• Thomas ME
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Schottland, Campervan, Nationalparks, Einzeln sein

A 30-day adventure by Thomas ME Read more
  • Trip start
    May 13, 2026

    Los geht's ab Stuttgart

    May 13 in Germany ⋅ ☁️ 14 °C

    Bereits im Herbst 2025 kontaktiere ich meinen Klassenkameraden Sebi für einen stopp-over in Edinburgh. Ich habe mich sechs Wochen lang intensiv im weltweiten Web recherchierend und mit Literaturstudium vorbereitet:

    Eine Schottland-Rundreise soll mir den schottischen Alltag, den Blick der Schotten auf die Welt, insbesondere auf seinen Erzrivalen England eröffnen und bemerkenswerte geschichtliche Ereignisse, Künstler und Literaten näher bringen.

    Weil "Jeder ein Einzelner" (S. 11) ist und weil das auf einer Reise über drei einhalb Wochen wesentlich werden könnte, begleitet mich Rüdiger Safranskis Buch "Einzeln sein. Eine philsophische Heausforderung" (2021, Frankfurt/M.) .
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  • Calais zur Nacht

    May 14 in France ⋅ 🌧 9 °C

    Die Anfahrt über mautfreie belgische und französische Autobahnen über Perl (A 13, A6, A 4, Daussoulix, A 15, A16, A27 - A 25, N225 Dunkerque/Dünkirchen, A 16 gestaltet sich entspannt. Unterwegs hält ein escalope des Restaurants Oh la Vache! in Erpent, Stadtteil der wallonischen Bezirkshauptstadt Namur sein Versprechen ein. Übernachtet wird dank Park4night am Boulevard de la Résistance direkt am Meer, 4 km vom Fähranleger entfernt. Die Boulangerie am Hafen zu Calais winkt mit einem französischen Frühstück.Read more

  • Dover

    May 15 in Scotland ⋅ ☁️ 11 °C

    Als Parkmöglichkeit in Dover (Distrikthauptstadt in der Grafschaft Kent, 33.000 Einwohner) bietet sich der Supermarktparkplatz von Morrison an. Pkws parken im Charlton Shopping Centre Car Park. Durch das Parkhaus hindurch erreiche ich das etwas in die Jahre gekommene Charlton Shopping Centre, einem Art Atrium.

    Nach der zweistündigen Fährfahrt und dem gewöhnungsbedürftigen Linksverkehr habe ich mir ein englisches Frühstück (das schottische ist ein bisschen reichhaltiger) im Sunrise Café verdient, gerade wenn das Wetter Sonne nicht hergibt. Vom Atrium aus gelange ich direkt auf die Highstreet, wie die Hauptstraßen hier heißen. Ich bin neugierig auf das Straßenbild, die Gerüche, den Linksverkehr und natürlich die Geschichte.

    Dover ist der bedeutendste englische Hafen am Ärmelkanal und wegen der geringsten Entfernung zum Kontinent strategisch wichtig. Es war Zentrum der englischen Kanalverteidigung im Ersten Weltkrieg und wurde von Zeppelinen aus beschossen. Im Zweiten Weltkrieg landeten 3.059 Geschosse in der Stadt.
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  • Über den Ärmelkanal nach Dover

    May 15–22 in France ⋅ ☁️ 11 °C

    In der fußläufig erreichbaren Boulangerie (mit WC und An-den-Tisch-Bring-Service) verpassen nach kurzer Nacht ein Cappuccino und eine Brioche meinem Gehirn ein paar Umdrehungen. Der DFDS Seaways Angestellte gähnt mir den Morgengruß entgegen und muss lachen, als ich kommentiere: "I'am not an early bird as well, am I?" ("Ich bin auch nicht der geborene Frühaufsteher.")

    Der französische Zoll nimmt es genau: Er erlässt mir zwar die Demontage des Fahrradträgers, so dass die Hecktüre geschlossen bleibt. Die Beamtin leuchtet von der Schiebetür aus den Innenraum grell aus, während der Kollege mit einem Unterbodenspiegel am Stil den blinden Passagier ausmachen will, der sich unter dem Wagenboden festkrallt. Vergeblich.
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  • 400 km nach Norden. Ziel: Naturpark Sheffield

    May 16 in England ⋅ 🌬 13 °C

    Heute gilt es, über die Autobahnen Strecke zu machen. Die A2, M2, A3, M25 um London herum und die A283 führen mich bis zur Themse. Hobbes Cross, M11, Cambridge, Huntington Umfahrung, A1/E15, Sheffield sollen mich zum Ziel, der Redires Road im östlich Sheffield gelegenenen Naturschutzgebiet High Peak führen.

    Es wird jedoch dunkel, bevor ich das geplante Reiseziel erreiche. Park4night empfiehlt einen Park mit See in Leeds. Ich stelle mir einen abgelegenen See in einem verwunschenen Waldstück vor eine Übernachtung ganz allein. Leeds Roundhay Park entpuppt sich dagegen als sehr möbliert, umzäunt. Ein Über-Nacht-Bezahlparkplatz ohne jeglichen Service fällt zu stark ab. Ich finde an der Avenue unterhalb einer Villa einen halbwegs ebenen und ruhigen Schlafplatz.

    Die Aufbaubatterie hatte an Spannung verloren, da ich meine neue Powerstation ueber die Zigarettenanzünderbuchse im Aufbau geladen hatte. Sie lieferte dann aber genügend Power, um der Aufbaubatterie auf die Beine zu helfen.

    In Alnwick (Northumberland, 10.000 Einwohner) hab ich mich in die Suppenkulinarik verliebt. Eine schlichte Schüssel voller Suppe, getoastetes Brown Bread, Butter. Da wird dann ein Foto des berühmten Alnwick Castle an der Aln, ca 10 km von der Nordsee entfernt, unbedeutend.
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  • Warmer Empfang in Edinburgh

    May 17–20 in Scotland ⋅ ⛅ 10 °C

    Die A68 führt mich durch Northumberland (Northumbria), das 927 im vereinigten Königreich Englands aufging. Sebi, einer meiner besten Klassenkameraden, empfängt mich mit einem speziell für mich ausspionierten Stellplatz am Supermarktparkplatz in Sichtweite zu seinem gemütlich eingerichteten Apartment in der Great Junction Street im ehemalig selbständigen Fischereihafen Leith. Er legte großen Wert auf die Feststellung, dass sich Leiths zu Edinburg verhält wie Bad Cannstatt zu Stuttgart. Es ist älter und stolzer. Unser erster gemeinsame Ausflug gilt der Port of Leith Destillery.Read more

  • Water of Leith

    May 18 in Scotland ⋅ ☁️ 12 °C

    Trotz sehr gemischten Wetters und Temperaturen mit Luft nach oben zeigt mir Sebi auf dem Fahrrad das Hafengelände, eine umgewidmete Kirche und den Fahrradweg entlang des Flüsschens Water of Leith.

    Nach dem Untergang der Werften wurde es still um den Hafen. Eine Kirche ist zum Bouldern gerüstet. Entgegen Sebis Rat probiere ich am Imbisstand Fish and Chips . Den Fisch gibt es nur paniert und die Pommes zeigen sich erwartungsgemäß lätschig.
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  • Edinburgh entdecken

    May 19 in Scotland ⋅ ☁️ 15 °C

    Sebis Stadtführung beginnt mit einem schweißtreibenden Aufstieg auf den 103 Meter hohen Calton Hill, mit Sitz des Ersten Ministers Schottlands und Nationalmonument.
    Von dort hat man einen Ausblick auf das östliche Ende der Princess Street und das Balmoral Hotel.

    An den Nationaldichter und Obersten Gerichtsbeamten Edinbourghs, Walter Scott erinnert das Scott Monument. Er schrieb mehrere historische Schottlandromane über die Highlands und pflegte damit nach der Auflösung des Parlaments die schottische Identität.

    Greyfriars Bobby wachte über seines Herrchens Grab auf dem Greyfriars Friedhof, bis ihn selbst 1872 das Zeitliche segnete.

    Erst 1999 gab es wieder Wahlen zu einem schottischen Parlament, das im New Scottish Parliament Building tagt. Bei der Vereinigung Schottlands 1707 mit England (The Treaty of Union between Scotland and England - Union of Parlaments) , mit der König James VI von Schottland auch James I von England wurde, war das schottische Parlament aufgelöst worden.

    Holyrood Palace ist die Residenz der Monarchen in Schottland. Queen Elizabeth II wurde dort im September 2021 aufgebahrt.

    Das Café, in dem Frau Rowling Harry Potter schrieb, sollte man nicht mit der Fälschung " Elephant Cafe", das in demselben Rot angemalt ist, verwechseln. Der richtige Name ist "Elephant House".

    Etwas zurückgesetzt von der quirligen Royal Mile, gleich beim Lawn Market, findet sich "The Writer's Museum" mit je einem Stockwerk für die Nationalschriftsteller Robert Burns (1759 - 1796), Sir Walter Scott ( 1771 - 1832) und Robert Louis Stevenson (1850 - 1894).

    Robert Louis Stevenson wurde in der Edinburgher New Town geboren. Er schrieb "Die Schatzinsel" und "The Strange Case of Dr. Jekill and Mr Hyde".

    Robert Burns wurde als Kind armer Kleinbauern geboren und liebte die Natur und die Landschaft, die Frauen und den Whisky. An jedem 24. Januar, dem Vorabend zu seinem Geburtstag zelebrieren Schotten weltweit das Burns-Supper mit heißem Haggis (Pudding aus Herz, Leber, Lunge, im Schafsmagen gesotten). Es wird unter Dudelsackklängen serviert und unter der Rezitation von Burns Ode an den Haggis "To A Haggis") angestochen. Burns veröffentlichte Gedichte in schottischem Dialekt und die Liedsammlungen "The Scots Musical Museum" und "A Select Collection of Scottish Airs for the Voice".

    In der umgebaute Kirche "The Queens' Hall" gaben Toots and the Maytals feat Leba Hibbbert ihre Reggae Soul Tour.
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  • Glasgow in 6 Stunden

    May 19 in Scotland ⋅ 🌧 15 °C

    In 48 Minuten bringt uns Scotrail von Edinburgh (Waverley) nach Glasgow (Queen Street Station). Die Stadt am Fluß Clyde war lange Großbritanniens zweitwichtigste Industriestadt. "Clyedbuilt" stand für die hohe Qualität in der Stahlindustrie und im Schiffsbau. Einwanderer aus den Highlands stellten den größten Teil der Arbeiter. 1990 ist Glasgow Kulturhauptstadt und entwickelt sich mit der Restrukturierung zur modernen Kultur- und Dienstleistungsmetropole.
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    Gleich hinter dem schottisch-ironisch geschmückten Denkmal für Wellington, der Napoleon 1815 in der Schlacht von Waterloo besiegte, zeigt die Gallery of Modern Art wegen Restaurierung nur wenige zeitgenössische Künstler: Hock-Aun Teh mischt in "Fitness is Energy" die Farben Malaysias und die chinesische Kalligrafie mit der westlichen Kunstauffassung. Henry Kondracki portraitiert mit "Old Man" die einfachen Leute in Schottland, wobei mir der alte Mann wirklich ähnlich sieht.

    Auf dem City Centre Mural Trail lassen sich Street-Art Wandgemälde wie Hony, I Shrunk the Kids (Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft) und The Worlds' Most Economical Taxi (das preisgünstigste Taxi der Welt) entdecken.

    Auf dem langen Spaziergang im Viertel Finnieston entlang der Clyde Waterfront, in den 50er-Jahren Standort der Schwerindustie, zum Kelvingrove Art Gallery and Museum imponieren das Industriedenkmal Finnieston Crane, das Armadillo Clyde Auditorium, genannt das Gürteltier, und die Konzerthalle OVO Hydro.

    Im Kelvingrove Art Gallery and Museum entdecke ich die Wegbereiter der schottischen Moderne: die lose Künstlergruppe Chicago Boys umfasst 20 Künstler, darunter John Lavery, EA Hornel, Macouly Stevenson, Alexander Roche und James Guthrie. Im Macgregor's Studio komplettierten sie ihre auf dem Land begonnenen pleine-air-Gemälde.

    Der Architekt, Designer und Gründer der "Glasgow Art School" Charles Rennie Mackintosh (1868 - 1828) verband sich zusammen mit seiner Frau Margaret MacDonald Mackintosh, deren Schwester Frances MacDonald McNair und James Herbert McNair zur Gruppe "The Four". Diese beeinflusste maßgeblich die Glasgow School, eine Strömung der Art-Nouveau-(Jugendstil-)-Bewegung. Mackintosh entwarf Stühle, Innneneinrichtungen, Gebäude, malte und beteiligte sich zusammen mit seiner Frau an der VIII. Ausstellung der Wiener Sezession.
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    Trip end
    June 11, 2026