Ebrodelta: Reis & Geisterstadt
January 27, 2024 in Spain ⋅ ☁️ 20 °C
Heute fuhren wir die Küste herunter bis zum Delta des Ebros. Der Fluss hat hier eine fruchtbare Halbinsel angespült, die zum Reisanbau genutzt wird. Bereits die Tage zuvor versuchten wir ein regionales Reisgericht zu probieren, waren aber leider zu spät dran - dort, wo wir waren stand, es nur auf dem Mittagsmenü. Vielleicht haben wir ja heute Glück.
Im Delta angekommen führte der Weg uns zunächst durch ein Naturschutzgebiet, das reich war an Vögeln aller Art. Neben Möwen sahen wir Kormorane, verschiedene Greifvögel und zu Evas Begeisterung eine Kolonie von Flamingos, die mit ihren Schnäbeln das seichte Wasser nach Futter durchsiebten. Von einem Aussichtsturm hatten wir den Blick über eine Welt, die sich nicht ganz zu entscheiden schien, ob sie dem Meer oder dem Land angehören. Auf der einen Seite eine Moorlandschaft, und Felder für den Reisanbau und auf der anderen Seite wattartiges Meer mit den nach Nahrung suchenden Vögeln und in einiger Ferne dahinter, Fischerhütten und Stege für die Muschelzucht.
Schließlich bogen wir auf eine asphaltierte Straße ein, die in die Stadt in der Mitte des Deltas führte, die man passenderweise Deltebre genannt hatte. Sie bestand aus einer kleinen Zahl eher dahingeworfener Häuser jüngeren Ursprungs und hatte den Charakter einer Arbeiterstadt. Sicher entstanden durch den Reisanbau drumherum. Warum sonst auch sollte eine Stadt mitten in einem Flussdelta umgeben von Feldern erbaut werden?
Auch hier versuchten wir nun unser Glück den regionalen Arroz zu probieren, doch diesmal waren wir zu früh. Hier gab es erst am Abend wieder Reisgerichte, tagsüber bzw. nachmittags gab man sich scheinbar mit Sandwiches zufrieden. Selbst die
Arroceria eröffnete erst wieder um 20 Uhr.
So lange wollten wir dann doch nicht warten und brachen auf. Flussaufwärts entlang des Ebros, der übrigens den ersten wirklichen Fluss mit Wasser darstellt, den ich in Spanien zu sehen bekomme. Normal im Januar oder Folgen der Dürre? Der Radweg am Ebro war auf jeden Fall wunderschön und gut ausgebaut - eine Empfehlung für alle, die Mal in die Gegend kommen und probiert den Reis, der ist bestimmt Spitze!
In der Dämmerung kamen wir noch an einer Geisterstadt bzw. Siedlung vorbei. Warum hier etliche, fast fertiggestellte, Gebäude leer standen und nun verfielen, darüber konnten wir nur spekulieren. Vermutlich ist hier irgendeinem Investor das Geld ausgegangen. Auf jeden Fall schade, dass dafür ein Stück Natur weichen musste und nun alles so zurückgelassen wird.
Zum Übernachten finden wir heute ein Plätzchen in Flussnähe zwischen Kohlfeld und Orangenbäumen. Um Kochen und Essen in der Dunkelheit etwas gemütlich zu machen, bastel ich noch einen Raketenofen - das, was man abends eben so macht.Read more














Traveler
Sag mal wo bekommst du eigentlich den Krempel her dir mal eben so einen Ofen zu bauen?
TravelerEine Dose Tomatenmark eine Dose Kokosmilch;-)
Traveler
Das Ingenieurstudium hat sich bereits ausgezahlt :-D
Traveler
Flamencos, Tim! Ich meine, die SpanierInnen sagen Flamencos. Du solltest das gelegentlich überprüfen ;-)