• Imouzzer - Ifrane: Regen im Skiparadies

    3 Maret 2024, Maroko ⋅ ☁️ 8 °C

    Der Tag beginnt wie vorhergesagt und trotzdem nicht gewollt: regnerisch und kalt. Nach der vertagten Entscheidung, wie wir den Tag verbringen möchten, grübeln wir ein wenig mehr und entscheiden uns für eine Lösung zwischen einfach weitermachen und im Ort bleiben. Wir werden zur nächst größeren Stadt fahren, um wenigstens ein paar Kilometer zu schaffen. Vor dem Losfahren verabschieden wir uns von der Tochter der Wohnungsbesitzer*innen, Sheymae. Sie erzählt uns auf gutem Deutsch, dass sie Krankenschwester ist und in 9 Monaten nach Stuttgart für die Arbeit zieht.

    Wir machen das Beste aus dem Regen und fahren zügig eine kleine wenig befahrene Straße Richtung Süden. Der Weg führt uns zunächst zwischen Apfelplantagen so weit das Auge blicken kann entlang. Wahrscheinlich bekommen wir in Deutschland von hier unsere Äpfel her, wenn Marokko als Ursprungsland genannt wird. Christophs Regenjacke gibt als erstes den Geist auf und wird undicht. Hände und Gesicht sind aber bei uns allen sowieso schon durchnässt und kalt. Nach 40 km und ein paar netten Aussichten erreichen wir mit plötzlich auftretendem starken Verkehr Ifrane. Trotz des Regens sehen wir viele Leute auf der Straße, sogar Menschen die bei dem Regen picknicken.

    Nach einer kleinen Aufwärmpause in einem Kaffee finden wir nach zwei Anläufen eine nette Unterkunft bei einer Familie. Mit Gasheizung in unserem Zimmer und Dusche geht's uns bald schon viel besser. Uns wird erzählt, dass die Stadt voller Menschen ist, weil alle dachten, dass es schneien würde und deshalb Menschen aus den großen Städten für das erhoffte Spektakel hier her kamen. Und auch sonst ist Ifrane sehr speziell. Stark ausgebaut unter der französischen Kolonialherrschaft hat sie ein sehr europäisch geprägtes Stadtbild, Parks und Satteldachhäuser inklusive. Das Schnee- und Skiresort in direkter Nachbarschaft zum Ort lässt die gesamte Stadt ein wenig wie ein Kitzbühel Marokkos erscheinen.

    Am Abend machen wir einen kulinarischen Rundgang auf dem Zentralmarkt mit Meloui, Tajine und Minztee und freuen uns auf das warme und vor allem trockene Bett danach.
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