• El Torcal - ≈ El Chorro:

    23 Februari 2024, Spanyol ⋅ ☁️ 13 °C

    El Torcal soll für seine einzigartigen Felsenstrukturen aus Karstgestein bekannt sein. Allerdings muss man vom Fuße des Berges 600 hm zurücklegen, um zumindest in die Nähe des Gipfels zu kommen. Gestern Abend war es dafür leider schon etwas zu spät, zumal ich noch keinen Lagerplatz gefunden hatte. So fuhr ich dran vorbei und übernachte in der Nähe auf einem halboffiziellen Campingplatz.
    Ein kleiner Glücksfund, fließend Wasser, etliche Tische und Bänke und theoretisch auch einen Grillplatz. Der Ort zog auch etliche Camper mit ihren Vans und Wohnmobilen aus Deutschland und Frankreich an.

    Da das Wetter heute Morgen nicht so gut und der El Torcal in den Wolken lag, beschloss ich nicht hinauf zu fahren, ein To-do für ein anderes Mal. Stattdessen erkundete ich ein alte s Campingressort, welches ich gestern Abend ein paar hundert Meter weiter entdeckt hatte und das inzwischen als Lost-Place durchgehen konnte. Die Anlage war mittelgroß, damals wohl mit Restaurant, Clubraum und Pool, nun aber leider ganz schön zerstört. Bei pfeifendem Wind und klappernden Fensterläden durchstreifte ich die alten Räume. Glas und Keramikscherben knackten unter meinen Klickpedalschuhen - eine Neuinterpretation des Namens. Ich fragte mich, wie lange es wohl her ist, dass hier die letzten Leute übernachtet, gegessen oder gefeiert hatten. Auf Facebook finden sich letzte Einträge von 2015. Wenn hier vor 9 Jahren wirklich noch Betrieb herrschte, ist es echt krass, wie schnell Gebäude durch Witterung und Vandalismus zu Ruinen werden.

    Nach der kurzen Expedition breche ich auf. Zunächst durchquere ich Antequera, ein hübsches, mittelgroßes und mittelalterliches Städtchen. Von hier führt mein Weg weiter nach Südosten. Erst auf größeren und dann auf immer kleineren Straßen. Wieder wandelt sich die Landschaft, große felsige Berge auf der einen Seite und Hügel mit Ackerflächen und teils saftigen Wiesen (für spanische Verhältnisse) auf der anderen. Oberhalb der drei Stauseen bei El Chorro ändere ich die Route spontan. Statt oberhalb fahre ich zwischen den Stauseen durch Richtung Süden. Vor einigen Jahren war ich zum Klettern in der Gegend gewesen. Ein paar Straßen und Gebäude kommen mir noch bekannt vor. Nur die Stauseen sind kaum wiederzuerkennen, damals waren sie randvoll und es sprühten Wasserfontänen aus den Überläufen.

    Die Landschaft hier ist noch immer wundervoll und ich beginne nach einem Zeltplatz Ausschau zu halten. Zwischen Straße und Stausee entdecke ich eine Schafherde und zwei Hirten. Das Bild wie in einem Roman. Die Hirten stehen am Straßenrad und trinken etwas Warmes. Daneben drei Hunde und ein Pferd, bepackt mit Decke und Beuteln. Mit meinen paar Brocken Spanisch frage ich, ob ich hier irgendwo mein Zelt für eine Nacht aufschlagen könnte und interpretiere das 'No problema!' und ein paar andere Worte als ein Ja.
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