≈Lala Takarkoust-Ijoukak: Fastenbrechen
March 24, 2024 in Morocco ⋅ ☁️ 14 °C
Eigentlich sollte dieser Footprint Abkürzungen heißen. Warum? Weil diese in der Regel nicht funktionieren und man länger unterwegs ist. Heute habe ich das Schicksal aber direkt zweimal herausgefordert und sparte mir ein paar Kilometer und Höhenmeter. Außerdem entdeckte ich einen wunderschönen Weg im Flussbett einer Oase, auf dem ich dann vorwärts holperte. Doch das passierte alles schon am Vormittag - ebenso wie meine Begegnung mit zwei Truthähnen und einer Schildkröte.
Mittags erreichte ich dann den nächsten Stausee, dieser war immerhin etwas mehr gefüllt. Die Freude darüber wurde dann aber schnell getrübt, als ich durch Ourigane fuhr. Von weitem war ich noch verwundert, zwischen den Häusern Zelte stehen zu sehen. Beim Näherkommen wird dann klar, ich bin inzwischen in der Erdbebenregion angekommen. Letztes Jahr im September erschütterte das bisher stärkste in Marokko gemessene Beben die Erde. Das Epizentrum lag genau in dieser Region und man sieht es ihr noch an. Die eingezeichnete große Straße ist nur joch eine Schotterpiste, an einigen Stellen lassen Zelt- oder Containerdörfer erahnen, dass hier mal ein paar Häuser standen, in anderen Dörfern sind die Häuser verlassen, weil sie drohen einzustürzen. Auch hier wohnen die Menschen in provisorischen Zeltunterkünften, die von halbwegs "professionellen" Zelten oder Containern bis zu improvisierten Bauten aus Kunststoffplanen reichen. Gleichzeitig sind die Menschen hier so freundlich wie nirgendwo sonst, fast jeder winkt, lächelt oder hupt freundlich oder hebt anerkennend den Daumen, wenn ich vorbei fahre - unglaublich, wenn man daran denkt, was einige dieser Leute im letzten halben Jahr durchgemacht haben müssen. Am späten Nachmittag komme ich durch Ijoukak, die Stadt scheint relativ verschont geblieben zu sein. Ein Mann winkt mich zur Seite und fragt, ob ich eine Unterkunft benötige. Eigentlich wollte ich noch ein paar Kilometer weiter fahren, aber ich lasse mich überreden, zumal es anfängt zu regnen und auch immer wieder Gewitter angesagt war. Sicherheitshalber frage ich nochmal nach, was es denn kosten würde und bekomme quasi die Antwort 'pay what you want'. Dann beginnt ein wunderbarer Abend. Adil, so heißt der Gastgeber, läd mich zum Breakfast ein (kurze Verwirrung Fastenbrechen ist gemeint), bei dem noch ein weiterer Freund zu Gast ist. Im Anschluss werde ich noch gefragt, ob ich am Tarawih (Ramadangebet) teilnehmen möchte. Letzteres findet derzeit in einem Zelt statt. Adil und sein Kumpel ziehen dafür ihre Djellaba an. Mit meinem Kapuzenpullover komme ich zumindest ein bisschen an das Aussehen der traditionellen Kleidung heran.
Beim Gebet knien alle in drei Reihen, vorne sitzt der Imam und spricht. Die Betenden sprechen nach, in Teilen wird still gebetet und am Ende folgt eine Art melodischer Sprechgesang. Das Ganze ist übrigens deutlich sportlich als bei uns, da häufig zwischen Knien, Vorbeugen und Stehen gewechselt wird. Eine tolle Erfahrung dabei sein zu dürfen. Im Anschluss geht es dann wieder zurück, zwei weitere Freunde kommen noch zu Besuch und es gibt wieder Essen, eine riesen Portion Couscous.Read more











Traveler
Hab ich im Atlas nicht gefunden :-D