auf nachdem Aussenborder montiert ist, kurz vor dem definitiven Untergang können wir es retten. Die Badeleiter versieht ihren regulären Dienst erst, nachdem ein Architekt Hand (und elegante, gezielte, dosierte Gewalt) angelegt hat.

    Wir kriegen jedes Problem in den Griff. Am Abend verholen wir in die Karaceören Bucht und legen an einer Boje an um im gleichnamigen Restaurant zum Abendessen zu gehen.

    Familiäre Atmosphäre, tolle Aussicht und ausgezeichnetes Essen in fast mückenfreier Umgebung im Karacaören Restaurant und das mit Boot-Shuttle Service - absolut empfehlenswert, wenn eine Crew in dieser Gegend vorbeikommt.
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  • Mit Wenig Wind zur Bucht von Kalkan

    16. juni 2025, Tyrkiet ⋅ ☀️ 27 °C

    Nach üppigem Morgenessen mit Spiegeleiern frühzeitig los Richtung Südosten mit Ziel Kalkan. Wir haben wenig Wind, doch das Boot läuft auf Amwind-Kursen super (7kn Wind, 5kn SOG mit 0.5kn Gegenstrom). Auf Raumwindkursen kommen wir jedoch nicht vorwärts und motoren deshalb einen guten Teil des 34sm Schlages.

    Damit haben wir viel Zeit, uns dem Boot und seinem Zubehör zu widmen. Unser Architekt schafft es, den Salzstreuer in Betrieb zu nehmen, damit die Spiegeleier auch schmecken (nein, es handelt sich nicht um ein komplexes Produkt, sondern um ein einfaches 0.5 EUR Modell). Als eine grössere Aufgabe entpuppt sich dann das Flicken der Klimaanlage, die Seewasserzufuhr hat Luft gefasst und die Anlage kühlt nicht mehr - bei fast 30 Grad am Abend in den Kabinen wäre es angenehm, wenn die Anlage läuft. Die Behebung des Problems ist risikoreich, da ein Seewasserventil mit einem Spezialschlüssel kurz geöffnet und dann 100% wieder verschlossen werden muss (ansonsten besteht das Risiko, dass Wasser eindringt und die Yacht langsam füllt). Es gelingt …

    Die Bucht westlich von Kalkan ist ideal zum übernachten: weiträumig, geschützt, ruhig, mit gutem Ankergrund. So jedenfalls beschreibt es der Revierführer. Beim Einlaufen empfangen uns 4 Gülets („ruhig“) und Böen von 20kn („geschützt“). Unser Anker greift 3x nicht („guter Ankergrund“), doch beim 4. Versuch haben wir Erfolg.

    Die Gülets verabschieden sich bald, es wird windstill und wir geniessen einen tollen Abend mit schnorcheln, schwimmen, viel Lachen und unseren selbstgekochten Penne „a la mode du chef“ (die Pasta werden direkt in der Sauce gekocht ), die selbst unserem italienisch-stämmigen Architekten Worte der Bewunderung entlocken.
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  • Motoren, motoren und eine zentrale Frage

    17. juni 2025, Tyrkiet ⋅ ☀️ 28 °C

    Der „Segeltag“ bringt uns vor allem eines: KEINEN Wind. Wir motoren einen grossen Teil der Strecke nach Kas, die See ist spiegeglatt, wir vertreiben uns die Zeit mit Jassen. Erst 5sm vor Kas kommt 5kn Wind auf. Als Segler setzen wir alles an Tüchern was wir haben. Da wir raume Kurse fahren müssen kommen wir nicht vorwärts, unser SOG beträgt 1.5kn, unser VMG („velocity made good“) zum Ziel etwa 0.8kn 🙈 … trotzdem schaffen wir es irgendwie ohne weiteren Motoreinsatz bis zum Hafen Kas. Im Hafen die grosse Überraschung: keine Gästeplätze, alles voll mit Gülets. Wir haben 2 Optionen: Ankern vor der Kaimauer oder ab in die Marina Kas. Diese liegt nur 0.5sm LUFTLinie westlich, aber leider haben wir es nicht mit der LUFT diese Woche: wir müssten eine Halbinsel umrunden, 6sm, eine weitere Stunde motoren. Da unser Wassertank (450l) schon bedenklich geleert ist und wir sowieso noch Proviant einkaufen müssen entscheiden wir uns für das, was wir gut können: motoren!

    Die Marina knöpft uns 250 EUR ab für eine Nacht (das teuerste, was ich je gesehen habe an Liegeplätzen). Im kleinen, touristisch geprägten Städtchen Kas bieten sich Dutzende von Restaurants an. Wir wählen gut und werden auch noch mit Live-Musik unterhalten. Die Gelati vom Stand gegenüber ist dann weniger lecker - wir vertrösten uns mit der Aussicht auf „unseren“ Geheimtipp für Gelati in Fethyie. Wir versuchen uns in der türkischen Sprache, aber schon nur das wichtigste aller Wörter (nein nicht „Bier“, sondern „Danke“) überfordert uns: „cok tesekkürler ederim“.

    Ein üppiges Morgenessen von unserem 3-Sterne Koch (Spiegeleier mit Rösti, Zwiebeln und Gemüse) bereitet uns auf den heutigen Tag vor. Ihr wisst schon: motoren, … … .

    Beim Morgenessen kommt dann DIE zentrale Frage auf: kann ein Segelschiff vorwärts bewegt werden mit einem Ventilator, der auf dem Segelschiff montiert ist und Wind für die Segel produziert? Eine solche Konstruktion würde heute helfen, denn … ja ihr wisst schon 😄. Obwohl unsere Crew reichlich bestückt ist mit gut Ausgebildeten (Architekten, Ärzte, Ingenieure, Projektleiter, Manager, …): wir einigen uns auch nach längerer Diskussion nicht, ob es funktionieren würde. Abstimmung 3:1. Die allwissende KI hilft uns Unwissenden auf die Sprünge: Es geht nicht. Also müssen wir heute wieder … ja, ihr wisst schon.
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  • Coldwater Bay - die Migros schaut vorbei

    18. juni 2025, Tyrkiet ⋅ ☀️ 26 °C

    Wir sind doch 4.2 sm gesegelt gestern auf unserem 44 sm Schlag zur Coldwater Bay. Dort empfängt uns allerdings eine Bucht, die malerischer nicht sein könnte. Kristallklares Wasser, Natur pur mit Wald und Fels und ein Restaurant hoch über der Bucht mit ausgezeichnetem Essen und toller Stimmung - was gibt es Schöneres?

    Auch die mobile Migros schaut vorbei und wir geniessen die Zeit mit schwimmen, schnorcheln und SUP‘en.
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  • Ein Alarm macht uns nervös …

    19. juni 2025, Tyrkiet ⋅ ☀️ 28 °C

    Wir legen bereits um 9:30 in der Coldwater Bay ab, so dass wir noch ohne Gület-Chaos frei auslaufen können. Schon beim Erreichen der offenen See realisieren wir, dass der Wetterbericht („kein Wind heute“) nicht stimmen kann. Es empfangen uns schon früh 7kn aus Süd, der kontinuierlich zunimmt. Wir setzen sofort die Segel und geniessen (endlich!) wunderbaren Wind. Mit bis zu 19 kn bläst er aus Halbwind und unsere Hanse 510 läuft über 9 kn. Durch den 100m breiten Kanal an der Südseite von Domuz Adasi laufen wir in die weitäumige Bucht auf der Westseite des Golfes von Fethyie ein als ein Alarm ertönt. Auch nach längerem Suchen im Maschinenraum, bei den Kühlschränken und bei allen anderen Geräten konnten wir nicht herausfinden, was der Grund ist. Wir sind beunruhigt, da Alarm auf See nie ein gutes Zeichen ist. Ein Anruf bei der Charterbasis bringt Klärung: es ist die Bilge die Wasser hat! Aber der lärmige, nervtötende Ton stoppt auch nicht, als wir die Bilge manuell leer pumpen. Also Videocall mit der Basis. Unsere Experten finden den Grund: der mit einfachem Klebestreifen befestigte Sensor hat sich gelöst und und ist ins Restwasser der Bilge gefallen. Auch dieses Problem behoben 🥲

    Wir laufen Kapi Creek an, eine kleine Bucht mit Moorings am Restaurantsteg. Das Nachtessen mundet, trotz des sehr hohen Preises (240 EUR für 4 Personen). Den Kaffee geniessen wir aus unserer bewährten Nespresso-Maschine an Bord. Die Nacht ist schwülwarm.
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  • Yachten-Slalom

    20. juni 2025, Tyrkiet ⋅ ☀️ 29 °C

    Wir entscheiden uns, früh aufzubrechen Richtung Göcek, um dort unsere Diesel Tanks bereits am morgen zu füllen. Es fährt die Hoffnung mit, dass wir damit den immer wiederkehrenden Freitag nachmittäglichen Yachten-Stau vor den Tanksäulen aus dem Weg gehen können. Doch weit gefehlt: schon um 10 Uhr buhlen 7 Yachten mehr oder weniger diszipliniert um die besten Plätze, und das bei leichter Strömung und Wind (ja, ihr lest richtig: WIND!). Wir buhlen gut und legen nach 45 min nervenzehrenden Yachten-Slalom zum Tanken an.

    Anschliessend geht es in den Golf von Fethyie, wo wir bei besten Windverhältnissen mit 8 kn Richtung Home Base segeln. Bis dann wieder der nervtötende Alarm der Bilge kommt - schnell am Wind zu segeln tut dem Schiff definitiv nicht gut, die Bilge nimmt Wasser auf.

    Der per Funk zugesagte Service beim Anlegen unter schwierigen Bedingungen (18kn Seitenwind, wenig Platz in der Gasse und Radeffekt entgegen der notwendigen Drehrichtung des Schiffes) entuppt sich als maximal kontra-produktiv. Der motorisierte Gummiboot Fahrer weiss nicht was er tun soll und ist mehrheitlich im Weg, der Charter-Mitarbeiter 1 belegt die ihm zugeworfene Luv- Heckleine nicht, sondern versucht unsere 16.5 Tonnen schwere Yacht per Hand zu halten - so eine grobe Dummheit! Und zu guter letzt zieht Charter-Mitarbeiter 2 die (falsche) Lee-Muring in unseren Propeller - der ist zum Glück stark genug um mit dieser Leine fertig zu werden anstatt einfach zu blockieren. Türkisch verstehen wir nicht, Englisch verstehen sie nicht. Aber irgendwie schaffen wir es doch an den Steg.

    Der Taucheinsatz von Fredy ist erfolgreich, er kann die Leine aus dem Propeller entfernen. Und am mit Abstand besten Gelati-Stand in Fethyie genehmigen wir uns zum Törn-Abschluss leckere Gelati-Kugeln 😄
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    Slut på rejsen
    21. juni 2025